MONSHEIM: Das „Munzemer“ ist fertig und eröffnet / „Der Stern des Südens“ erstrahlt in Rheinhessen
Jahrhundertbau für Sport und Feste
Architektonisch beeindruckt die Rheinhessenhalle und besticht mit guten Ideen, um sie vielfältig nutzen zu können. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › Das markante und exklusiv für die Rheinhessenhalle in Monsheim gestaltete Fassadenprofil aus Aluminium mit seinem unregelmäßig vertikalen Rhythmus schimmert golden, der verhangene Himmel will es so. Und so gefällt das monochrome Farbkonzept Dipl.-Ing. Peter Strobel, dem bauleitenden Architekten aus Kaiserslautern, am besten. So schilderte er es fast poetisch in seiner Ansprache.
Monsheim erlebte am Samstag einen großen Moment. Die Rheinhessenhalle, deren Bauvorhaben im Juli 2017 vergeben wurde, ist fertiggestellt und wurde nunmehr in Anwesenheit von Ministerpräsidentin Malu Dreyer eingeweiht. Vom „großen Anspruch“ zeugen die Flaggen entlang des Eingangsweges: da flattern die Monsheimer, die des Landkreises, die Rheinhessische sowie die Europa-Fahne in den leichten Brisen. Am Eingangsbereich des Sport-, Kultur- und Veranstaltungszentrums begrüßt der Hausherr, Ralph Bothe, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, die ankommenden Gäste.
Unweigerlich fällt der Blick aber auf die gut sichtbare und hervorstechende, mäandernde Skulptur Rheinlauf, die gleichfalls als ein Symbol für ganz Rheinhessen steht. Den Wettbewerb „Kunst am Bau“ hatte die 58-jährige Künstlerin aus Köln, Regina Kochs, gewonnen. Sie erläutert, „dass das Kunstwerk den Rheinlauf des rheinhessischen Teil des Flussbetts zwischen Worms und Bingen darstellt und ein Bild der gesamten rheinhessischen Landschaft implementiere. Der Teilabschnitt des Rheins zeichnet mit seinem Verlauf eine unverwechselbare Liniengestalt und schafft somit den Bezug zum Namen der Halle.“ Ralph Bothe fügt hinzu, „dass Kunst am Bau nicht nur Verpflichtung an öffentlichen Bauten, sondern auch kultureller Mehrwert ist, und hier ganz besonders, denn es ist an markanter Stelle, am Eingang und der großzügigen Panoramatreppe, aufgestellt und schafft somit die Unverwechselbarkeit des gesamten Komplexes“.
Durch das großzügige Glas-/Beton-Foyer gelangen die Gäste aus Politik und Wirtschaft, aber auch aus dem gesellschaftlichen Leben und Sportvereinen zum Saal. „Blattgold“, das Saxophonquartett der Kreismusikschule Alzey-Worms, eröffnet mit getragenen Tönen.
Heimat für Vereins- und Schulsport
Ralph Bothe strahlt, ist überglücklich und ist dankbar. 14,5 Millionen Euro hat der Bau gekostet, 4,3 Millionen Euro steuerte das Land bei, eine Million die Kommune. Der „Jahrhundertbau“, wie Bothe ihn nannte, ist hinsichtlich der Finanzierung mit 30 bis 50 Jahren Zinsbindungen gut kalkulierbar aufgestellt. Er erläuterte nochmals das Gesamtkonzept, denn die Halle in der Gerd-Heinz-Schilling-Straße soll besonderen Herausforderungen dienen, dem Sport, Vereins- und Schulsport für Gymnastik, Hallenhockey, Volleyball, Badminton, aber auch der in der Bundesliga spielenden Kegelmannschaft, denn eine moderne Anlage von Ahlborn ist nunmehr vorhanden. Auf zwei Ebenen, mit Tribüne, auf der rund 230 Personen Platz nehmen können, besticht die Halle. Sie soll Konzerthaus sein, Theater für Schauspiel, Lesungen, aber auch für Messen und Ausstellungen gleichermaßen gut geeignet sein. Und alles wird künftig passend zum jeweiligen Event illuminiert sein.
Ministerpräsidentin gratuliert
Zur „Schlüsselübergabe“ hatte sich Architekt Peter Strobel (rechts) etwas besonders einfallen lassen: Während des Festaktes übergab er an Ortsbürgermeister Kevin Zakoselny, Malu Dreyer und Bürgermeister Ralph Bothe ein Buch mit Texten und Bildern der Halle – aber auch mit vielen leeren Seiten, die die Gäste füllen konnten. Foto: Rudolf Uhrig
Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte zum neuen Aushängeschild der Verbandsgemeinde mit ihren sieben Ortsgemeinden. „In Monsheim wird das Gemeinschaftsleben großgeschrieben. Die Rheinhessenhalle wird zu einem regen Vereinsleben beitragen und die Gemeinschaft stärken“ befand die Ministerpräsidentin. Landrat Heiko Sippel und Ortsbürgermeister Kevin Zakoselny zeigten sich ebenfalls glücklich und stolz.
Und die Damen und Herren von „Blattgold“ spielen noch mal auf. Allerdings, sie hatten schlichtweg die Stücke verwechselt und so spielten sie nunmehr das Thema aus dem Schlusssatz von Beethovens Neunter Symphonie, die wohl berühmteste „klassische“ Melodie, mittendrin. In diesem stilvollen Arrangement der „Ode an die Freude“ gibt das Baritonsaxophon das Anfangsthema vor. Es geht weiter mit einer komplizierten, verwobenen melodischen Entwicklung, bevor es mit einer letzten mitreißenden Aussage des Themas endet!
Zur „Schlüsselübergabe“ hatte sich Peter Strobel etwas besonders einfallen lassen, denn Schlüssel gibt es zu einem Hightech-Gebäude freilich keine mehr, er übergab ein Buch mit Texten und Bildern der Halle, aber auch mit vielen leeren Seiten, die die Gäste füllen sollen und konnten.
Sandra Schlegel führte in den anschließenden Talkrunden mit Vertretern aus den Bereichen Wein und Tourismus, Wirtschaft und Gewerbe, Sport und Kultur durchs Programm. Hanne Kah und ihre Band spielten im Anschluss auf – bis, bis zum „open end!“