„MUSEUM LIVE": Erfolgreicher Abschluss der Herbstferienspiele im Museum der Stadt Worms im Andreasstift
„Das mutige Herz"
Im Rahmen der Ferienspiele im Museum der Stadt Worms fertigten die Teilnehmer ihren eigenen Roborter, den „Martin 2.1“. Foto: Nadja Berghoff
„Das mutige Herz“ – so lautete das Motto der diesjährigen Herbstferienspiele von „museum live“, dem museumspädagogischen Angebot der Wormser Museen. Das Ferienangebot fand in der vergangenen Woche unter Leitung von Museumspädagogin Nadja Berghoff statt. Gemeinsam mit ihr erkundeten die jungen Teilnehmer vom 11. bis zum 13. Oktober einzelne Stationen der aktuellen Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest. – 1521 bis 2021“ im Museum der Stadt Worms und setzten sich anschließend kreativ mit dem Thema auseinander.
Große historische Persönlichkeiten
Im Fokus der Fereinspiele stand die Entscheidung von großen historischen Persönlichkeiten, ihrem Gewissen zu folgen und für die eigene Überzeugung zu kämpfen: Martin Luther sprach sich mit seinen 95 Thesen gegen die Missstände in der Kirche aus und verteidigte vor 500 Jahren seine Ansichten beim Reichstag in Worms. Inspiriert von den Taten des Mönchs aus Wittenberg fertigten die Fereinspielkinder im Alter von acht bis zwölf Jahren ein ungewöhnliches Porträit des Reformators an – und zwar auf einem Kochlöffel. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts klagte Martin Luther King Jr. die Ungerechtigkeiten der US-amerikanischen Gesellschaft an und kämpfte gegen den Rassismus gegenüber seinen afroamerikanischen Mitbürgern. Dr. King träumte davon, in einer Welt zu leben, in der die Hautfarbe keine Rolle spielt. Nach einer pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Thema entstanden beim Ferien-Workshop Anstecker mit Portraits, die der Diversität der menschlichen Erscheinungsbilder entsprechen. In diesem Zusammenhang beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen außerdem mit der Frage, wie diese Vielfalt der Welt ebenfalls in der digitalen Welt gespiegelt werden kann. Programmierer von Künstlicher Intelligenz konzentrieren sich oft nur auf ein bestimmtes Spektrum von Informationen. Ohne uns darüber bewusst zu sein, befinden wir uns im virtuellen Raum, in dem es keinen Platz für zufällige Begegnungen gibt. Wir bestellen Bücher und schauen Filme, die uns aufgrund unserer bisherigen Präferenzen vorgeschlagen werden. „Höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, wie die Künstliche Intelligenz der Zukunft aussehen sollte!”, dachten sich die Teilnehmer und fertigten einen eigenen Roboter an, den sie „Martin 2.1“ nannten.
Die Termine für die museum live-Ferienspiele im kommenden Jahr findet man rechtzeitig auf www.nibelungenmuseum.de.