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  • Do., 23. März 2023, 09:22 Uhr
    Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Männer: HSG Worms unterliegt Rheinhessen-Rivale TV Nieder-Olm im Nachholspiel auf schier unbegreifliche Art und Weise in letzter Sekunde

    Das unfassbare Derby-Drama

    Hagen Druck (rotes Trikot) zeigte im rheinhessischen Oberliga-Lokalderby gegen TV Nieder-Olm wie fast alle Spieler der Wormser Drachen eine gute Leistung. Am Ende stand der Angreifer im rechten Rückraum aber wie die gesamte HSG Worms ohne zählbaren Erfolg da. Foto: Felix Diehl


    Von Jürgen Jaap > Ein einziges Wort. Es beschreibt das, was sich Dienstagabend in der Nikolaus-Doerr-Sporthalle im Wormser Nordend abspielte. Es gibt wieder, was vielen Wormser Handball-Freunden noch einige unruhige Nächte bereitet. Ein Wort nur. Unfassbar!

    Entsetzen bei den Wormser Drachen

    Von den nackten Zahlen sachlich betrachtet, fand am Dienstagabend um 20 Uhr das zweimal wegen Corona verschobene Nachholspiel der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar der Männer zwischen HSG Worms und TV Nieder-Olm statt. Das 15:14-Zwischenresultat für die Wormser Drachen zur Pause und der 28:29-Endstand für Nieder-Olm deuten auf ein „normales“, heiß umkämpftes rheinhessisches Lokal-Derby, das die ob der Tabellensituation favorisierten Gäste gegen die vom Abstieg bedrohten Gastgeber knapp an sich zogen. Doch allein der Blick auf HSG-Trainer Marco Tremmel, der noch lange nach der Schlusssirene sein Haupt schützend in den Händen hielt, der durch Mark und Bein gehende Ausruf „Nein!“ von HSG-Torwart Sebastian Volk, die ungläubig mit dem Kopf schüttelten Wormser Fans auf den Rängen und die ins Leere gehenden Blicke der Wormser Spieler lassen erahnen, welches sportliche Drama sich da für die Wormser Handballer in den neunzig Minuten zwischen 20 Uhr und 21:30 Uhr abspielte.

    Worms trumpft über weite Strecken groß auf

    Nie und nimmer hätten die Wormser Drachen dieses Handball-Spiel verlieren dürfen. „Wir haben eine gute Partie gemacht, hatten jede Menge Matchbälle, mussten einfach gewinnen“, konstatierte Marco Tremmel im Gespräch mit den Pressevertretern. In der Tat trumpfte Worms über weite Strecken der Partie groß auf, hatte in den beiden Mittelblockern Ales Muhovic und Marco Kimpel, sowie einem furios im HSG-Kasten aufspielenden Maximilian Wald eine stabile Abwehr. Vorne im Angriff wirbelten lauffreudig Spielmacher Jona Eschbach, Linksaußen Niklas Schwarz (4), sowie Marco Kimpel (10), Hagen Druck (4) und Tim Knobel (5) aus dem Rückraum. Das 10:5 nach einer Viertelstunde spiegelte das Kräfteverhältnis auf der Platte durchaus wider.

    HSG zieht kurz vor Spielende auf sechs Tore davon

    Dass Nieder-Olm bis zur Pause auf ein Tor herankam, war eher einer zehnminütigen „Auszeit“ der Hausherren geschuldet als der Stärke des Rheinhessen-Rivalen. Egal. Die Wormser Drachen nahmen nach dem Wechsel wieder Fahrt auf, zogen über das druckvolle Spiel durch ihren starken Rückraum über 20:15 (36.) bis auf 27:21 (51.) davon. Selbst die Anhänger des TV Nieder-Olm hätten zu diesem Zeitpunkt wohl keinen Pfifferling mehr darauf gegeben, dass ihre Mannschaft zehn Minuten später „Auswärtssieg, Auswärtssieg, Auswärtssieg“ jubilieren würde.

    HSG-Vorsprung schmilzt

    Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt. Der in der letzten Auszeit des TV Nieder-Olm aus den Lautsprechern dröhnende Mundharmonika-Ohrwurm des Blockbusters „Spiel mir das Lied vom Tod“ war wohl ein unheilschwangeres Omen für die Drachen. Schleichend kam Nieder-Olm heran. Erst zwei technische Fehler der Wormser, dann ein satter Wurf von Jona Eschbach ans Lattenkreuz und schließlich noch ein Stolperer von Theo Schönmehl frei vor dem gegnerischen Tor brachten insbesondere den wieselflinken Niklas Glindemann zu drei blitzsauberen Treffern aus Gegenstößen heraus.

    Derby-Drama nimmt seinen Lauf

    Urplötzlich und unbegreiflicherweise stand keine Minute vor dem Spielende ein 28:28-Remis auf der Anzeigetafel zu lesen. Aber Worms hatte den Ball, hatte den letzten Angriff, hatte die Chance, die als äußerst unglücklich zu bewertende Punkteteilung zu vermeiden. Pustekuchen. Just Marco Kimpel, dem besten Spieler auf der Platte, unterlief ein Fehlpass auf Florian Krekel, der davon saust. Ein Wurf, ein Tor und keine Sekunde später der Abpfiff. Entsetzen gepaart mit ungläubigem Staunen. Man musste schon auf den Ergebnisbogen schauen, um zu begreifen, dass die HSG Worms als Verlierer vom Platz ging. Das Derby-Drama war für die Drachen zur bitteren Realität geworden.

    Handball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar Männer:
    HSG Worms – TV Nieder-Olm 15:14 (28:29)
    HSG Worms: Volk, Wald; Hofferberg, Schwarz (4), Esra Eschbach, Schönmehl (1), Lukas Hochgesand (1), Muhovec, Kimpel (10), Freitag (1), Druck (4), Knobel (5), Streuber (2), Jona Eschbach.
    Zuschauer: 100.
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