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So., 11. August 2024, 18:59 Uhr
Verbandsliga Südwest: Pfeddersheim verliert mit 2:4 gegen TSV Gau-Odernheim bereits zum zweiten Mal in dieser Saison / Am Samstag gegen Hauenstein
Das war der nächste Nackenschlag …
Dass Fabio Moreno Fell (links) ein Kandidat in der letzten Wechselperiode bei der Wormatia war, zeigt seine Qualitäten. Dies musste auch Moritz Maurer nahtlos anerkennen. Ihn völlig auszuschalten war die TSG-Defensive nicht in der Lage. Foto: Felix Diehl
Von Marcus Diehl › Im der ersten Halbzeit eine Klasse-Partie abgeliefert, in zweiten Halbzeit ein Spiel auf Messers Schneide. Was dann ab der 80. Minute passierte, lässt die Anhänger der TSG Pfeddersheim ratlos zurück. Denn sie verlor nach einer 2:1-Führung gegen den TSV Gau-Odernheim dort am Ende mit 2:4. Nach dem Ausgleich hatte die Mannschaft so ziemlich alles vermissen lassen. Mit einer Körpersprache, die schockieren muss und zahlreiche Fragen aufwirft. Dazu kommentierte Trainer Nauwid Amiri: „Für das, was in den acht Minuten passiert ist, habe ich kein Verständnis. Es ist nicht erklärbar, was wir da abgeliefert haben.“
Die TSG hatte zunächst alles im Griff und schlug dann sich selbst. Warum nur? Absolut unnötig! Die TSG war ja keineswegs die schlechtere Mannschaft und trotzdem fiel sie auseinander.
Nach einem zehnminütigen Abtasten übernahm die TSG das Kommando. In Führung gingen trotzdem die Gäste. Auch, weil sie einen Fabio Moreno Fell in ihren Reihen haben. Gesucht wird er von seinem Team bei jedem Ball. Nach einem langen Pass holte er sich den Zweikampf und versenkte den Ball eiskalt.
Fell als Ausnahmekönner
„Wir wussten, dass jeder Ball in die Spitze auf Moreno Fell geht. Das Tor war fast nicht zu verteidigen. Er hat in dieser Liga nichts zu suchen“, so Nauwid Amiri über den Ausnahmekönner. Pfeddersheim blieb in der Folge das bessere Team. Mit zwei schönen Treffern wurde die Partie noch vor der Pause gedreht. Mit einer direkt verwandelten Ecke traf zunächst Danny Blum zum Ausgleich. Die Führung machte dann Halil Anli. Alles nahm seinen erhofften Verlauf, man freute sich über eine hochverdiente Führung für die TSG.
Die Gäste kamen dann mit mehr Schwung aus der Kabine. Doch Alexander Biedermann musste für die Vorentscheidung sorgen. Aus wenigen Metern schoss er Torhüter Daniel Diel an. Nauwid Amiri dazu: „Geht der rein, gewinnen wir das Spiel. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein. Aber Alexander hatte unter der Woche noch eine Corona-Infektion. Wie noch einige andere im Team. Dazu haben wir noch zwei Urlauber.“
Kaderbreite fehlt
Vielleicht fehlt es in der Kaderbreite. Mit einfachen Fehlern hatte die TSG die Gäste auf die Siegerstraße gebracht. Bei allen drei folgenden Toren leistete sie Schützenhilfe. Jeweils nach Ballverlusten im Spielaufbau konnten Fabio Moreno Fell und Aleksandar Dimitrijevic locker die Treffer erzielen. Der Höhepunkt an Unzulänglichkeiten war der letzte Treffer. Nach einer zunächst abgewehrten Ecke stand Jakob Friedrich an der Fünfmeter-Linie völlig alleine und traf. Statt das Tor zu verhindern, liefen alle Pfeddersheimer weg und machen Platz. In diesem Fall kann von Arbeitsverweigerung gesprochen werden …
In der Kabine hängt noch eine Tafel, wer bei Standards für wen eingeteilt wurde. Nauwid Amiri resümierte: „Wir waren definitiv die bessere Elf, stehen aber jetzt komplett hinter den Erwartungen zurück. Unsere selbst entfachte Euphorie ist durch uns selbst wieder verflogen.“ Aber noch ist die Stimmung nicht gekippt. Es macht aber nachdenklich, wenn einige Fans nach der Vorbereitung von Meisterschaft sprechen und zwei Wochen später den Abstiegskampf ausrufen.
Saison wird kein Selbstläufer
Die jetzigen Gäste waren keine „Laufkundschaft“. Jeder kennt ihre Qualitäten und davon, dass die Saison kein Selbstläufer wird, kann ausgegangen werden. Es ist auch keine Schande, gegen Gau-Odernheim zu verlieren. Jedes Team ist heiß, gegen die TSG anzutreten und einen vermeintlich Großen der Liga zu ärgern. Ärgerlich war nur jene Zeit des jüngsten Spieles, in der die Gegentore zwei bis vier gefallen sind. Darüber müssen die Verantwortlichen sich unterhalten, denn so kann es nicht weitergehen. So einzubrechen und keine Gegenwehr zu zeigen, kann nicht der Maßstab der Truppe sein. Aber das dürfte sie selbst wissen.
Am kommenden Samstag, dem 17. August, um 17 Uhr, geht es im heimischen Uwe-Becker-Stadion um 17 Uhr gegen den SC Hauenstein.