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  • Sa., 08. Juli 2023, 08:00 Uhr
    WORMS: Ausschüsse sprechen sich für Standort Am Neumarkt aus

    Das Welterbe braucht ein Besuchszentrum

    Hier in einem ehemaligen Wettbüro entsteht im Ergdeschoß das neue Besuchszentrum.
    Foto: Robert Lehr

    Von Alexandra Kaal › Durch die Auszeichnung der SchUM-Stätten als UNESCO-Weltkulturerbe angetrieben, gilt es, ein SchUM-Besuchszentrum zu eröffnen. Neben Sonderausstellungen soll das Zentrum auch Veranstaltungen und Seminare anbieten. Im Vorfeld wurden 19 Standorte geprüft und getestet, von diesen kamen zwei in die Endauswahl.

    Am Mittwoch, dem 5. Juli, haben nun Haupt- und Finanz- sowie Kulturausschuss darüber abgestimmt, welche der Optionen genutzt werden soll. Dr. David Maier, der Kulturkoordinator der Stadt Worms, stellte während der Debatte die hohen Potentiale einer Förderung des Projekts heraus: „Ich habe in vielen, vielen Jahren Kulturarbeit noch kein Thema erlebt, bei dem im Vorlauf schon so viele Türen geöffnet wurden, was potenzielle Drittmittel angeht.“

    Experte wirbt für ehemaliges Gesundheitsamt

    Entgegen der durchschimmernden Präferenz Till Schweizers, des für eine Machbarkeitsstudie beauftragten Architekten, wurde am Ende der Debatte für den Standort Neumarkt 10 entschieden. Dabei handelt es sich um ein leerstehendes Ladenlokal, das im Vergleich weitaus weniger Raum zur Entfaltung des Zentrums bietet.

    Zusätzlich dazu müssten Büroräume für die Verwaltung angemietet und ein Seminarraum auf dem Parkplatz errichtet werden. Allerdings halten die meisten Touristenbusse in der Hagenstraße, zu welcher der Neumarkt näher gelegen ist.

    Der alternative Standort im ehemaligen Gesundheits- und Katasteramt an der Andreasstraße wurde mehrheitlich abgelehnt, weil ein weitreichender Um- oder vollständiger Neubau notwendig wäre, unter anderem um die Barrierefreiheit des Gebäudes zu ermöglichen. Allerdings ist – laut Schweizer spätestens in 10 bis 15 Jahren – auch am Neumarkt eine Kernsanierung notwendig. Somit müsste dann ein neuer Standort gesucht werden.

    Im Vergleich hierzu böte das ehemalige Gesundheitsamt nach einer zu erfolgenden Kernsanierung eine langfristige Bleibeperspektive. Und es böte die Option, auch die Tourist Information in die Räumlichkeiten zu integrieren, womit Synergieeffekte erzielt werden könnten. Des Weiteren wurden Investitionskosten und langfristiger Energieverbrauch verglichen. Höheren Investitionskosten aufgrund baulicher Maßnahmen beim ehemaligen Gesundheitsamt stünde dann Jahr für Jahr ein geringerer Energieverbrauch entgegen. Im ehemaligen Ladenlokal am Neumarkt hingegen fallen zwar die Investitionskosten ungleich geringer aus, dafür ist mit jährlich höheren Energiekosten zu rechnen.

    Neumarkt schneller umsetzbar

    Bei der Entscheidung für den Neumarkt wurde vor allem betont, wie schnell die Fläche im Vergleich verfügbar wäre, allerdings würde die Umsetzung auch hier dauern. Um möglichst schon in diesem Jahr ein Besuchszentrum anbieten zu können, strebt die Stadt ein Provisorium an. Auch das Entsiegeln und die damit zusammenhängende Aufwertung des Neumarktes standen im Vordergrund – wobei dies jedoch ohnehin bereits im Zusammenhang mit dem städtischen Tourismuskonzept geplant ist.

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