Theatergruppe Szene9: Uraufführung mit hoher Emotionalität und reduziertem Bühnenbild im LincolnTheater
„Das Zimmer der Verbliebenen“
In dem Stück „Das Zimmer der Verbliebenen“ von Autor Constantin Schwab spielen Josephine Ludwig, David Zerfaß, David Heilig, Kiril Welkow, Benedict Schulz und Lena Leidemer (von links) eine Gruppe junger Menschen, deren emotionale Verletzungen sehr tief gehen und langsam nur zum Vorschein kommen. Foto Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Ungewöhnlich wenige Akteure zeigen ein Stück, das man eher nicht im Jugendtheater erwartet. „Schwere Kost“ sozusagen, anspruchsvoll in der glaubhaften Umsetzung der tiefen Emotionalität, die bis zum Wendepunkt des Stückes unter der Fassade der Charaktere verborgen bleibt, dann aber vehement aufbricht. In einem Lagerraum in dem sich viele Kartons stapeln, entwickelt sich das Stück in dem 5 junge Leute von einem Raubzug eine Geisel Maria gespielt von Josephine Ludwig mitbringen, die das Gefüge der Gruppe auf den Kopf und ihre Regeln in Frage stellt.
Maria verwickelt die jungen Leute die abweisende Vicki, Lena Leidemer, den intellektuellen Ben, Benedict Schulz, den Leistungssportler Max, David Zerfaß, den introvertierten Albert, David Heilig und den neugierigen Clemens, Kiril Welkow, in ein ungewolltes Gespräch. Erst ablehnend aber dann die Gelegenheit zum Erzählen nutzend entwickeln die einzelnen Charaktere ihre Schlüsselerlebnisse, die sie in diese Gruppe geführt haben. Schuldgefühle, Verzweiflung, Verlassen sein, Anklage, Verantwortung für den gescheiterten Vater – in diesem Fall gespielt von Arnulf Kaju Kienast – all das bricht aus den Protagonisten heraus und führt am Ende in einem offenen Schluss zum Alleinlassen der Geisel Maria in dem Zimmer, das bisher als Zuflucht der fünfer Gruppe gedient hatte.
Als weiteres Stilelement dient Mayer neben dem reduzierten Bühnenbild die Musik, die von, in das Bild integrierten, Musikern der Jugendmusikschule, Levi Geier, Xixi Gabel, Barbara Gote, Daniel Nachtersheim, Christian Panzer geleitet von Jan Yang, das Geschehen auf der Bühne ergänzt und kommentiert. Letzte Gelegenheit das Stück zu sehen ist am kommenden Freitag, dem 26. Juni um 20 Uhr im Lincoln Theater. Die Karten gibt es für 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) bei der Goldschmiede Kienast am Schlossplatz, dem Café Ginko in der Von-Steuben-Str. 13 oder unter www.szene9.de und per Mail info@szene9.de