Ministerpräsidentin Malu Dreyer informierte sich beim Wormser IT-Unternehmen Kobil Systems über Möglichkeiten zum Schutz vor Datenmissbrauch
Datensicherheit im Fokus des Besuchs von Malu Dreyer
Besuchstermin der Ministerpräsidentin beim Kobil Systems. Von links: Ismet Koyun, Malu Dreyer, Michael Kissel und Dilara Koyun. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte am Mittwochnachmittag das Wormser IT-Unternehmen Kobil Systems. Im Kern des mehrstündigen Gesprächs standen Ideen und Möglichkeiten, um zu mehr Datensicherheit zu gelangen. Der Inhaber und Gründer des Unternehmens, Ismet Koyun, führte aus, dass es den großen, weltweit agierenden Internetplattformen und sozialen Medien nicht nur darum gehe, Daten und Fakten über ihre Nutzer zu erhalten, sondern auch über deren Gewohnheiten und deren Kaufverhalten Bescheid zu wissen. Die persönlichen Daten gehörten aber in die Privatsphäre und in geschlossene Systeme, zu denen nur bestimmte Personen „Zutritt“ hätten. Sein Unternehmen habe daher eine Verschlüssungssoftware mit Namen „mPower“ entwickelt, die er ab September 2018 an den Markt bringen möchte. Mit dieser Software könnte Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen intern kommunizieren, sodass fremde keinen Zugriff auf die Daten der Nutzer hätten.
Sichere Datenverbindungen
Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei ihrem Besuch in Worms: „Menschen und Unternehmen müssen sich auf die Sicherheit ihrer digitalen Technologie verlassen können, denn sie ist ein mögliches Einfallstor für Wirtschaftskriminalität, Datenmissbrauch und Spionage. Deshalb müssen sich Digitalisierung und Cybersicherheit gemeinsam weiterentwickeln.“
Wormser Unternehmen mit Perspektive
Oberbürgermeister Michael Kissel bezeichnete die Firma Kobil als eine große Erfolgsgeschichte und ein beeindruckendes Bespiel für Existenzgründungen in der Nibelungenstadt.
Gegründet wurde die Kobil Systems GmbH 1986 von Ismet Koyun in einem Wormser Studentenwohnheim. Zunächst als Hersteller von hochsicheren PCs mit einer zusätzlichen Verschlüsselung der Festplatte. Schon bald setzte die Firma auf das Thema Datensicherheit bei Internet-Transaktionen und lieferte das erste Chipkartenlesegerät, das vom Zentralen Kreditausschuss zugelassen war – ein wichtiger Schritt für die Verbreitung des Online-Bankings. Mittlerweile werden in Deutschland rund 85 Prozent aller TAN Generatoren für das Online Banking von Kobil geliefert. Nach wie vor erwirtschaftet das Unternehmen den meisten Umsatz mit verschiedenen Chipkartenlesern. Jedoch nimmt der Umsatz aus Software-Lösungen, bei denen alle Funktionen von einer mobilen App erfüllt werden, kontinuierlich zu. Die Kobil Systems GmbH hat eine Tochtergesellschaft in den USA und weitere Standorte in Darmstadt, in der Schweiz und in der Türkei. Zusätzlich beschäftigt das Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Großbritannien, Frankreich und Polen.