
Von Marcus Diehl › Die Zuschauer bei der TSG Pfeddersheim sind seit der letzten Saison schon einiges gewohnt, was das Negative betrifft. Eine Klasse tiefer sollte mit neuem Personal alles besser werden. Jetzt, nach neun Spieltagen, ist gefühlt alles schlechter geworden. Wie fragte ein Zuschauer so schön: „Was kann man über so ein Spiel positiv schreiben?“ Die Antwort ist einfach zu geben – geht nicht, wenn über die TSG berichtet werden soll. Wenn es den Gegner betrifft – nur Positives.
Die TSG Pfeddersheim verliert gegen TB Jahn Zeiskam mit 0:5 (0:3). Es war ein Debakel für die TSG. Nicht einmal in der Abstiegssaison wurde das Team so auseinander gespielt, wie gegen Zeiskam.
Die Gäste haben auch einen hochkarätigen Kader beisammen. Es ist keine Schande, gegen Zeiskam zu verlieren. Aber wie das Team von Trainer Nauwid Amiri aufgetreten ist, ist dem Verein nicht würdig. Mit drei Siegen am Stück geht bei Zeiskam, die ihre Probleme am Anfang der Saison hatten, die Spirale nach oben. Bei der TSG scheint sie eher weiter nach unten zu gehen.
Von der ersten Sekunde an war es demütigend für die TSG, denn deren Spieler waren in allen Belangen haushoch unterlegen. Die Gäste traten wie eine Spitzenmannschaft auf; die TSG wie ein Abstiegskandidat. Zeiskam kam hellwach auf den Kunstrasenplatz. Die TSG war mit ihren Gedanken noch in der Kabine. Anders sind die schläfrigen zwei Minuten nicht zu beschreiben. Rouven Amos bekam keinen Zugriff gegen Leon Ohlinger; dadurch konnte er die Flanke nicht verhindern. Am langen Pfosten stand dann Marvin Benefo völlig alleine gelassen und köpfte den Ball ins lange Eck von Torhüter Leon Guth. In Spielminute zwei lag der Gast schon in Front.
Es folgte eine Machtdemonstration von Zeiskam. Die Defensive der TSG war absolut überfordert. Mittelfeld und Angriff fanden überhaupt nicht statt. Eine Halbchance kurz vor dem Abpfiff konnte sich die TSG erspielen.
Alle Statistiken, die im modernen Fußball heutzutage geführt werden, konnte Zeiskam für sich entscheiden. Sogar die Sünderdatei sprach für sie. Beim Stande von 0:5 bekamen sie eine Zeitstrafe wegen eines Foulspiels. Die TSG mit dem Adler auf der Brust bekam nicht eine Gelbe Karte. Als Friedenstauben wehrten sie sich nicht einmal gegen das Debakel.
Der nächste Treffer war ein typisches TSG-Gegentor: Ein verlängerter Eckball bugsierte Edonart Leposhtaku ohne Probleme ins Tor. Ob es das Zweikampfverhalten betraf oder auch das Umschaltspiel, die Gäste ließen Ball und Gegner laufen und zeigten eindrucksvoll, wie ein Spiel in der Verbandsliga anzugehen ist. Sie spielten sich in einen Rausch, auch weil die TSG es zugelassen hat. Dann können auch solche Traumtore fallen, wie beim 0:3. Ohne Bedrängnis knallte Nico Kruppenbacher den Ball aus zwanzig Metern in den Winkel. Sekunden vor der Pause der Stimmungskiller.
Das Trainerteam kam nach wenigen Minuten schon wieder aus der Kabine. Die Defensive wurde umgestellt. Das Team sollte sich untereinander Gedanken machen, was sie in der ersten Hälfte auf den Platz gebracht haben.
Alle Hoffnungen auf Besserung wurden jäh zerstört. Ohne Gegenwehr kombinierten sich die Gäste zum nächsten Tor. Ein einfacher kurzer Pass durch die Mitte und Martin Musulin stand frei vorm Tor und traf.
In der 64. Minute das fünfte Gegentor. Endurance Edosomwan war ein Schritt schneller als Torhüter Leon Guth und hob den Ball in den Kasten. Die Gäste hatten einfach Lust auf Fußball. Mit noch mehr Ernsthaftigkeit hätte es noch schlimmer für die TSG kommen können.
Bei der TSG muss sich schnellstens was ändern. Die Verantwortlichen sollten sich Gedanken machen. Elf Fußballer machen noch kein Team. Es war kein Leben auf dem Platz. Es kann das Trainerteam nicht alleine verantwortlich sein.
Die Spieler, die am Sonntag ohne Gier und Wille auf dem Platz vorgeführt wurden, sollen sich an die eigene Nase fassen. So kann es nicht weitergehen. Am schlimmsten ist es, wenn die Zuschauer schon nicht mehr meckern. Denn sie nahmen es am Ende mit Humor.
Am Freitagabend um 19.30 Uhr in Steinwenden müssen sie zeigen, dass sie gewillt sind, es besser zu machen. Ohne Wenn und Aber, so kann es bei der TSG nicht weitergehen.