Mit einem 3:1-Sieg nach Sätzen gewann der Japaner Masato Shiono gegen den Weltranglisten-Sechsten Dimitrij Ovtcharov, das EWR Tischtenis-Masters 2015 in der voll besetzten BIZ-Südhalle. Foto: Klaus Diehl
VON KLAUS DIEHL/JJ Die Jagd beginnt. Der letzte Ballwechsel einer der insgesamt 16 Partien beim EWR Masters 2015 ist kaum gespielt, da setzt sich die wilde Horde auch schon in Bewegung. Erst sind es „nur“ ein paar Kinder, dann ein gutes Dutzend, bald bildet sich um Patrick Baum, Dimitrij Ovtcharov, Jan-Ove Waldner, Jörgen Persson oder Werner Schlager eine riesige Traube von kleinen und auch so manchem großen Autogramm-Jäger.
Weltstars zum Anfassen Geduldig signieren die Tischtennis-Stars Autogramm-Karten, Schläger-Hölzer, Schläger-Mäppchen, Trikots und was sonst auch noch immer zu unterzeichnen ist. Jeder Wunsch nach einem Erinnerungsfoto wird von den weltbesten Tischtennis-Spielern erfüllt.
Weltstars zum Anfassen – das ist das von der EWR AG präsentierte international hochrangig besetzte EWR Masters 2015 am Sonntag, dem 1. Februar.
Drei Generationen an Tischtennis-Größen treffen aufeinander. Jan-Ove Waldner, mit 49 Jahren der älteste Tischtennis-Künstler unter den zwölf Profis, schafft es sogar ins Halbfinale.
„Es ist nach wie vor eine Augenweide, diesem Tischtennis-Idol aus meiner Jugend zuzuschauen“, schwärmt Peter Dietrich, der Tischtennis-Chef des TV Leiselheim, dessen Verein zusammen mit der Stadt Worms als Ausrichter des Mega-Events fungiert.
Umso mehr Stolz dürfte Peter Dietrich wohl empfunden haben, als Jan-Ove Waldner, Schwedens vielfacher Sportler des Jahres, ihn und seine Mannen – allen voran Leiselheims Turn-Abteilungsleiter Frank Schembs und dessen Truppe, mit den Worten lobt: „Das ist ein super Turnier mit einer klasse Stimmung unter den Zuschauern, wie man es nur ganz selten so prima organisiert vorfindet.“
Baum in guter Form Apropos Begeisterung: Die rief auch der Flörsheim-Dalsheimer Patrick Baum allenthalben hervor. Nach einer fast fünfmonatigen Pause präsentierte sich der Wormser Weltklasse-Athlet nach nur kurzer Trainingsphase prima in Schuss. „Mich wundert es nicht, dass Patty hier in seiner Heimatstadt so toll auftrumpft. Patty ist eben ein Weltklasse-Spieler“, verteilte Dimitrij Ovtcharov ein dickes Kompliment an seinen Freund.
Erst im Halbfinale war für Patrick Baum Schluss, der gegen seinen Freund Dimitrij Ovtcharov (links) nach Sätzen mit 1:3 den Kürzeren zog. Foto: Klaus Diehl
Im Halbfinale hatte dann allerdings der Weltranglisten-Sechste in einem von langen Topspin-Duellen nur so gespickten rasanten Match in vier Sätzen mit 3:1 die Nase vorne. Patrick Baums Comeback auf die große Tischtennis-Bühne war ein Highlight der EWR Masters. Die genialen und beim 1.050 Köpfe zählenden Publikum bestens ankommenden Showeinlagen der Ex-Weltmeister Steffen „Speedy“ Fetzner, Werner Schlager (Österreich) und Jörgen Persson (Schweden) waren ein weiteres Highlight eines kurzweiliges Turniers auf höchstem sportlichen Niveau.
Und was die Fans ganz besonders in den Bann zog, war das Aufeinandertreffen der besten Angreifer und Abwehrer. Wie etwa im Finale, in dem der Japaner Masato Shiono schier alles auf den Tisch zurückbrachte, was Deutschlands Topspieler Dimitrij Ovtcharov an Topspin-Salven abfeuerte.
Nach vier Sätzen mit unfassbar spektakulären Ballwechseln nutzte Shiono gleich seinen ersten Matchball im vierten Durchgang zum 3:1-Sieg. Das erste EWR Masters hatte einen verdienten Sieger nach sechs Stunden feinstem Sport mit jeder Menge Show und Spaß garniert gefunden.
Siegerehrung beim EWR Tischtennis-Masters im BIZ Süd, von links: Bernd Dörsam (Hallensprecher), Jürgen Jaap (TV Leiselheim), Patrick Baum (3. Platz), Helmut Antz (EWR AG), Jan-Ove Waldner (3. Platz), Dimitrij Ovtcharov (2. Platz), Günter Reichart (EWR), Masato Shiono (Sieger), Uwe Franz (Sportdezernent Worms). Foto: Klaus Diehl