Di., 20. Juni 2017, 15:36 Uhr
In Worms sollen die Aktivitäten und Projekte der Ruanda-Hilfe gebündelt werden
„Dein Tag für Afrika“
Bundesweit lassen heute Jugendliche die Schule ausfallen, um die Kampagne „Dein Tag für Afrika" der Organisation „Aktion Tagwerk" zu unterstützen. Statt zu büffeln, jobben die jungen Leute, um Geld für die Aktion zu sammeln. Ein afrikanisches Land unterstützt Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren: 1982 besiegelten das Bundesland und die Republik Ruanda durch einen Briefwechsel zwischen den beiden Regierungen die erste Partnerschaft unter einem Bundesland und einem afrikanischen Land. Grundgedanke war von Anfang an, eine Partnerschaft zu entwickeln, die dezentral und bürgernah organisiert sein sollte. Seither haben auch rheinland-pfälzische Kommunen und Landkreise Fördervereine zur Unterstützung des afrikanischen Partnerlandes gegründet, beispielsweise der Kreis Alzey-Worms oder die Stadt Landau. Auf Anregung der beiden Landtagsabgeordneten Jens Guth und Heribert Friedmann trafen sich nun im Wormser Rathaus unter der Leitung von Oberbürgermeister Michael Kissel Vertreter der Ruanda-Vereine, um eine Strategie für Worms zu entwickeln, denn zahlreiche Schulen und Vereine in der Nibelungenstadt organisieren regelmäßig Spendenaktionen für Ruanda. Heribert Friedmann hatte im vergangenen Jahr selbst Ruanda bereist und sich einen Eindruck von der Situation vor Ort gemacht. Davon konnte auch Dr. Richard Auernheimer, Vorsitzender des Vereins Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda, berichten: „Wir erleben aktuell eine starke Entwicklung in den Bereichen Wirtschaft und Bildung. Außerdem verbessert sich auch die Situation für Frauen und Kinder zusehends“, erläuterte Auernheimer.
Ruanda-Hilfe bündeln
Ziel sei es, dem Engagement für Ruanda in Worms eine Struktur zu geben, verdeutlichte OB Kissel. Christine Müller, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins des Kreises, erläuterte deshalb die Voraussetzungen für eine Vereinsgründung, die – wie aus ihrer Schilderung deutlich wurde – mit einigem Aufwand verbunden ist. Der Wormser Stadtchef sprach sich deshalb dafür aus, sich an den Verein des Kreises anzugliedern. Doch hierfür reichten dessen personelle Kapazitäten nicht aus, machte Müller deutlich. „Ich würde mir wünschen, dass die Aktivitäten und Projekte in Worms gebündelt würden, bevor wir einen eigenen Verein gründen“, so OB Kissel. Diese Lösung favorisiert auch Dr. Carola Stein aus dem Referat Partnerland Ruanda/Entwicklungszusammenarbeit. „Denkbar wäre, zunächst einen Freundeskreis zu bilden, in dem alle Kräfte und Aktivitäten zusammenlaufen“, erläuterte sie.
Gezielt Projekte fördern
Die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda gestaltet sich in der Form, dass die ruandischen Partner in eigenverantwortlicher Arbeit Projekte vorschlagen, die ihnen am dringlichsten und notwendigsten erscheinen. Auf der rheinland-pfälzischen Seite bemühen sich die Partner dann darum, die finanzielle und materielle Unterstützung bereitzustellen – etwa über Vereine wie den Förderverein des Landkreises. Auch die Anzahl der Schulpatenschaften sei wieder deutlich angestiegen, berichtete Dr. Carola Stein. „Die fortschreitende Technik erleichtert den Austausch. Die Schulen können auf schnellem Wege Bilder und Texte hin- und herschicken und die Entwicklungen in Ruanda zeitnah mitverfolgen“, berichtete sie.