Harald Storch übergibt 3.590 Euro „Geburtstagsgeld“ für Migrationsarbeit
Dekan würdigt Arbeit des Diakonischen Werks
Anne Fennel, Leiterin des Diakonischen Werks Worms-Alzey, freut sich mit Dekan Harald Storch und Präses Alexander Ebert über 3.590 Euro für die Migrationsarbeit.
Stolze 3.590 Euro sind auf Initiative von Dekan Harald Storch zusammen gekommen. Anlässlich seines 60. Geburtstages hatte der Geistliche darum gebeten, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen für die Migrationsarbeit des Diakonischen Werks zu spenden. Anne Fennel, Leiterin des regionalen Diakonischen Werks Worms-Alzey, nahm den symbolischen Scheck mit großer Freude entgegen.
Der größere Teil des Geldes (75 Prozent) kommt der Migrationsberatung sowie Flüchtlingen zu Gute, die Hilfe durch das Diakonische Werk erfahren. Sprachkurse als Schlüssel zur Integration werden durch das Diakonische Werk angeboten, aber auch in Einzelfällen bezuschusst. So erinnert sich Fennel etwa an eine syrische Ärztin, die einen berufsspezifischen Sprachkurs besuchen und ein Praktikum absolvieren musste, um ihren Beruf in Deutschland ausüben zu können. Die Kosten wurden in diesem Fall nicht kurzfristig von anderen Kostenträgern übernommen.
Schnelle und unkomplizierte Hilfe Akute, individuelle Notlagen erfordern ebenfalls die Hilfe des Diakonischen Werks. So komme es etwa vor, dass Hinterbliebene die Beerdigungskosten für Familienmitglieder, die während der strapazierenden Flucht oder im Heimatland verstorben sind, nicht tragen können, berichtet Anne Fennel. Generell seien die Notlagen so unterschiedlich wie die Menschen, die von ihnen betroffen sind und immer verbergen sich Leid und Hoffnungslosigkeit dahinter. „Durch die schnelle und unkomplizierte Hilfe werden Perspektiven eröffnet. Die Menschen fassen neuen Lebensmut“, so Fennel.
Nicht selten würden die Neuangekommenen in Deutschland auch von hohen Energiekosten, insbesondere von Nachzahlungen im Anschluss an die Heizperiode überrascht. Zum einen herrschen in den Herkunftsländern oftmals andere klimatische Bedingungen, zum anderen sei das System der Abschlags- und Nachzahlung für Viele zunächst unverständlich. „In diesen Fällen stehen wir beratend zur Seite“, erklärt Fennel.
„Familienzusammenführungen beschäftigen uns derzeit vermehrt“, informiert Fennel über den Arbeitsalltag des Wohlfahrtsverbandes. Das Diakonische Werk nimmt Kontakt mit den Behörden auf, um die meist aus Syrien, Afghanistan oder Pakistan stammenden Familienväter zu unterstützen, ihre Frauen und Kinder nach Deutschland zu holen. Für Letztere ist der Weg in die Sicherheit oftmals zu gefährlich und so warten in diesen Tagen viele Familienangehörige in der Südtürkei auf Nachricht einer gelungenen Flucht, verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Die Kosten für die Familienzusammenführungen tragen zu je einem Drittel das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands (Bundesebene), das Diakonische Werk Hessen sowie die Familienangehörigen selbst. „Wenden sich Angehörige mit der Bitte auf Familienzusammenführung an uns, deren Mitglieder ohne Wissen auf Verbleib während der Flucht getrennt wurden, arbeiten wir mit dem Internationalen Roten Kreuz“, weiß Fennel zu berichten.
Ein Viertel der Spende, die von Dekan Harald Storch übergeben wurde, fließt in die Stadtteilarbeit im Wormser Süden. Das Wohngebiet wurde als „sozial benachteiligt“ ausgewiesen und wird in der Mehrzahl von einkommensschwachen und kinderreichen Familien unterschiedlichster Nationalitäten bewohnt.
Bildung und damit Chancengleichheit Täglich besuchen gut 60 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis vierzehn Jahren die Spiel- und Lernstube „Die Vorstadtkrokodile“, deren Ziel es ist, den Kindern des Wohngebietes frühzeitig Zugang zu Bildung und damit Chancengleichheit und Integration zu ermöglichen. Zentrale Bestandteile der Arbeit in diesem Wohngebiet sind zudem die Integration von ausländischen Bewohnern und der interkulturelle Austausch. Dabei arbeitet die in der Spiel- und Lernstube tätige Quartiermanagerin eng mit der demokratisch gewählten Bewohnerinitiative zusammen, um auch an der strukturellen Verbesserung der Lebensbedingungen und der Entwicklung des Wohngebietes mitzuwirken.
„An dieser Stelle muss die wirklich hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Worms erwähnt werden“, so Anne Fennel. Der Dekan fühlt sich der Arbeit im Wormser Süden besonders verbunden, sei es doch ein „gelungenes Beispiel für die nachhaltige Unterstützung eines Wohnbezirks und der Menschen, die sich dort verwurzeln“, Storch begleitet die Einrichtung seit dem Beginn seiner Berufstätigkeit in Worms, dies sind nun bereits 31 Jahre.
„Die Arbeit des Diakonischen Werks macht die christliche Nächstenliebe sichtbar, die in diesen Tagen an so vielen Orten vermisst wird“, so Alexander Ebert, Präses des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau, „wir freuen uns, dass so Viele dem Spendenaufruf gefolgt sind“. Das hohe Spendenaufkommen sei auch ein Zeichen für die Wertschätzung und das Wirken von Dekan Harald Storch, vermutet Anne Fennel. Dieser bleibt bescheiden: „Ich glaube, dass die Menschen einfach merken, dass Mitgefühl und Hilfsbereitschaft gerade 'dran' sind.“
Das Diakonische Werk nimmt gerne weitere Spenden entgegen. Bei Interesse finden Sie Informationen unter www.worms.regionale-diakonie.de