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  • Mi., 30. Januar 2019, 09:29 Uhr
    Rheinhessen-Nahe: 21 Prozent der Menschen bildeten sich im Job weiter / Beschäftigte in Worms sollen ein „Recht auf Weiterbildung“ bekommen

    Dem Wandel in der Arbeitswelt Rechnung tragen

    Arbeitsplätze für die Digitalisierung fit machen: Wormser Beschäftigte sollen ein „Recht auf Weiterbildung“ bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben zuletzt lediglich 21 Prozent der Erwerbstätigen in der Region Rheinhessen-Nahe an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das sind zwar rund 93.000 Menschen – „aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, sagt Guido Noll von der NGG Darmstadt und Mainz.

    Neue Anforderungen
    Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Doch den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht einfach nebenbei“, so Noll. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend noch zur Volkshochschule zu gehen. Die NGG fordert deshalb eine „Qualifizierungsoffensive“ von Betrieben und Politik. Nur mit einem gesetzlich verankerten „Recht auf lebenslanges Lernen“ könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten.

    Weiterbildung schwierig wegen dünner Personaldecke
    Bisher wird die berufliche Weiterbildung allein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – etwa per Tarifvertrag – geregelt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Guido Noll: „Gerade in vielen kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Restaurants ist das ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt.“ Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften, so die NGG. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht.

    Die Gewerkschaft NGG fordert die Bundesregierung dazu auf, beim Thema Weiterbildung „Ernst zu machen“. Im Koalitionsvertrag ist zwar von einer „nationalen Weiterbildungsstrategie“ die Rede. Doch die umfasst bislang lediglich eine Beratung bei der Arbeitsagentur.

    Mit spitzem Stift rechnen sich die Chancen im Job besser: Fortbildung ist das A und O, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Immer mehr Jobs fordern digitales Know-how – in der Industrie genauso wie im Handwerk. Foto: NGG


     

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