Mi., 28. September 2016, 09:04 Uhr
Musikalisch umrahmter Vortrag am 3. Oktober im Wormser Rathaus anlässlich des Tages der Deutschen Einheit / Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen
„Demokratie jetzt“
Die Stadt Worms und der Runde Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Luthergemeinde laden am 3. Oktober um 11 Uhr ins Wormser Rathaus (Ratssaal, 2.OG) zu einem Vortrag anlässlich des Tages der Deutschen Einheit ein. Erinnert werden soll damit an die Bürgerbewegung in der DDR, die mit dem Slogan „Wir sind das Volk“ eine demokratische Verfassung einforderte, die sich auf Menschen- und Bürgerrechte stützt. Der derzeit zu beobachtende Versuch von Rechts, den Slogan völkisch zu vereinnahmen, ist genau das Gegenteil dessen, was die Bürgerbewegung von 1989 gegen einen Unrechtsstaat durchgesetzt hat. In der völkischen Propaganda geht es um Ausgrenzung von Minderheiten und eine nationalistische Einengung von Grundrechten.
Pfarrer Stephan Bickhardt spricht zum Thema „Widerstand - für Demokratie. Erfahrungen der Bürgerrechtsbewegung 89“. Bickhardt ist 1959 in Dresden geboren. Er verweigerte den Wehrdienst und war 1980 Mitbegründer der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR. Nach dem Studium der Theologie und Katechetik gründete er 1986 einen Untergrundverlag und organisierte zahlreiche illegale Lesungen und Diskussionen in Privatwohnungen. Er stand in Verbindung mit oppositionellen Gruppen in Polen und der Tschechoslowakei und zur west- und osteuropäischen Umwelt- und Friedensbewegung. 1989 war er Geschäftsführer von „Demokratie jetzt“ und 1990 Geschäftsführer des „Hauses der Demokratie“ in Berlin. Seit 1991 arbeitet er als Pfarrer, seit 2007 als Polizeiseelsorger in Leipzig.
Für die Musik sorgen Katharina Schmitt (Violoncello) und Christian Schmitt (Klavier). Zu hören sein werden Sarabande und Gigue aus der Cellosuite Nr. 3 C-Dur von Johann Sebastian Bach und die Sonate für Pianoforte und Violoncello Nr. 1 d-Moll, 1.Satz: Andante con moto und 2. Satz: Allegretto/Vivo e giocoso des Wormser Komponisten Friedrich Gernsheim. Oberbürgermeister Michael Kissel spricht ein Grußwort, Pfarrer Fritz Delp stellt den Redner vor. Die Veranstaltung steht in Zusammenhang mit der Ende Oktober im Rathaus zu sehenden Ausstellung der Gedenkstätte in Kreisau (Polen), die den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts in West und Ost zum Thema hat. Die Bürgerinnen und Bürger sind zur Veranstaltung herzlich eingeladen.