
Von Vera Beiersdörfer „Mein Vater hat mich geschlagen und vergewaltigt. Mein Kind ist von ihm“, dies ist nur eines von vielen schockierenden Zitaten, die zu lesen waren. Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Wormser Frauenhauses waren heute Vormittag auch zahlreiche politische Vertreter in die Untermühle nach Horchheim gekommen, um die wertvolle Arbeit der Mitarbeiterinnen zu würdigen. Rund 2.000 Frauen jeden Alters sowie verschiedenster Nationalitäten und Religionen suchten seit Gründung im September 1980 im Frauenhaus Worms Schutz vor häuslicher Gewalt. Etwa 2.400 Kinder wurden seither dort betreut. Die ausgelegten Zitate verdeutlichten, welchem immensen Leidensdruck die Frauen, und meist auch ihre Kinder, standhalten mussten, bevor sie sich für den Schritt entschieden, ihre Peiniger zu verlassen.

Gewalterfahrungen verarbeiten
Prof. Dr. Siegfried Englert betonte, dass es für ihn ein regelrechter Tanz auf einem sehr dünnen Drahtseil sei, eine Ansprache zum 35. Jubiläum des Frauenhauses zu halten. So sei die Tatsache, dass es eine solche Einrichtung überhaupt geben muss, für ihn als Mann sehr beschämend. „Frauenhäuser werden errichtet, weil Männer ihren Frauen, Lebensgefährtinnen und Töchtern das Leben zur Hölle machen“, so der Vorsitzende des DRK Kreisverbandes Worms e.V, dem Träger der Einrichtung.
„Hier zu Ihnen zu sprechen, weckt sehr ambivalente Gefühle in mir. So möchte ich andererseits nicht vergessen, dass es einem großartigen Team engagierter Frauen zu verdanken ist, dass in Worms seit 35 Jahren geholfen wird“. Worms war 1980 die erste rheinland-pfälzische Stadt und dritte Stadt im gesamten Bundesgebiet, in der ein Frauenhaus eröffnete.
Bereits 26 Jahre ist Helene Centner Leiterin des Frauenhauses. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen hilft sie, Opfern in Gesprächen Erlebtes zu verarbeiten sowie Grundlagen und Perspektiven für deren weitere, selbstständige Lebensplanung zu erarbeiten.
Rat und Hilfe finden betroffene Frauen u.a. unter folgenden Rufummern 06241/43591 (Frauenhaus), 06241/2088190 (Interventionsstelle des DRK) sowie 06241/88917 (Weißer Ring).
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