Tagesübung 2014 der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Monsheim mit 75 Einsatzkräften in drei Abschnitte unterteilt
Den Ernstfall geprobt
Einsatzkräfte retten während der Übung eine verletzte Person aus einem der verunglückten Fahrzeuge.
Es war kurz vor vier Uhr am Morgen, als Einsatzkräfte der Feuerwehreinheiten Monsheim und Offstein zu einem Verkehrsunfall mit zwei PKW und mehreren eigeklemmten Personen über digitale Meldeempfänger alarmiert worden sind. Ereignet hatte sich der simulierte Unfall auf der innerörtlichen Umgehungsstraße „An den Mühlen“ im Kurvenberiech in der Ortsgemeinde Monsheim. An der Übungseinsatzstelle bot sich ein spektakuläres Bild. Ein Pkw, der sich zuvor überschlagen hatte, lag seitlich an einem Baum. In diesem Fahrzeug befanden sich zwei Personen. Der andere verunfallte Pkw lag im Kurvenbereich gegenüber in einer Böschung. Auch dort konnte sich der Fahrer nicht mehr selbst befreien und war auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen. In kürzester Zeit wurde die Unfallstelle abgesichert, die Ausleuchtung vorgenommen und der Brandschutz sichergestellt. Parallel erfolgten durch den Einheitsführer der ersteintreffenden Feuerwehreinheit eine Ist-Aufnahme der Unfallstelle und die Abschätzung der Schwere der Verletzungen der Verunglückten.
Betreuung der Verunfallten
Im Anschluss wurde bis zum Eintreffen des Notarztes die Betreuung der Verunfallten vorgenommen. Im Nachgang setzte, in regelmäßiger Absprache mit dem Notarzt Herrn Kühn, der zum ersten Mal mit der Feuerwehr VG Monsheim in einer Übung einbezogen wurde, die Menschenrettung aus den Fahrzeugen ein. Vorab wurden die Fahrzeuge stabilisiert, sodass ein gefahrloses Arbeiten sichergestellt war. Die Menschenrettung ist mit technischem Gerät wie hydraulischer Spreizer und Rettungsschere, Rettungszylinder und anderes Handwerkzeug erfolgreich umgesetzt worden, um eine schonende Menschenrettung durchzuführen. In einer vertretbaren Zeit wurden alle Verletzte gerettet und fiktiv dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung und Zuführung in das nächstgelegen Krankenhaus übergeben. Um kurz vor sechs war die erste Übung beendet und die 19 Einsatzkräfte zzgl. der Mitglieder der Führungsstaffel begaben sich ins Feuerwehrhaus Monsheim, um das erste Frühstück einzunehmen und warteten auf die Alarmierung zur zweiten Übung.
Brand im Gebäudekomplex simuliert
Kurz nach halb sieben morgens erfolgte durch die Berufsfeuerwehr Mainz die Alarmierung der Feuerwehr zu dem Distributionslager der Fa. Deichmann ins Gewerbegebiet Monsheim. Dort hatte die automatische Brandmeldeanlage (BMA) einen Brand im Gebäudekomplex gemeldet. Die Feuerwehr VG Monsheim rückte entsprechend dem Meldebild und der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) zum Einsatzobjekt aus. Bei der Erkundung des erst eintreffenden Einheitsführers wurde schnell klar, dass bei dem Einsatz, auch aufgrund der Größe des Gebäudes, eine Nachalarmierung aller Feuerwehreinheiten der VG Monsheim und zusätzlich des Teleskopgelenkmastes der Feuerwehr Stadt Osthofen notwendig werden würde. Diese Nachalarmierungen erfolgten über die Feuerwehreinsatzzentrale im Feuerwehrhaus Monsheim.
Der mittlerweile eingetroffene stellv.Wehrleiter Timo Wendel übernahm die Einsatzleitung. Unterstützung in der Führungsarbeit erfuhr Wendel durch die Führungsstaffel der Feuerwehr VG Monsheim. Zügig wurde die Erkundung der gemeldeten Brandbereiche durch mit Atemschutz ausgerüstete Einsatzkräfte vorgenommen. Nachfolgende Einheiten wurden in die Lage eingewiesen und unterstützen die Menschrettung, die Absuche des Gebäudes sowie die Brandbekämpfung. Von außen wurden mehrere Unterflurhydranten für die Wasserversorgung eingesetzt, nicht zuletzt zur Einspeisung des Wenderohres des inzwischen eingetroffenen Hubrettungsfahrzeuges aus Osthofen. Während der Übung, die sich in der Führungsstruktur dynamisch veränderte, wurden Abschnitte für Menschenrettung, Absuche des Gebäudes, Brandbekämpfung und Atemschutz, einschließlich in Bereitstellung stehende Atemschutzgeräteträger, gebildet.
Um 09:00 Uhr war die Übung beendet und alle 68 eingesetzten Einsatzkräfte gelangten zum Feuerwehrhaus Monsheim, um sich zu stärken und die Löschfahrzeuge zu tauschen bzw. für die dritte Übung einsatzbereit zu machen.
Erstmals wurde während der Tagesübung auch ein Einsatzszenario auf dem Gelände der Firma DEICHMANN abgearbeitet.
„Wasserförderung über lange Wegstrecken“
Gegen 09:28 Uhr wurde zur Übung „Wasserförderung über lange Wegstrecken“ alarmiert. Die Wasserförderkomponente der Feuerwehr VG Monsheim, bestehend aus Mannschaft und Gerät der Feuerwehreinheiten Flörsheim/Dalsheim, Monsheim und Offstein, fuhren die Wasserentnahmestelle Pfrimmbrücke K 1 in Wachenheim an. Vor Ort erhielten die Verantwortlichen der eingesetzten Fahrzeuge vom Einsatzleiter Wendel ihre Aufgaben Sodann wurde die erste von zwei Wasserförderleitungen von 1000 m nach Mölsheim bis zum dortigen Trafohaus verlegt. Aufgrund der Länge und der Höhenunterschiede wurden pro Förderstrecke neben der Wasserentnahmestellenpumpe vier Verstärkerpumpe notwendig, um vor Ort bei der Wasserabgabe über das Wenderohr des Hubrettungsfahrzeuges aus Osthofen den erforderlichen Wasserdruck und -menge abgeben zu können. Parallel wurden auch alle TSF-W Feuerwehreinheiten aus Hohen-Sülzen, Mölsheim, Mörstadt und Wachenheim alarmiert, um eine parallele zweite Wasserförderstrecke zu verlegen und mit ihren Tragkraftspritzen die notwendige Unterstützung zu gewährleisten. 45 bzw. 56 Minuten nach dem Erstalarm konnte der Einsatzleiter eine vollständige und stabile Wasserförderstrecke dem Wehrleiter Michael Matthes vermelden, die ca. eine Stunde aufrechterhalten wurde, bevor das Kommando kam „Wasser halt und fertig zum Abbau“.
Im Feuerwehrhaus Monsheim sprachen vor dem verdienten Mittagessen Bürgermeister Ralph Bothe, Wehrleiter Michael Matthes und sein Stellvertreter Timo Wendel den eingesetzten Feuerwehrangehörigen Dank und Respekt für die Leistungen bei allen drei Übungen aus. Alle drei sind sich einig und überzeugt, dass solche Übungen neben dem Ausbildungsniveau dem Zusammenhalt und Stärkung der Kamerdschaft der Feuerwehr VG Monsheim dienen.
Wehrleiter mit Ergebnis zufrieden
Wehrleiter Michael Matthes ließ noch einmal in kurzen Passagen die drei Übungen Revue passieren. Er zeigte sich mit dem Gesamtergebnis mehr als zufrieden. Die Übungen haben Stärken und Schwächen gezeigt, die wertvolle Hilfe für die zukünftige Ausbildung darstellen. Sein Dank galt allen, die an der Übungsvorbereitung und -durchführung maßgeblich beteiligt waren. Der stellv. Wehrleiter Timo Wendel, der als Gesamteinsatzleiter bei allen drei Übungen mit der Führungsstaffel der Feuerwehr VG Monsheim fungierte, konnte am Ende des Tages ein positives Fazit ziehen. Im Führungsaufbau und der Durchführung wurden wichtige Ansätze umgesetzt, die es an der einen oder anderen Stelle bei zukünftigen Übungen zu verfeinern gilt.
Auch Bürgermeister Ralph Bothe, der das Übungsgeschehen ab 03:45 Uhr beobachtet und dokumentiert hatte, lobte die Leistungen der Einsatzkräfte und die gute Vorbereitung der aufwändig und realistisch gestalteten Übungsszenarien. Sein Dank galt der Firma Alfred Kulzer für die Bereitstellung der zwei Unfallautos, Firma Deichmann für das Übungsobjekt und den Anwohnern aus Wachenheim und Mölsheim für das Verständnis während der dreistündigen Wasserförderungsübung, insbesondere aber auch dem Küchenteam mit Astrid Milch und Jennifer Friedrich für die Vorbereitung und Durchführung von Frühstück und Mittagessen.