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Di., 26. April 2022, 09:38 Uhr
Handball Rheinhessenliga Männer: TG Osthofen unterliegt ungeschlagener HSG Nahe-Glan nach kämpferisch starker Leistung mit 26:32 (14:17)
Den souveränen Tabellenführer „angewackelt“
Allrounder der TG Osthofen mit großem Kämpferherz: Tim Kratz (am Ball) überzeugte im Heimspiel gegen den Rheinhessenliga-Dominator HSG Nahe-Glan als treffsicherer Schütze am gegnerischen Kreis, wie auch bei erfolgreichen Gegenstößen nach Ballgewinnen in der eigenen 5:1-Abwehr. Archivfoto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Es hat nicht sollen sein. Gegeben haben die Handballer der TG Osthofen in der heimischen Wonnegauhalle vor stimmungsvoller Kulisse von 300 Handballfans zwar alles, um dem ungeschlagenen Tabellenführer ein Bein zu stellen. Am Ende waren die Männer der HSG Nahe-Glan aus Kirn und Meisenheim aus dem Landkreis Bad Kreuznach den entscheidenden Tick cleverer, leisteten sich weniger technische Fehler und einfache Ballverluste. Das nackte Resultat auf der Anzeigetafel sieht mit einem 26:32 (14:17) zwar eindeutig aus, war es aber über weite Phasen der heiß umkämpften Begegnung nicht wirklich.
Mit dem Selbstvertrauen eines Spitzenreiters
„Man merkte meiner Mannschaft heute offenkundig an, wie viel das Selbstvertrauen im Handball zählt“, machte TGO-Coach Mirko Höfler die anfänglich fehlende Überzeugung seiner Truppe, das Spielfeld als Sieger verlassen zu können, als einen Grund für den frühen Rückstand der TG Osthofen aus. Anders hingegen die HSG Nahe-Glan, die über die beiden Halbpositionen aus dem Rückraum ein ums andere Mal zum erfolgreichen Abschluss kam. Philip Gehres (3) und insbesondere der nicht zu bremsende Heinrich Löwen (10) trafen mit Anlauf und enormer Dynamik bis zum 1:4 (6.) und 4:7 (11.) fast nach Belieben. Erst Mitte der ersten Hälfte kam Osthofen dank seiner prima Abwehr mit einem klasse agierenden Torwart Jan-Niklas Seelig über den Kampf besser ins Spiel.
Viele Patzer der TGO im Spielaufbau
Jeden Treffer bejubelnden die Spieler und TGO-Fans nun euphorisch. Insbesondere die zwei satten Würfe von Nils Bohrer zum 12:13 und 13:13-Ausgleich nach 25 Minuten brachten die Wonnegauhalle zum Kochen. Doch das nächste große Defizit der Gastgeber dämpfte die Hoffnungen der TGO wieder ein. „Wir haben uns einfach zu viele Böcke erlaubt“, brachte Kreisläufer Tim Kratz, der beste Akteur auf Seiten der TG Osthofen, die jeweils fünf schwachen Minuten seines Teams vor und nach der Pause auf den Punkt. Fehlpässe im Aufbau und viele technische Fehler der Hausherren nutzte der Klassenprimus konsequent aus, zog bis zur Pause auf 17:14 und nach dem Wechsel auf 20:15 (35.) davon. „Wir haben das Ding heute wegen der Patzer im Angriff verloren“, unterstrich Mirko Höfler.
Unnötige Zwei-Minuten-Strafen bremsen TGO aus
Eine Entscheidung im Spiel war freilich noch nicht gefallen. Nach einer Roten Karte für HSG’ler Marco Magro-Arzt wegen eines Griffs ins Gesicht eines TGO-Abwehrspielers nahm Osthofen Heinrich Löwen in Manndeckung. Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte. Dazu entschärfte „Siebenmeter-Töter“ Björn Bohrer gleich vier Strafwürfe der HSG Nahe-Glan. Wieder kämpfte sich Osthofen bis auf 21:22 (46.) heran, wackelte die Gäste kräftig an. Bitter für Osthofen: „Drei völlig überflüssige Zwei-Minuten-Strafen haben uns aus der Bahn geworfen“, stellte Tim Kratz fest. Heinrich Löwen nutzte die Überzahl zu drei weiteren einfachen Toren. Der Tabellenführer zog binnen fünf Minuten erneut auf 22:27 davon (51.). Das Match war gelaufen. „Am Ende“, fand Mirko Höfler, „fiel die Niederlage mit 26:32 viel zu hoch aus.“ Exakt, aber das Selbstvertrauen eines unangefochtenen und ungeschlagenen Tabellenführers ließ die Waagschale letztlich eben deutlich zugunsten der HSG Nahe-Glan ausschlagen.