Landes-Jugendministerin Irene Alt besuchte am Samstag zum „Tag des Tischlerhandwerkes“ das alteingesessene Wormser „Bestattungsinstitut Klotz“
Ministerin Irene Alt: Den Tod enttabuisieren
Irene Alte wünschte Silke Klotz (von rechts) und ihrem Team weiterhin viel Kraft und das nötige Einfühlungsvermögen für deren wichtige Arbeit. Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR „Es ist wichtig, mit diesem sensiblen Thema an die Öffentlichkeit zu gehen“, unterstrich Irene Alt am Samstagnachmittag einen der Gründe ihres Besuches beim Hochheimer „Bestattungsinstitut Klotz“ in der Binger Straße.
Auf ihrer alljährlichen Sommerreise war die Rheinland-pfälzische Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in der Nibelungenstadt zu Gast, wo sie sich bereits am Vormittag über das „Pangea Bildungszentrum“ informierte. Es ist ein Bildungszweig des Vereins „Nachhilfe- und Schülerbetreuung“, der vor 10 Jahren von türkischstämmigen Mitbürgern gegründet wurde und seither intensive Bildungsarbeit leistet.
Vom Standpunkt der individuellen Entwicklung junger Menschen her sei es daher auch wichtig, den „Tod“ zu enttabuisieren, fordert die GRÜNEN-Politikerin. Und gerade hier leisteten z.B. staatlich geprüfte Bestatteter wie Reiner Horn, der sich gemeinsam mit zwei anderen, ebenfalls speziell examinierten Kräften beim „Bestattungsinstitut Klotz“, um Beerdigungen und alle Aufgaben rund um das sensible Thema kümmert.
So erwähnt Horn nicht nur die Beratung bei allen Fragen um Sarg, Urne und die anfallenden Formalitäten zur Entlastung der Kunden, sondern eben auch u.a. seine Besuche in Alten- und Krankenpflegeschulen, wo er regelmäßig auf junge Menschen treffe, sie sich dem vor allem in ihrem Beruf bedeutsamen Thema „Tod“ noch nie wirklich beschäftigt hätten.
Hochheims Ortsvorsteher Timo Horst und Irene Alt folgten aufmerksam den Ausführungen von Volker Klotz und Reiner Horn (von links). Der überwiegende Teil der Bestattungen heute erfolgten in Urnen, erläuterten die Fachleute. Foto: Robert Lehr
Der „Tag des Tischlerhandwerkes“ bot den äußeren Rahmen für den Politikerbesuch, und von Firmenchef Volker Klotz ließ sich die Ministerin interessiert über die historischen Zusammenhänge des Tischler- und des Bestattungswesens informieren. Früher hätten die Tischler, so der Handwerksmeister, neben Möbeln, Fenster oder Türen, auch Särge hergestellt. Heute hingegen würden diese komplett geliefert, wobei die Auswahl sehr groß sei und jegliche Sonderwünsche möglich. Den überwiegenden Teil mit 3/4 Viertel aller Bestattungen erfolge in einer Urne. Auch hier gebe es vom umweltfreundlichen, weil sich zersetzenden Modell bis zur aufwändigen Metallurne, oder der Kombination beider, eine Unzahl an Möglichkeiten.
Dr. Hubert Krischer als Vertreter des Landesinnungsverbandes des Tischlerhandwerkes erinnerte Ministerin Alt an die Wichtigkeit gelungener Migration. Nicht nur die Tischler seien dringend auf Arbeitskräfte angewiesen. Foto: Robert Lehr
Doch liege im persönlichen, einfühlsamen Gespräch und der individuellen Beratung die eigentliche Herausforderung seines Berufsstandes, unterstreicht Klotz.
In dem 1930 gegründeten Familienunternehmen, das er bereits in der 3. Generation führe, seien beide Sparten seit dem Umzug aus der innenstädtischen Predigergasse im Jahre 1973, heutzutage räumlich getrennt, erklärt Volker Klotz. Es sei aber gleichermaßen Geschäftsführer von „Fenster Klotz“ mit Sitz in Worms-Weinsheim, sowie dem darin integrierten „Bestattungsinstitut Klotz“ in den 2009 von Grund auf modernisierten Räumlichkeiten in der Binger Straße in Hochheim.
Während er selbst mit Gattin Silke und fünf Gesellen sowie einem kaufmännischen Azubi in der Schreinerei tätig sei, kümmerten sich um den Bestattungszweig drei Mitarbeiter.[nggallery id=185]