Städtische Gedenkfeier zum 21. Februar 1945 mit Kranzniederlegung auf dem Hauptfriedhof
Der Abend, an dem Worms brannte
Gedenkfeier für die Opfer des 21. Februar 1945 in der Friedhofskapelle. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Fast ein Leben ist vergangen, seit dem verheerenden Angriff der Alliierten am 21. Februar 1945, der das Bild der Stadt Worms völlig veränderte.
Zum Gedenken der Opfer dieses und des zweiten Angriffs am 18. März 1945 fand am Sonntag in der Friedhofskapelle eine Gedenkfeier statt, zu der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel eingeladen hatte.
In nur eineinhalb Stunden legten mehr als 1.100 Sprengbomben und 100.000 Brandbomben Worms, in einem breiten Korridor von Horchheim über die Innenstadt bis zum Nordend hin, in Schutt und Asche.
Der Anblick der brennenden Stadt grub sich, wie es der Wormser Journalist Willi Ruppert dereinst beschrieb, allen Zeitzeugen tief ins Gedächtnis. Lange vor Worms brannten, so Michael Kissel, die Synagogen, und die Städte London, Coventry, Dresden – der Untergang des deutschen Volkes war von Hitler bewusst in Kauf genommen worden und das Kriegsende am 8. Mai 1945 war die Befreiung von der Naziherrschaft.
Weltoffenheit und Aufbruchsstimmung
Trotz allen Elends und Zerstörung war es immer die Weltoffenheit und Aufbruchstimmung, so Kissel in seiner Rede, die für Worms Basis der Weiterentwicklung war und heute auch wieder ist. Freude am Leben macht erst Mitgefühl mit den Opfern möglich.
Das Gedenken und das Mitgefühl für die Angehörigen bringe man zum Ausdruck, indem man die Parallelität mit den Opfern aktueller Krisenherde erkenne, so Kissel, und Verständnis sowie Hilfsbereitschaft für sie zeige.
Umrahmt wurde die Feierstunde von zwei Bachstücken, die die Jugendmusikschülerinnen Annette Golub und Mariam Kamal auf der Geige spielten.