
Von Rudolf Uhrig › Keineswegs war Dietrich von Bern von Hause aus Diplomat, vielmehr – auch als Königssohn – ein Held. In den Sagenkompilationen des Hildebrandslieds, der Dietrichepik, der Thidrekssaga, der Edda und natürlich im Nibelungenlied finden sich die Geschichten und Sagen um diese Gestalt wieder. Und sie sind, naturgemäß, widersprüchlich, wie die Textforschung zur Person und seinem Wirken eben unterschiedliche Hypothesen und Standpunkte vertritt. Als Gesandter und Botschafter Etzels tritt er im Nibelungenlied als Vermittler zwischen den Hunnen und den Burgundern auf, ja sogar als Friedensstifter. Wie wir wissen: Seine Mission scheitert, es kommt zum Krieg und zum Untergang der Burgunder. Aber das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, das bereits 2018 mit „Siegfrieds Erben“ brillierte, versucht trotzdem der Frage nachzugehen, wie sich ein Krieg verhindern lässt, den eigentlich niemand führen will, er aber unausweichlich zu sein scheint. Diplomatie ist also gefragt. Selbst am Vorabend zur Schlacht will Dietrich von Bern verhandeln, die Gemüter beschwichtigen. Der Fokus der Nibelungen-Festspiele 2024 liegt bei allen Intrigen und Ränkespielen um Siegfried, Hagen, Kriemhild und Etzel also auf der Diplomatie, die der Diplomat Dietrich von Bern einbringen will. Das Nibelungen-Stück passt also in die Zeit heutige Zeit, in der Kriege in Europa und dem Nahen Osten stattfinden. Zaimoglu und Senkel begannen bereits 2018 mit der Arbeit und hielten es zu dieser Zeit nie für möglich, dass sich die Geschichte wiederholen würde.

Am Dienstagabend hatten der Geschäftsführer der Nibelungenfestspiele Sascha Kaiser und Petra Simon, die Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin zum sogenannten Preview in den Mozartsaal des WORMSER eingeladen. Im neuen Format, denn nicht nur Pressevertreter sondern auch Sponsoren und der Freundes- und Förderkreis der Nibelungen-Festspiele Worms e.V., mit deren Vorsitzenden Dr. Sabine von Ehrlich-Treuenstätt, waren beim ersten Ausblick dabei. Bei aller Ernsthaftigkeit entlockte Thomas Laue, Künstlerische Leiter, dem Intendanten Nico Hofmann, den Autoren Feridun Naimoglu und Günterr Senkel sowie dem Regisseur Roger Vontobel in einer Talkrunde amüsante Bonmots. Bestens gelaunt schien auch Oberbürgermeister Adolf Kessel der den Abend eröffnete, denn die Landesregierung erhöht ihren Zuschuss zu den Festspielen. Das bestätigte die Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration, Katharina Binz, am Abend nochmals in der Runde (der NK berichtete https://nibelungen-kurier.de/kreative-schaffenskraft-finanziell-unterstuetzen/).
Jetzt die besten Karten zum Vorverkaufsstart sichern: Limitierte Rabatte gibt es bis Heiligabend. Der Vorverkauf für die Inszenierung 2024 startet am heutigen Mittwoch, dem 8. November, mit einer Weihnachtsaktion: Wer bis Heiligabend, dem 24. Dezember, um 12 Uhr, Tickets für die Nibelungen-Festspiele kauft, erhält für Sonntags-, Montags-, Dienstags- und Mittwochsvorstellungen 15 Prozent Rabatt auf alle Kategorien.
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