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  • Di., 06. August 2013, 12:08 Uhr
    Weit über 100 Mitglieder für 25- bis 80-jährige Mitgliedschaft geehrt / SWFV-Ehrennadeln überreicht / Verein gut für die Zukunft aufgestellt

    Der FSV 1923 Abenheim feierte in der Festhalle sein 90-jähriges Bestehen

    Im Vordergrund sitzen von links: Kilian Müller, Werner „Dribbler“ Biontino, Willi Best, auch ältester männlicher Einwohner von Abenheim, sowie Karl Lottermann, die stellvertretend für alle Geehrten von 60 bis 80 Jahren als Mitglied des FSV 1923 Abenheim genannt sind. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL Da saßen sie auf der Bühne der Abenheimer Festhalle und dokumentierten 65 bis 80 Jahre Fußballgeschichte. Kilian Müller (80 Jahre), Werner „Dribbler“ Biontino (75 Jahre), Willi Best (65 Jahre) und ältester männlicher Einwohner in Abenheim und der FSV-Ehrenpräsident Karl Lottermann (65 Jahre Mitglied). Eingerahmt im Hintergrund von einer ganzen Reihe weiterer Mitglieder, die seit 60 und 65 Jahren dem FSV 1923 Abenheim die Treue halten. Leider konnten die ebenfalls seit 80 Jahren dem Verein die Treue haltenden Fritz Brunn, Leo Kloster, Leo Müller und Josef Rödinger nicht anwesend sein.

    Für den 1. FSV-Vorsitzenden Norbert Riha, der als noch sehr junger und aktiver Spieler im Jahr 1996 das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm und bis heute ausübt, ein ganz besonderes Ereignis. Es war im November 1923, als etliche junge Männer in der Gaststätte Rödinger den heutigen FSV 1923 aus der Taufe hoben. Vorausgegangen waren schon etliche Versuche Fußballvereine in Abenheim zu gründen, was aber jeweils nur von kurzer Lebens-Dauer war. Schwarz und Blau sind die Vereinsfarben, wie dies auch am Schluss des Festabends drei sangesfreudige Fußballer dokumentierten. Überhaupt wird in Abenheim gerne gesungen, so auch beim mit über 60 aktiven Sängern großen GV „Concordia“. Am Festabend standen 43 Sänger auf der Bühne, die es sich unter ihrem Dirigenten Klaus Boxheimer nicht nehmen ließen, den Festabend musikalisch zu umrahmen. Hierbei waren mit Erich Jakob und Markus Schumacher auch zwei exzellente Solisten zu hören.
    Was die Geschichte des Vereins betrifft, so wurde diese auch von den Begleiterscheinungen all dieser Jahrzehnte nicht unwesentlich beeinflusst, wie im Jahr 1935 die von oben diktierte Vereinigung des Turnvereins und des FSV Abenheim. Heute sind es wieder zwei ganz wichtige Vereine im gesellschaftlichen Leben der einst selbstständigen Weinbaugemeinde Abenheim.

    Große Erfolge gab es bei den FSV-Kickern in der Spielzeit 1937/38 in der Bezirksliga mit Siegen gegen Mainz 05, Hassia Bingen und einem Unentschieden gegen den damaligen Meister Opel Rüsselsheim. Durch den 2. Weltkrieg kam auch der Spielbetrieb bei den Abenheimer Fußballern zum Erliegen, ehe im Jahr 1946 der FSV wieder zurück ins Leben gerufen werden konnte. Was das Sportliche betrifft, so pendelte der Verein in der Folgezeit zwischen A- und B-Klasse und stieg nach der Saison 2006/2007 gar in die C-Klasse ab. Zwei Jahre später war man aber wieder in der B-Klasse zurück, wo man seither versucht, den Aufstieg in die A-Klasse zu erreichen. Vielleicht klappt es beim dritten Anlauf im Spieljahr 2013/2014, nachdem man im Jahr 2012 in der Relegation knapp gescheitert war. Der Sportplatz, so wie er heute unterhalb der Klausenbergkapelle liegt, wurde 1961 als Tennenplatz geschaffen und im Jahr 2010 in einen Rasenplatz umgewandelt. Dies in einer lobenswerten Kooperation mit dem Turnverein Abenheim, der eine 100m-Laufbahn und Weit- und Kugelstoßanlage mit erstellte. Das war damals ein ganz großer Tag für die Klausenberg-Gemeinde und der ganze Vorort war auf den Beinen. Viele Männer, Frauen, Trainer, Übungsleiter und Jugendbetreuer trugen in all diesen neun Jahrzehnten und auch derzeit und hoffentlich auch in den nächsten Jahrzehnten in ehrenamtlicher und vielfältiger Art und Weise zum Fortbestand des FSV 1923 Abenheim bei. Dies unterstrichen in ihren Grußadressen sowohl Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler wie auch Bürgermeister Georg Büttler. Letzterer errechnete sogar eine sehr große und kaum vorstellbare Summe, was dies alles gekostet hätte und auch weiter kosten würde, wenn dies beispielsweise die ehemals selbstständige Gemeinde oder die Stadt Worms finanziell würden aufbringen müssen. Mit anderen Worten: Der Sport ist ohne das Ehrenamt nicht bezahlbar und schon gar nicht machbar.

    So auch als Karl Lottermann 20 Jahre von 1974 bis 1993 dem Verein als 1. Vorsitzender vorstand und der heutige Ehrenvorsitzende der Motor Vereinsheimes war. Damit legte er die Grundlagen für die Weiterentwicklung und den Fortbestand des Abenheimer Fußballs mit vielen Mitstreitern. Um den Rasenplatz witterungsbedingt zu schonen, hat man sich im letzten Jahr auch ein Trainingsgelände auf einem gepachteten Grundstück in Eigenhilfe und Eigenmittel geschaffen, das kurz vor der Fertigstellung steht. Der FSV 1923 Abenheim ist im Jahr seines 90-jährigen Bestehens nicht nur organisatorisch gut aufgestellt, sondern auch was die sportliche Seite mit einer 1. und 2. Mannschaft sowie eine AH-Elf betrifft.

    Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Jugendarbeit gewidmet, wofür einmal die Namen Franz Humann, Frank Holzemer, Oliver Humann und der unvergessene Ludwig Holl genannt seien. Alles nur möglich, weil man es beim FSV 1923 Abenheim stets versteht, harmonisch zusammen zu arbeiten und stets die Wichtigkeit des Vereins in seiner ganzen Größe und Breite im Vordergrund sieht. Grußworte überbrachte auch Günter Schnee, der Wormser Sportkreisvorsitzende und 2. Vorsitzende des Wormser Stadtsportverbandes, sowie der Nachbarverein TSV Gundheim, wie überhaupt das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn als besser denn je zu bezeichnen ist.

    Aus Gundheim kommt auch Lothar Renz, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fußballkreises Alzey-Worms auch die Grüße und Glückwünsche des SWFV überbrachte. Für Karl-Heinz Müller, seit vielen Jahrzehnten in den verschiedensten Positionen im Vorstand und auch als Jugendtrainer, hatte er ebenso die SWFV-Ehrennadel wie für Franz Josef Humann, seit 1971 bis heute u. a. Jugendleiter, mit- gebracht. Die SWFV-Ehrennadel in Silber überreichte er Georg Hertlein, ab 1970 im Spielausschuss, Vorstand und seit dem Jahr 1997 als 2. Vorsitzender im Amt.
    Die gleiche Ehre wurde auch Norbert Riha zuteil, der als aktiver Spieler auch Jugend- und Aktiven-Trainer war, seit dem Jahr 1990 auch dem Vorstand angehört, ehe er seit dem Jahr 1996 bis heute an der Spitze des FSV 1923 Abenheim steht.  Auch der Werbepartner ATV-Teile in Worms gratulierte durch Georg Hertlein und Günter Baenitz und überreichte zwei neue Trikotsätze in Schwarz-Blau und in Rot. Durch die einzelnen Programmpunkte führte Walter Meisel, derweil Rainer Kloster, Vorsitzender der GdAV, dem Jubilar mit auf den Weg gab: „Drum Ihr 1923 haltet (weiter) Euern Verein in Ehren, dass er blühe immer fort“, eine verpflichtende Textzeile aus dem FSV-Vereinslied.

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