Mo., 18. November 2013, 18:00 Uhr
Alexander Kropp gibt Einblicke in Subkultur, Kutten und Allesfahrer
Der Fußball-Fan, das unbekannte Wesen?!
Fußball ist in Deutschland allgegenwärtig: Knapp 20 Millionen Menschen besuchten in der vergangen Saison 2012/13 Spiele der beiden höchsten Spielklassen im deutschen Fußball. Eine beachtliche Zahl kickt selbst in der Freizeit, ist Fan von Vereinen niederer Spielklassen oder engagiert sich in sonstiger Weise im Verein vor Ort. Auch die Medienpräsenz des Fußballs könnte nicht größer sein. Ob im TV, dem Radio, dem Internet oder den Printmedien: kein Tag vergeht, an dem der geneigte Zuschauer nicht über Erfolge und Misserfolge seines Vereins auf und außerhalb des Platzes informiert werden würde. Im Allgemeinen wähnt man sich dementsprechend gut informiert über den Lieblingssport der Deutschen.
Auch erfreuen sich viele an der tollen Stimmung, die Fans von der ersten Liga bis in den Amateurbereich auf die Beine stellen, oder bewundern die großen bunten Choreographien, in denen sie sich und ihre Vereine feiern. Die Subkultur, die sich neben dem Platz auf den Rängen der Stadien in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, wird jedoch selten beleuchtet und ist einem Großteil der Bevölkerung auch dementsprechend fremd. Das Wort „Ultra“ haben die meisten zwar gehört, viele bringen es jedoch ausschließlich mit Gewaltvorfällen und Randalen in Verbindung. Ein wirklich differenziertes Bild von den verschiedenen Gruppen und Ritualen, die sich in den Fan-Szenen des heutigen Fußballs finden, haben die wenigsten.
Alexander Kropp, seit frühester Kindheit Wormatia- Fan, noch heute auf jedem Heim- und Auswärtsspiel seiner Mannschaft zu finden und zudem seit drei Jahren als Fanbeauftragter als Bindeglied zwischen Fans und Verein tätig, kennt sich dagegen bis in die feinsten Details in der Welt der „Normalos“, „Kutten“ und „Allesfahrer“ aus. Dieses Wissen teilte er nun mit vielen interessierten Zuhörern im Rahmen einer Sitzung der SPD Worms-Mitte im Gewölbekeller des Römischen Kaisers.
Erfreuliche wie kontroverse Aspekte der Fan-Subkultur
In seinem etwa einstündigen Vortrag legte er dabei den Fokus auf erfreuliche, aber auch auf kontroverse Aspekte der Fan-Subkultur. Während seines verbalen Streifzugs durch die Fankurven erläuterte er etwa die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fan-Gruppierungen, beschrieb, wie die beeindruckenden Choreographien in Eigenleistung der Fans geschaffen werden und reicherte seine Schilderungen mit Anekdoten aus dem eigenen Fan-Dasein an. Auch das Thema „Randale“ in Stadien sparte Kropp nicht aus. Er stellt jedoch klar, dass das Verhältnis zwischen Wormatia, Fanbeauftragtem und der Wormser Polizei vertrauensvoller nicht sein könnte. Am Ende war den Zuhörern ein detailreiches Bild des unbekannten Wesens Fußball-Fan gezeichnet worden, das in der anschließenden Diskussion noch vertieft werden konnte. Mehr Informationen finden Sie auch im Internet unter www.spd-worms-mitte.de.
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