
Die etwa hundert Besucher der Stadtmission Worms in der Wielandstraße erlebten am vergangenen Sonntag einen ganz besonderen Gottesdienst. Der Wormser Künstler Ralf Johannes Kratz stellte sein neuestes Werk vor: eine bildhafte Interpretation eines der wohl bekanntesten Texte der Bibel. „Der gute Hirte“, so heißt das beeindruckende Bild, das dem Betrachter in vielen Facetten den Psalm 23 „vor Augen malt“.
In seiner Predigt schlug der Künstler eine Brücke vom Alten Testament hin zu dem neutestamentlichen Text aus dem Johannes-Evangelium, in dem Jesus Christus sich selbst als den guten Hirten vorstellt, der sein Leben für seine Schafe gibt. Deshalb wundert es nicht, dass im Zentrum des Kunstwerks nicht nur ein Schaf in den Händen und am Herzen des Hirten, sondern auch das Kreuz als Symbol des Leidens und Sterbens Jesu zu finden ist. Innerhalb eines großen Bogens, der die ganze Welt symbolisiert, gibt es eine ganze Reihe von Motiven aus dem Psalm 23 zu entdecken: die Schafherde auf einer saftig grünen Wiese genauso, wie das frische Wasser und den gedeckten Tisch. Aber auch das dunkle Tal, das – ganz entsprechend der biblischen Aussage – im Beisein des guten Hirten zwar dunkel, aber doch nicht trostlos ist. Und wer genauer hinschaut, findet ein kleines schwarzes Schaf inmitten der Herde und kann sich vielleicht mit diesem besonders identifizieren.
Das Gemälde wurde aus dem Nachlass einer mit der Stadtmission über viele Jahre eng verbundenen Dame finanziert, die der Psalm 23 durch Höhen und Tiefen ihres Lebens begleitete.
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