Neue Dauerausstellung zeigt Exponate aus Mannheimer Wagner Inszenierung
Der Herr des Rings im Nibelungen Museum
Achim Freyer präsentiert im Sehturm des Nibelungen Museums die Maske der Erda aus seiner Ringinszenierung im Mannheimer National Theaters. Foto: Karolina Krüger
Von Karolina Krüger. Im 13. Jahr des Nibelungen Museums ist es gelungen mit Exponaten aus der gefeierten Mannheimer Ring Inszenierung von Achim Freyer einen neuen Zugang zu der Sage zu gewinnen.
Der 1934 in Berlin geborene Achim Freyer hat international als Maler und Regisseur einen bedeutenden Ruf und erlernte sein Handwerk als Bühnenbildner bei Berthold Brecht in der Berliner Akademie der Künste.
Die Weiterentwicklung der ursprünglichen Ausstellung hin zur Rezessionsgeschichte der Sage ist ein entscheidender Schritt, der hier mit Hilfe eingespielter Filmausschnitte aus dem Mannheimer National Theater dem ursprünglichen Ansatz ein kunsthistorischer Multimedia Tempel zu sein treu bleibt. Neben den Ausschnitten, die die Verbindung zwischen Musik, Geschichte und Bühnenbild schaffen, werden acht Exponate aus Requisite und Maske in die Welt des Wagnerschen Rings in der künstlerischen Umsetzung von Achim Freyer aus den Jahren 2011/2012 Einblick gewähren.
Bereits 2008 bei der Inszenierung in Los Angeles gelang Freyer der kongeniale Brückenschlag zu der von Wagner konzipierten Grundvorstellung seines Opernmythos. Dr. Markus Kiesel, künstlerische Leiter der Essener Philharmoniker beschrieb wie Richard Wagner Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts sein Monumentalwerk schuf. Es war ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Sprache und Gestaltung des Bühnenraumes, das nur als Ganzes die beabsichtigte Intensität des Rings wiedergeben konnte. Akribisch widmete sich Wagner den verschiedenen Facetten des Stückes und schuf so von Größe, Umfang und Intensität Unvergleichliches. Achim Freyer gelang es in seiner Inszenierung diese, von Wagner gezeigte, Gegensätzlichkeit und Unvereinbarkeit von Macht und Liebe auf der Bühne als sinnlich erfahrenen Gegensatz von Licht und Dunkel, Natur und Architektur darzustellen und damit seiner szenischen Partitur zu folgen. Bis zur Fertigstellung des Mediaguides 2015,führt ein Booklet entlang der acht Stationen im Sehturm und eröffnet dem Besucher eine neue Welt im Themenkreis der Nibelungen.