
Mit spürbarem Wehmut hat die Mitgliederversammlung des Freundeskreises „Unser Hochstift braucht Freunde“ im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Auflösung des Vereins zum 01.05.2018 zugestimmt. Dabei folgten die anwesenden Mitglieder einmütig dem Beschlussvorschlag des Vorstandes, der vor dem Hintergrund einer vorzeitigen Schließung des Krankenhausstandortes Hochstift im Frühjahr 2018 die satzungsgemäße Zweckmäßigkeit des Vereins nicht länger gegeben sieht. Dem Rückblick auf die Aktivitäten des Freundeskreises durch die Vereinsvorsitzende Kathrin Anklam-Trapp und einem Grußwort von Oberbürgermeister Michael Kissel, folgte ein Beschluss der Mitglieder zur Verwendung des verbleibenden Vereinsvermögens zugunsten eines Kunstwerks, das den Geist des Hauses in die neue geriatrische Abteilung am Klinikum weitertragen soll.
„Als Freundeskreis haben wir in den vergangenen drei Jahren die Fusion der beiden Krankenhäuser im Sinne der Werte des Hochstiftes aktiv begleitet. Dabei stand die Sicherstellung der Arbeitsplätze sowie die Sicherheit und Qualität der Pflege am Patienten stets im Fokus unseres Wirkens“, bedankte sich Anklam-Trapp bei ihren Vorstandskollegen für zahlreiche Aktionen wie Infostände, Themenveranstaltungen, Weiterbildungsseminare und Spenden zugunsten des Hochstiftes. Neben den rund 200 Vereinsmitgliedern und Förderern wie Sparkasse, Volksbank und EWR sprach Anklam-Trapp dem FC Germania Eich 07 e.V. einen besonderen Dank aus. Durch die Hilfe des Fußballvereines war es dem Freundeskreis gelungen im Rahmen eines Benefizspiels gegen die Prominentenauswahl der „Lotto Elf“ über 12.000 Euro an Spenden für den Verein einzuwerben.
Auch dem Wormser Oberbürgermeister und dem Stadtrat, der einer Übernahme des Hochstiftes zugestimmt und damit die Kompetenz des Personals für Worms und die Region gesichert hatte, sei der Vorstand sehr dankbar, übergab Anklam-Trapp das Wort an Michael Kissel. Dieser machte deutlich, dass es ihm, auch aufgrund seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, ein wichtiges Anliegen gewesen sei, dem Freundeskreis von Beginn an als kooptiertes Mitglied im Vorstand und steter Ansprechpartner zur Seite zu stehen. Den Wunsch des Freundeskreises nach einem stationären Hospiz am Standort des Hochstiftes werde er als Arbeitsauftrag mitnehmen und in einer etwaigen Ausschreibung zur Bebauung des Geländes festhalten.
Verwendung von Vereinsvermögen zugunsten von Kunstwerk
Gleichzeitig kündigte Michael Kissel an, dass auch er sich in seiner Funktion als Stadtchef gerne daran beteiligen wolle, im Zuge einer Verlegung der geriatrischen Abteilung des Hochstiftes in die neuen Räumlichkeiten am Klinikum den besonderen Geist der pflegerischen und medizinischen Tradition des Hauses weiterzutragen. Damit schloss er sich einem vorausgegangenen Votum der Mitgliederversammlung an, nach dem das verbleibende Vereinsvermögen für ein Kunstwerk des aufstrebenden Wormser Künstlers Julian Strasser aufgewendet werden soll. Neben dem für den Aufenthaltsraum der neuen Geriatrie vorgesehene Wandbild, soll auf einer von der Stadt Worms gestifteten Infotafel sowohl die Geschichte des Hochstiftes als auch der Freundeskreis als Spender festgehalten werden.
Den emotionalen Höhepunkt des Abends setzte ein sichtlich berührter Dr. Walter Ferbert. Als Impulsgeber zur damaligen Vereinsgründung dankte Ferbert in seinem Schlusswort der Belegschaft am Hochstift für die hervorragende Arbeit selbst in turbulenten Zeiten voller Unsicherheit. Seinem unkonventionellen und dennoch zur Tradition des Hochstiftes passenden Vorschlag, die Mitgliederversammlung mit dem Kanon „Herr, bleibe bei uns“ zu schließen, folgten die versammelten Mitglieder gerne und setzten damit ein unmissverständliches Zeichen ihrer bleibenden Verbundenheit zum Hochstift.
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