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Mo., 29. April 2013, 08:49 Uhr
Der Leininger Markt sorgte für reges, mittelalterliches Treiben in Guntersblum
Über 500 Jahre haben die Grafen zu Leiningen das Leben in der Marktgemeinde Guntersblum geprägt – und das ist auch heute noch spürbar. Das Guntersblumer Wappen erinnert stark an das Leininger Wappen und die beiden Schlösser sind der Gemeinde bis heute erhalten geblieben. Einmal im Jahr wird der Platz rund um das Schloss der Leininger Grafen in genau diese Zeit zurückversetzt: am Leininger Markt herrscht auf dem Rathausplatz ein reges, mittelalterliches Treiben.
Da ist der Gaukler Rasputin, der die Kinder mit Zaubereien beeindruckte, bevor diese mit Holzschwertern und Ritterhelmen wieder zum Spielen bei den Royal Rangers davon stürmten oder sich mit den Spielen von Anno Dazumal vergnügten, bei denen selbst die Großen nochmal das Kind in sich entdeckten und das Stelzen laufen ausprobierten. Uldarich, der Geschichtenerzähler, zog das Pulikum in seinen Bann und Tomen, der mit seinem Schandweib die Ehrenstrafen der damaligen Zeit veranschaulicht, musste mindestens ebenso viele Fragen beantworten wie die beiden Falkner aus Potzberg, denn Wüstenbussard Aron und Uhu Helena zogen viele respektvolle Blicke auf sich.
4. Auflage erfreute sich großen Zuspruchs
Der Leininger Markt wurde nun bereits zum vierten Mal in einer Kooperation von Ortsgemeinde, Gewerbeverein und Verkehrsverein veranstaltet und erfreut sich regen Zulaufs: viele neue Aussteller sind dabei und freuen sich über das, trotz des kühlen Wetters, große Publikum, das redselig und interessiert ist. „Die Veranstaltung hat Potential“, findet Tomen mit seinem Schandweib und auch die anderen Aussteller sind begeistert vom Ambiente und der gewachsenen Ausstelleranzahl. Denn die Gäste wissen das vielfältige Angebot zu schätzen und kommen dafür beispielsweise extra aus Worms, Darmstadt oder Frankfurt. Denn es gibt nicht nur historisches Handwerk zu bestaunen, sondern auch Musikinstrumente, allerlei Leckereien wie Honig, Wurst und Gewürze und nicht zuletzt Schmuck, Perlenweberei und frisch gesponnene Wolle.
Und wer mit den Gegenständen vergangener Zeiten nichts anfangen konnte – der ging einfach wenige Schritte in die Alsheimer Straße, wo sich moderne Künstlerstände aneinander reihen: Glasperlenschmuck, Uhren, Dekoartikel und ein italienischer Delikatessenstand sorgten für bunte Abwechslung. Die Genießer konnten in einen der drei geöffneten Winzerhöfe Homburger Hof, Deutschherrenhof Frey oder Schloßgut Schmitt einkehren und ausruhen, bei einem Stück Kuchen der Gewerbetreibenden direkt am Rathausplatz dem historischen Treiben zuschauen oder aber bei einem Gläschen Wein am Weinstand des Weinguts KH Frey einfach mal die Augen schließen und dem Trubel zu hören: der Schmiedemeister hämmert auf das Eisen ein, während das Spinnrad leise surrt, im Hintergrund der Brunnen plätschert und die Menschenansammlung vor der Musikgruppe „Poeta Magica“ begeistert mitklatscht.
Und am Ende des Tages sind nicht nur die Aussteller und die Gäste zufrieden – auch die Veranstalter ziehen ein positives Fazit: „Die Kooperation mit Poeta Magica, mit denen wir nun zum zweiten Mal zusammen arbeiten, hat sich eindeutig bewährt und ist der richtige Weg für unseren historischen Markt, weshalb wir uns auch schon jetzt wieder auf den Leininger Markt 2014 freuen!“ Foto: Albrecht Langenbach