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  • Do., 02. Mai 2019, 13:28 Uhr
    Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar: TSG Pfeddersheim schiebt sich mit 3:0-Heimsieg über TSV Schott Mainz auf Tabellenrang zwei vor

    Der Ritt auf der Euphoriewelle

    Saisontor Nummer 22 für die Nummer 22 der TSG Pfeddersheim: Oberliga-Top-Torjäger Andreas Buch schoss sein Team mit zwei blitzsauberen Toren gegen TSV Schott Mainz auf den Relegationsrang zwei. Foto: Felix Diehl.


    Von Jürgen Jaap | Da ist Adrenalin drin. Schon vor dem Match. Die Kicker der TSG Pfeddersheim bilden mit ihren Trainern und Betreuern direkt vor dem Anpfiff zum Oberliga-Spitzenspiel gegen TSV Schott Mainz einen Kreis. Mittendrin liegen die Trikots von Tobias Bräuner und Marcell Öhler auf dem Rasen. „Heute legen wir für unsere Verletzten nochmal eine Schippe drauf“, schwört Sebastian Kaster seine Männer ein. Sebastian Kaster hat die Kapitänsbinde von Tobias Bräuner übernommen, der sich im letzten Spiel beim 1. FC Kaiserslautern U21 am Schienbein so schwer verletzte, dass er noch am Samstagabend notoperiert werden musste. Die erste gute Nachricht des 30. Spieltages der Saison 2018/2019 für die TSG Pfeddersheim hat der junge TSG-Coach Marc Heidenmann parat: „Tobias geht es den Umständen entsprechend gut, allerdings ist seine Saison vorbei.“

    Die Saison der Kicker um Coach Marc Heidenmann aber ist noch lange nicht vorbei. Das unterstrich eine von Sebastian Kaster („Lieber spiele ich zwar im Sturm, aber wenn es sein muss, dann eben auch auf der rechten Außenbahn“) prima angeführte Elf im rheinhessischen Oberliga-Derby gegen einen zunächst wie erwartet starken Gegner. „Das war eine sehr, sehr gute Oberliga-Partie, in der wir zu Beginn ein leichtes Übergewicht hatten“, fand Schott-Trainer Sascha Meeth. In der Tat. Schott Mainz ließ Ball und Gegner laufen, hatte nach einer Ecke durch Marius Breier auch eine dicke Chance zur 1:0-Führung, doch TSG-Keeper Patrick Ruby parierte glänzend (5.). Dank eines die TSG-Viererkette klasse organisierenden Benjamin Himmel blieben die spielstarken Gäste aber einzig bei Standard-Situation präsent, während Pfeddersheim zweimal durch eine scharfe Hereingabe von Sebastian Kaster (7.) und Mathias Tillschneider per Kopf nach einer Ecke (12.) gefährlich vor dem TSV-Kasten auftauchte.

    Traumtore, Adrenalin-Schübe und Aufstiegsträume

    Die Waagschale im rasanten Match neigte sich nach einer halben Stunde ob einiger Undiszipliniertheiten der Mainzer zugunsten der Gastgeber. „Einen Fehler wie beim Platzverweis von Jost Mairose sollte man sich nicht leisten“, musste Sascha Meeth mit ansehen, wie sein rechter Außenverteidiger binnen weniger Minuten zweimal wegen überflüssiger Fouls an der Seitenlinie verwarnt wurde und folgerichtig die Gelb-Rote Karte sah (33.). „Die entscheidende Szene im Spiel, denn Pfeddersheim spielte das danach im Stil einer Spitzen-Mannschaft“, stellte Sascha Meeth fest. Und Pfeddersheim zeigte Spielzüge wie aus dem Fußball-Lehrbuch. Flankenlauf Kaster nebst satter Hereingabe auf Andreas Buch, der das Leder mit rechts volley und traumhaft sicher in den Winkel befördert (38.). Schon so oft hatte der Top-Torjäger der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar in dieser Saison die wichtige 1:0-Führung besorgt.

    Und Andreas Buch hatte Appetit auf mehr. Von Mohamedadem Kassa über links mustergültig bedient, umkurvte er TSV-Torwart Mike Wroblewski und schob zum 2:0 ein (69.). Vergessen waren da die verpassten Chancen zur Erhöhung beim vom Fabio Schmidt zu lasch getretenen Elfmeter (52.) oder beim abgefälschten Lattentreffer von Waaris Bhatti (60.). „Wir haben in der zweiten Hälfte richtig Gas gegeben“, fand Marc Heidenmann. Adrenalin und die Euphorie der Erfolgswelle, auf der Pfeddersheim in dieser Saison schwimmt, ließen Schott Mainz keine Chance mehr. Dass Sebastian Kaster schließlich mit einem furiosen Solo über rechts zum 3:0 (84.) seine fantastische Leistung krönte, passt irgendwie ins Bild, das Pfeddersheim aktuell abgibt. Ein Tabellenbild übrigens mit dem Sprung auf den zweiten Rang, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen zur Regionalliga Südwest berechtigen würde. Die Frage, ob man einen Aufstieg bei der TSG überhaupt wolle, ließ Marc Heidenmann keine Sekunde offen: „Wenn wir jetzt nicht wollen, wann dann.“ Im nächsten Spitzenspiel am Sonntag (14 Uhr) im heimischen Uwe-Becker-Stadion gegen den Tabellenvierten FV Engers kann Pfedersheim nachlegen. Genug Adrenalin und Euphorie wären noch übrig.

    Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar:
    TSG Pfeddersheim – TSV Schott Mainz 3:0 (1:0)

    TSG Pfeddersheim: Ruby – Lutz, Himmel, Mathias Tillschneider, Nagel – Schmidt – Kaster, Bhatti (69. Kikutani), Kodraliu (87. Toco), Kassa – Buch (85. Presti).

    Tor: 1:0 Buch (38.), 2:0 Buch (69.), 3:0 Kaster (84.).
    Zuschauer: 250
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