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  • Fr., 07. März 2014, 18:38 Uhr
    Der rheinland-pfälzische Innen- und Sportminister Roger Lewentz war am Donnerstagabend beim Wormser SPD-Sportdialog in der Kapelle in der Prinz-Carl-Anlage zu Gast

    Der Sport ist auch in Rheinland-Pfalz die „größte Bürgerinitiative“

    MdL Jens Guth, Minister Roger Lewentz, der seit 100 Tagen im Amt sich befindliche neue Wormser Sportdezernent Uwe Franz, Joachim Decker (1. Vorsitzender des Wormser Stadtsportverbandes, Uschi Kestler (2. Vorsitzende des TV Leiselheim und Timo Horst, SPD-Fraktionssprecher im Wormser Stadtrat (von links), standen den Vereinsvertretern beim Wormser Sportdialog der SPD Rede und Antwort. Foto: Robert Lehr


    VON KLAUS DIEHL Mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz, dem SPD-Landtagsabgeordneten Jens Guth, dem städtischen SPD-Fraktionssprecher Timo Horst, dem Wormser Sportdezernenten Uwe Franz, Uschi Kestler als 2. Vorsitzenden des TV Leiselheim und Joachim Decker, dem 1. Vorsitzenden des Wormser Stadtsportverbandes, stellte sich am Donnerstagabend eine im Sport und in den Vereinen erfahrene Runde in der Kapelle der Prinz-Carl-Anlage den erschienenen Vereinsvertretern zum Sportdialog.

    Roger Lewentz, in dessen Ressort auch der Sport fällt, bescheinigte, nach Begrüßung durch Jens Guth, dem Sport, das sicherlich nicht neue Prädikat, die „größte Bürgerinitiative im unserem Land“ zu sein.

    Mit dem Sportförderungsgesetz vom 1. Januar 1975, das weiterhin unangetastet bleibe, seien Land und Kommunen verpflichtet, kostenlos für die nötige Infrastruktur, d.h., dass Sportstätten in jeglicher Hinsicht zur Verfügung stehen.

    Doch leider gebe es eine Ausnahme für Frei- und Hallenbäder, was dann auch Gegenstand des Sportdialoges wurde, zu dem die Wormser SPD erneut eingeladen hatte.

    So appellierte Manfred Pfeiffer, 1. Vorsitzender des größten Wormser Schwimmvereins SC Poseidon, der in einer Schwimmgemeinschaft mit dem Wassersportverein Worms an Wettkämpfen teilnimmt, dass dies eine sehr große Benachteiligung – ja auch eine existenziell bedrohende Bestimmung – sei.

    Angst vor Erhöhung der Nutzungskosten
    „Wir sind zwar ein großer Verein, aber keineswegs mit Reichtum gesegnet, denn unser eigenes Freibad mit dem gesamten Ambiente kostet viel an Unterhalt. Was aber jetzt noch erschwerend hinzu kommt, ist die Ankündigung der städtischen Freizeitbetriebe, die Kosten der Bahnen für den Trainings- und Sportbetrieb im Heinrich-Völker-Bad und im Winter im Luftikus nicht unwesentlich zu erhöhen“, so Pfeiffer. Dass „die SG Worms im Jahr 32.000 Euro jetzt noch mehr zu verkraften hat ist eine wahrlich schwere Hypothek“. Das könnten beide Vereine nicht mehr aus eigener Kraft aufbringen. Dabei sei Schwimmen gerade in der Gesundheitsvorsorge eine ganz wichtige Aufgabe. Hierzu gehöre auch die Bitte an die Stadt Worms, das Lehr-Schwimmbecken in der Elo-Turnhalle zu erhalten, merkte Pfeiffer an.

    Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten fördert das Land, Kreis, Städte und Gemeinden, den Bereich Sport ganz erheblich, wie Minister Lewentz mit Zahlen belegen konnte. Erfreulich hierbei sei auch, dass unter dem Gesichtspunkt des Zwangssparens für das Land Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2020, wobei alleine sein Haushalt jährlich 210 Millionen einsparen muss, die Zuschüsse für den Sport in Höhe von 30 Millionen für den LSB, SBR, Fachverbände und für die Vereine, unangetastet bleibe. Wie es danach aussehen werde, müsse die demografische Entwicklung zeigen. Man erwarte bis zum Jahr 2030 einen Rückgang der Einwohnerzahlen bis zu 3,7 Prozent.

    Sport bei der Migration als wichtiger Partner
    Wie Roger Lewentz zusätzlich unterstrich, sei beim Wandel unserer Gesellschaft, gerade auch hinsichtlich der Migration, der Sport ein enorm wichtiger und unverzichtbarer Partner.

    Der neue Wormser Sportdezernent, Uwe Franz, sieht es als Pflichtaufgabe für die Zukunft an, „dass die Stadt einen bestimmten Betrag für den Sport für alle Vereine im jährlichen Haushalt verpflichtend mit Beschluss des Stadtrates zugesteht“. Grundlage dazu sei der Beschluss des Ministerrates des Landes Rheinland-Pfalz vom 24. Oktober 1995.

    Hier heißt es u.a.: „Der Ministerrat bekräftigt die von der Landesregierung bereits in der Vergangenheit geäußerte Auffassung, dass es sich bei der angemessenen finanziellen Unterstützung für Vereine mit eigenen Sportstätten nicht um freiwillige Leistungen handelt, sondern dass diese Ausgaben als unabweisbar anzusehen sind.

    Mit anderen Worten: Die Stadt Worms muss dies in ihrem Jahreshaushalt auch festhalten und nicht weiter als freiwillige Leistungen deklarieren. Bisher hieß es immer, dass die ADD an freiwilligen Leistungen angesichts der städtischen Finanzlage Abstriche macht. Der jährliche Finanzrahmen ist vorgegeben, da müssen diese Aspekte eben berücksichtigt werden.

    1,7 Millionen Euro als städtische Sportförderung
    Es bleibt aber auch festzuhalten, dass die Stadt Worms jährlich 1,7 Millionen Euro für die gesamte Sportförderung aufbringt. Davon entfallen etwas mehr als eine Million Euro auf die Schulturnhallen, 620.000 Euro für die Vereine und zusätzlich noch 250.000 Euro für Sportplatzpflege, obwohl es hierbei auch schon Abstriche gegeben habe. Deshalb sei auch den Vereinen zu empfehlen, sich Rücklagen zu bilden, besonders wenn sie über einen Kunstrasenplatz verfügen. Denn Renovierungen dieser Kunstrasenplätze werden vom Land nicht mehr bezuschusst, wie sich auch der Höchstbetrag an Zuschüssen für neue Kunstrasenplätze auf 100.000 Euro beschränkt. Neu ist, dass man an der IGS Horchheim ein Abitur mit Leistungssport ablegen kann, so Franz nicht ohne Stolz.

    Joachim Decker, der 1. Vorsitzende des Wormser Stadtsportverbandes, machte deutlich, dass es jährlich gerade einmal 75.000 Euro sind, die an die Sportvereine für Investitionen und andere Dinge ausgeschüttet werden. Der städtische Sportausschuss wird in seiner nächsten Sitzung am 11. März eine Neuaufteilung beschließen müssen, um den Schwimmvereinen, angesichts der gestiegenen Kosten im Hallenbad und im „Luftikus“, etwas unter die Arme greifen zu können. Da sind Abstriche nötig, doch der Sport ist letztlich auch eine Solidargemeinschaft.

    Weitere Diskussionspunkte waren die Frage nach Bezirkssportanlagen, wo sich aber derzeit noch kein Bedarf abzeichnet, da die Vereine noch allzu sehr um ihre Eigenständigkeit bemüht sind. Schon eher interessant war der Vorschlag von Uschi Kestler, hinsichtlich der immer weniger werdenden Kinder und Jugendlichen, sich leistungssportorientiert zusammen zu schließen. Die HSG Worms sei hierfür ein absolut positives Beispiel, so Kestler.

    Die Sporthalle der Paternusschule in Pfeddersheim kann alsbald renoviert werden, nachdem die Zuschüsse laufen.

    Keine Zustimmung fand die Idee, beim alljährlichen Wormser Nibelungenlauf die Teilnehmergebühr für Kinder und Jugendliche zu übernehmen, weil dies eine reine private kommerzielle Veranstaltung ist.

    Fazit: Dieser Dialog war positiv, um wichtige Themen anzusprechen. Bedauerlich aber war, dass sehr viele Vereine fehlten und dass solche Dialoge in der Regel nur vor Wahlen angeboten werden. Mehr miteinander zu sprechen und sich auszutauschen zwischen Politik, Vereinen und Stadt Worms würde so mache Entscheidung verständlicher machen.

     

     
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