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Di., 16. Juli 2013, 14:25 Uhr
Mit einem 2: 1-Sieg gegen Wormatias U23 verteidigte der Oberligist TSG Pfeddersheim Fußball die Stadtmeisterschafts-Krone / ASV Nibelungen Worms wurde Dritter mit einem 5:2-Sieg gegen Neuhausen
Der Weg zum Sieg war alles, nur kein Spaziergang
Die Oberliga-Mannschaft der TSG Pfeddersheim Fußball e.V. und gleichzeitig souveräner Ausrichter der 46. Wormser Fußball-Stadtmeisterschaft, verteidigte durch einen 2:1-Sieg gegen Wormatias U23 ihren Titel als Wormser Fußball-Stadtmeister. Bereits zum 8. Mal sind die Wormser Vorortler damit in der Chronik der seit dem Jahr 1968 ununterbrochen durchgeführten Wormser Fußball-Stadtmeisterschaft verewigt. Foto: Klaus Diehl
VON KLAUS DIEHL Die Freude auf TSG-Seite bei Spielern, Trainer und Verantwortlichen war groß, als Kapitän Tobias Klotz über das ganze Gesicht strahlend aus der Hand des Wormser Oberbürgermeisters Michael Kissel den großen Wanderpokal als Fußball-Stadtmeister 2013 überreicht bekam. War es doch gelungen, sich gegen eine junge Wormatia-Elf mit 2:1 durchzusetzen. Ein Erfolg, der alles andere als leicht gemacht wurde. Die ersten 45 Minuten gehörten aber mehr oder weniger den Pokal erfahrenen Gastgebern, wobei bereits in der 2. Minute ein Schuss von Marcel Veek, der den Innenpfosten des Wormatiatores traf, dem blitzschnell reagierenden Wormatia-Keeper Robin Schreiner in die Hände fiel. Doch in der 6. Minute war es bereits soweit, als Tobias Klotz das runde Spielgerät nach einer flachen Hereingabe von Sebastian Schulz von der linken Seite volley mit dem rechten Fuß unhaltbar für den Wormatia-Keeper unter die Latte hämmerte. In der Folgezeit beherrschten die Gastgeber und Ausrichter der 46. Wormser Fußball-Stadtmeisterschaft klar das Geschehen und hätte der Wormatia-Keeper, vor allen Dingen bei drei sehenswerten Freistößen von Dennis Seyfert, nicht mehrfach glänzend reagiert, wäre der neu formierte Landesligist zur Pause deutlicher als mit 0:1 zurückgelegen.
Glück auch, als Dennis Seyfert seinen Mittelstürmer Marcel Veek auf die Reise schickte, dieser aber nicht zum finalen Abschluss kam. Auch das Aluminium musste bei einem Seyfert-Freistoß den Wormaten helfen. Man darf dem Oberligisten bescheinigen, dass er in der ersten Spielhälfte nicht nur sein Kämpferherz in die Waagschale werfen konnte, sondern auch spielerisch mit viel Verschieben im Mittelfeld und Positionswechsel über die Außen den Erfolg suchte. Wenn man etwas kritisieren darf, so war dies das Auslassen etlicher guter Torchancen. Auf der Gegenseite hatte der wieder im Tor stehende Routinier Thorsten Müller so gut wie nichts zu tun, da auch seine Vorderleute ihren Job bestens verrichteten. „Wir haben in den ersten 45 Minuten zu viel Respekt gegen einen zwei Klasse höher spielenden Gegner gezeigt“, so der neue Wormatia-Cheftrainer Sascha Eller.
Richtige Worte in der Halbzeitpause
Er muss wohl in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden haben, denn nach Wiederanpfiff deutete die junge Wormatia-Elf an, was sie zu leisten in der Lage ist. Sie gab das Spiel alles andere als nur nicht auf, auch wenn Pfeddersheim fünf Minuten nach Wiederanpfiff auf 2:0 erhöhen konnte. Der von den U19-Junioren des FK Pirmasens gekommene Enis Aztekin setzte sich im Wormatia-Strafraum gleich gegen mehrere Gegenspieler durch und ließ dem tüchtigen Wormatia-Keeper auch nicht den Hauch einer Chance. Die neu formierte Wormatia U23 ist ja auch erst seit wenigen Wochen zusammen, so dass man schon in der einen oder anderen Szene sah, dass die nötige Abstimmung noch nicht ganz vorhanden war. Dennoch mehr als beachtlich wie die junge Horde um Kapitän und Routinier Marco Stark nach Wiederanpfiff hinsichtlich Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft, aber auch in spielerischer Hinsicht dem Favoriten die Stirn bot. Besonders der in der 54. Minute eingewechselte Glauk Qyqalla machte hierbei einen besonders guten Eindruck.
Pfeddersheim hatte den besseren Start
Ähnlich wie zu Beginn des Spiels hatten die Gastgeber den besseren Start in die zweiten 45 Minuten, als Enis Aztekin sich gleich gegen drei Wormaten im Strafraum durchsetzen konnte und dem tüchtigen Wormatia-Keeper keine Abwehrchance ließ. Doch wer glaubte, dass damit eine Vorentscheidung über den Ausgang des Spiels gefallen sein könnte, die Oberliga-Kicker nunmehr leichtes Spiel haben würden und die Partie gar langweilig werden könnte, hatte sich getäuscht; auch wenn Pfeddersheim am Ende mit 2:1 doch die Oberhand behielt. Denn die jungen Wormaten hielten nun voll dagegen, suchten vermehrt ihr Heil im Angriff und bereiteten den Platzherren mehr Mühe als ihnen lieb war. Das war ein sehr sehenswertes und engagiertes Spiel der jungen Elf aus der EWR-Arena. Derart gezwungen durfte Pfeddersheim nicht nachlassen, obwohl sich seine Innenverteidigung mit Jakob Siebecker bereits zur Pause und Matthias Lang (72.) verletzt abmelden mussten. Die dafür eingewechselten Youngster Yannik Krist und Markus Moh Amar machten ihre Sache ebenso gut, wie der vom Anpfiff weg auf der linken Seite der Viererkette aufgebotene Christopher Ludwig. Er kam für Mario Cuc zum Einsatz und Enis Aztekin für Lucas Oberle.
Zuschauer sahen ein gutes Spiel
Die rund 500 Zuschauer sahen dann bis zum Schlusspfiff ein spannendes Spiel, zumal Henrik Weisenborn nach knapp einer Stunde Spielzeit die sonst sichere und auch meist fehlerfreie TSG-Abwehr überlisten konnte. Zuerst traf er nur den linken Pfosten und überwand Thorsten Müller im Nachsetzen zum 1:2. Gegen die danach offensiver agierenden Wormaten, die in der 63. Minute gar den Ausgleich auf dem Fuß hatten, aber durch Thorsten Müller nichts mehr anbrennen ließen, boten sich den Pfeddersheimern etliche gute Torchancen durch Marcel Veek und zweimal Dennis Seyfert, dem wohl besten Spieler auf dem Platz. Doch bei Robin Schreiner war immer wieder Endstation. Besonders spektakulär in der 85. Minute, als Seyfert per Kopf den Ball geradezu schulbuchmäßig und mit „Schmackes“ freistehend aus wenigen Metern eigentlich im Wormatia-Tor hätte unterbringen müssen. Allerdings hatte der Wormatia-Keeper Robin Schreiner etwas dagegen und lenkte den Ball quer in der Luft liegend über das Tor. Ein echtes Highlight beider Akteure und gleichzeitig auch Abschluss eines in jeglicher Hinsicht der wohl besten Endspiele der letzten Jahre um die Wormser Fußball-Stadtmeisterschaft.
Dafür gab es auch Beifall von Oberbürgermeister Michael Kissel und TSG-Stadionsprecher Uwe Gettkandt. „Ihr habt eine geile zweite Halbzeit gespielt, darauf dürft ihr stolz sein“, so das Lob in Richtung der jungen Wormaten. Deren Trainer Sascha Eller war denn auch mit den zweiten 45 Minuten zufrieden. „Es war ein guter Test gegen einen starken Oberligisten, das müssen wir positiv mitnehmen. Wir sind auch in der Breite gut aufgestellt und haben auf der Bank noch eine gute Qualität.“ Großes Lob gab es auch für den vorbildlichen Ausrichter TSG Pfeddersheim.
Norbert Hess freute sich, hat aber auch Sorgen
SG-Coach Norbert Hess freute sich naturgemäß über den Sieg. „Wir wollten als Ausrichter den Pokal verteidigen und das ist uns auch verdientermaßen in einem guten Spiel gelungen. Nur die sich bietenden Chancen hätten wir besser nutzen müssen, aber der Wormatia-Torhüter hat schon klasse gehalten.“ Norbert Hess hat ab sofort andere Sorgen, denn der Rasenplatz im Uwe-Becker-Stadion ist jetzt für einige Wochen zur Regenerierung und Pflege seitens des Grünflächenamtes der Stadt gesperrt. Da ist es auch wahrscheinlich, dass die ersten beiden Mittwoch-Heimspiele gegen die Aufsteiger SV Alemannia Waldalgesheim und Hertha Wiesbach auf dem Rasenplatz des TuS Neuhausen ausgetragen werden müssen, wenn der SWFV diesem zustimmt. In Neuhausen kann auch an einigen Tagen trainiert werden, für andere Termine ist man auf der Suche.
TSG Pfeddersheim: Thorsten Müller, Björn Miehe, Jakob Siebecker (46. Yannik Krist), Matthias Lang (72. Markus Mo Amar), Alexander Ludwig, Tobias Klotz, Mathias Tillschneider, Eniz Aztekin (72. Jonas Frey), Dennis Seyfert, Marcel Veek, Sebastian Schulz.
VfR Wormatia Worms II: Robin Schreiner, Benny Henke (47. Fabio Nagy), Johannes Henke, Marco Stark, Farin Schaidaiy (54. Glauk Qyqalla), Marc Bullinger (82. Uwe Raupbach), Orhan Demir, Hikaru Yamada (65. Dino Smajlovic), Gregorius Goulas, Max Beck, Henrik Weisenborn (82. Khaled Ghawas).