NK-Umfrage zur aktuellen Wahlprognose vom 7. März 2016 / Passanten befürchten weitere Stärkung der AfD
„Die Alternative wird weiter punkten”
Michael G.* aus Horchheim nennt Verunsicherung der Bevölkerung als möglichen Grund zur Abkehr von den konservativen Parteien. Foto: Vera Beiersdörfer
VON FELIX BERZ/VERA BEIERSDÖRFER Fragende Gesichter, geteilte Meinungen und verunsicherte Blicke. Am kommenden Sonntag wird in Rheinland-Pfalz der Landtag gewählt. Noch ist nicht entschieden, wie die Urnengänger stimmen werden.
Gemäß einer Umfrage von Wahlrecht.de vom 7. März 2016 sieht das Ergebnis in der Woche vor der Wahl folgendermaßen aus: CDU und SPD erhalten jeweils 35 Prozent der Stimmen. Das Bündnis 90 Die Grünen läge derzeit bei 7 Prozent hinter der Alternative für Deutschland, die laut Wahlrecht.de auf 9 Prozent kommen würde. Die FDP. könnte mit 5 Prozent die Hürde gerade so nehmen, die Linken hingegen würde mit 3 Prozent den Einzug in den Landtag nicht schaffen.
NK hakt nach
Der Nibelungen Kurier wollte es genauer wissen und hat am gestrigen Dienstag Passanten in der Wormser Fußgängerzone befragt, ob die vorgelegte Statistik ihrer Meinung nach dem endgültigen Landtagswahlergebnis entspricht oder ob doch noch die ein oder andere Wahlüberraschung zu erwarten sei. Heinrich S. (80) aus Osthofen glaubt an ein noch stärkeres Wahlergebnis der AfD als die bisher prognostizierten 9 Prozent. Gründe hierfür sieht der Rentner vor allem in der Flüchtlingspolitik der „großen Zwei”. „Viele Bürger sind unsicher, was noch auf Deutschland zukommt”, erklärte der Osthofener. Michael G. (41) aus Horchheim befürchtet, dass, wie in Hessen, die Zahlen der rechtspopulistischen Partei auch in Rheinland-Pfalz noch zulegen werden. Seiner Ansicht nach würde dies ebenfalls aus Verunsicherung der Bürger geschehen.
Auch Protestwähler, die mit der regierenden CDU-Politik nicht einverstanden seien, sieht Michael G*. als potenzielle AfD-Wähler, aber auch als mögliche Wähler der Grünen. Seine Begleitung sieht bei dieser Wahl ebenfalls gute Chancen für die Umweltpartei. „Grün ist meiner Meinung nach die bessere Wahl, als seine Stimme an die AfD zu verschenken. Ich schätze, dass am Sonntag Die Linken und die FDP nicht mit in den Landtag einziehen werden“.
Falscher Protest
Fabian F.* (20) aus Alzey befürchtet ein positives Wahlergebnis der AfD. „Viele Wähler, die mit den konservativen Parteien nicht mehr einverstanden sind, werden leider aus Protest ihr Kreuz bei der Alternative für Deutschland setzen“, so der Student. Ähnlich sehen dies auch Petra Ö.* (68) aus Worms und Christina B.* (63) aus Mettenheim „Es ist einfach nur erschreckend, dass diese Partei so viele Stimmen bekommt, man kann nur hoffen, dass die Alternative schon im nächsten Jahr wieder von der Bildfläche verschwindet“.
Unbegründete Ängste
Carmen B.* aus Mannheim argumentiert ähnlich. Der Stimmenzuwachs der doch noch relativ jungen Partei sei ihrer Meinung nach dem rechten Lager geschuldet. „Hauptsächlich ehemalige NPD-Wähler werden am Sonntag für die AfD stimmen. Im aktuellen Politik-Hickhack ist keine klare Linie mehr zu erkennen, leider fallen daher viele auf die Versprechungen von Rechten rein.“
Jadranka K.* (61) hält den Wahlausgang für schwer einschätzbar. Auch sie glaubt, dass viele Mitbürger aufgrund der Flüchtlingsthematik fälschlicherweise ängstlich und verunsichert seien und daher vom konservativen Lager wegbrechen. Dennoch hofft sie auf einen Wahlsieg der SPD und auf ein weniger starkes Ergebnis für die AfD, als es bisherige Trends vorhersagen. (* Name der Redaktion bekannt)