Bollanski-Ausstellung bei Kunsthandlung Steuer bis 21. November zu sehen
Die Geschichten dahinter
Bollanski stand den zahlreichen Kunstfans auf der Vernissage Rede und Antwort. Foto: Regina Urbach.
VON REGINA URBACH Es lohnt sich, genauer hinzusehen. Dieser Satz gilt nicht nur für die ausgestellten Werke des Wormser Künstlers Bollanski, der eigentlich Richard Schinanski heißt und seit dem Tod seiner Frau diesen Künstlernamen trägt. Er gilt auch für den Künstler selbst, wie Helmut Steuer, Inhaber der Kunsthandlung Steuer in der Kämmererstraße zur Vernissage am Freitag betonte. Steuer, der den Künstler bereits seit der Kindheit kennt und gemeinsam mit ihm „viel gelacht und getrauert“ hat, war bestens aufgelegt und bekannte sich zu seinem Engagement für Künstler aus der Region. „Es sind die Geschichten dahinter, die die Bilder Bollanskis auszeichnen“, sagte er. Die Druckgrafiken, Malereien und Zeichnungen zeigen in zurückhaltenden Farben das Zu-Oft-Gesehene, Alltägliche, Banale, das Übersehene oder scheinbar Unwichtige – wie etwa Papierhandtücher.
Zu diesem Sujet lässt sich der Künstler dieses Jahr jeden Tag eine neue Darstellungsform einfallen. 2012 waren es 365 Zeichnungen, die am Ende ein Bühnenbild ergaben. Ein Gemälde von einer Küche zeigt die Wohnung in Rovereto am Gardasee, in der der Künstler gerne mit seiner Frau lebte. Steuer hob die Vielfalt, Offenheit und die Herausforderung hervor, die Bollanski für sein Publikum darstellt. Dieses, so zahlreich, dass die Räumlichkeiten aus allen Nähten platzten, nutzte die Gelegenheit, „den Künstler von etwas leben zu lassen“, also zum Kauf von Bildern. Bei den milden Temperaturen und Klängen von Rolf Bachmann und Robert Maaß bildeten sich auch draußen Grüppchen bei Brezel und Wein (Weingut Julius). Die Bollanksi-Ausstellung ist die letzte zum 90-jährigen Jubiläum der Kunsthandlung in diesem Jahr. Sie ist noch bis 21. November zu sehen.