
Von Klaus Diehl Nach einem 2:2 im ersten und dem 1:1 im zweiten Relegationsspiel der beiden A-Klassenzweiten VfL Gundersheim (Kreis Alzey-Worms) und TSV Mommenheim (Kreis Mainz-Bingen) kam es auf dem Rasenplatz des TSV Gau-Odernheim am Samstag zum endgültigen Countdown um den Aufstieg in die höchste Spielklasse auf Rheinhessenebene.
Nicht weniger als 1.250 Zuschauer gaben diesem Endspiel einen würdigen Rahmen, wobei besonders die Anhänger aus Gundersheim nicht zu überhören waren. VfL-Trainer Marcus Scriba und sein Co-Trainer Thomas Koch hatten ihre Schützlinge bestens eingestellt, um vor allen Dingen die Anfangsphase der etliche Jahre älteren und erfahrenen und spielerisch guten Mommenheimer Mannschaft zu überstehen.
Dabei mussten sie auf Simon Flörsch verzichten, der sich am letzten Mittwoch beim 1:1 in Mommenheim ein Kreuzband gerissen hatte. So fanden sich die Kicker aus der Rotweingemeinde um ihren Kapitän Franz Rogalski vor dem Anpfiff zusammen um in einer sehr emotionalen Ansprache zu versprechen, besonders für Simon Flörsch zu kämpfen, für den Robert Wickert von Beginn an auflaufen durfte. Die Gundersheimer Mannschaft, in der ein Großteil der Spieler seit G-Juniorenzeiten bis hin zu den A-Junioren zusammen spielten, ist eine echte Gemeinschaft und wenn da ein Spieler fehlt, so wird dieser nicht vergessen.
In der Anfangsphase des Spiels versuchten beide Mannschaften möglichst schnell zum ersten Torerfolg zu kommen, wobei Mommenheim bis zur Pause keinen effektiven Erfolg vorweisen konnte. Ganz anders Gundersheim, bei denen Linksaußen Sebastian Engelhardt der Spieler der ersten 45 Minuten war.
Konnte er doch mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von 14 Minuten für eine 3:0-Pausenführung sorgen. So in der 26. Minute als der Mommenheimer Torhüter Ringelstein eigentlich eine Flanke erwartete, Sebastian Engelhardt jedoch umdachte und mit seinem linken Fuß halbhoch in die von ihm aus gesehene linke Eck zielte.
Dieses Tor gab Gundersheim zusätzlich Auftrieb und nur fünf Minuten später traf Engelhardt, nach Querpass von Sebastian Schröder zum 2:0. Fünf Minuten vor der Pause das 3:0, als der dreifache Torschütze von einer Kopfballverlängerung von Paul Höhn profitierte. Zu diesem Zeitpunkt stand Mommenheim nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz, als ihr Sebastian Klein (37. ) den enteilten Robert Wickert nur noch mit einer Notbremse von weiteren Gefahren abhalten konnte.
Mit dem 3:0-Pausenstand ging es in die zweiten 45 Minuten, wo Mommenheim trotz Dezimierung noch einmal Fahrt aufnahm und auch zu Chancen kam. Doch VfL-Torhüter Jan Kaibel, der in allen Spielen zusätzlich ein großer Halt war – besonders beim 1:1 in Mommenheim - ließ einfach nichts anbrennen. Mommenheimer Hoffnung entbrannte kurz als Dennis Secker mit einem fulminanten Schuss (66.) fast von der Mittellinie aus, das runde Spielgerät direkt unter die Querlatte des Gundersheimer Tores einlochen konnte. Der eingewechselte Gundersheimer Hadi Ayache erhöhteim Gegenzug nach einem Konter nach einem Doppelpasse mit Sebastian Engelhardt auf 4:1.
Nur drei Minute später gar das 5:1 für Gundersheim, als Robert Wickert den letzten Rest von Widerstandskraft gegen die merklich deprimierten Mommenheimer mit dem 5:1 auslöschen konnte. Nach wiederholten Foulspiel sah der TSV-Spieler Dominik Göbig in der 84. Minute noch die Ampelkarte.
Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit und jede Menge Bierduschen auch für den VfL-Trainer Marcus Scriba, der an einen solch deutlichen Sieg vor dem Spiel überhaupt nicht denken konnte. Offensichtlich hatte der 1:1-Ausgleich im zweiten Spiel in der Nachspielzeit durch Sebastian Schröder, die Hemmschwellen bei seiner Mannschaft beseitigt und die Euphorie im dritten Spiel besonders beflügelt. Derweil Mommenheim dies wohl noch etwas in den Knochen und Köpfen steckte.
Voriges Jahr auch erst im dritten Entscheidungsspiel mit 4:0 gegen den FSV 03 Osthofen in die A-Klasse Worms-Alzey aufgestiegen und nun das gleiche Glück – den Durchmarsch und nächsten höheren Sprung in die Bezirksliga Rheinhessen zu schaffen ist aller Ehren wert. Unterstreicht aber auch was beim VfL Gundersheim nach dem Brand des Vereinsheimes mit einem neuen Vorstand und einem engagierten jungen Trainer, der besonders mit jungen Leuten umgehen kann in den letzten Jahren aufgebaut wurde.
Der VfL Gundersheim spielte mit: Jan Kaibel (im Tor), Martin Ritter, Jochem Dahlem, Franz Rogalski (77. Fabian Schmitt), Marvin Ewald, Sebastian Schröder (50. Hadi Ayache), Sebastian Engelhardt, Robert Wickert, Paul Höhn (43. Daniel Höflich), Andre Dambach, Volkan Gecer. Zur Mannschaft gehören noch Jonas Assmann, Lukas Geeb , Sebastian Brehm , Stefan Weinbach, Simon Flörsch, Marius Finger, Silas Riegel.