Marcus Held (SPD) und Firmen der Region überreichen Textilien im Wert von 6.000 Euro an das DRK / Gebrauchstaugliche Bekleidung benötigt
Die Kleiderkammer gibt und nimmt
Übergabe der Spielsachen und Textiiien an die Kleiderkammer des DRK. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Bedarf an Bekleidung, Bettwäsche sowie Gegenständen für den Haushalt und Spielsachen für Kinder ist bei Flüchtlingen wie auch bei sozial schwachen Wormser Bürgern groß. Eine der ganz zentralen Anlaufstellen für diese Menschen ist seit rund 25 Jahren die Kleiderkammer des Deutschen Kreuzes (DRK) in Worms in der Hagenstraße 52. Hier geben Bürger Dinge ab, die sie nicht mehr benötigen, und die Bedürftigen können montags zwischen 10 und 12 Uhr aus dem Fundus auswählen. Vorraussetzung dazu ist allerdings der Besitz eines Sozialausweises. Jeder Berechtige kann auch nur einmal im Monat dort aus dem Bestand Bekleidung aussuchen.
Spende im Wert von 6.000 Euro Der Bundestagsabgeordnete Marcus Held (SPD) hat am Dienstagvormittag überwiegend Textilien, aber auch Spielzeug, im Wert von umgerechnet rund 6.000 Euro an die Kleiderkammer gespendet. In seiner kleinen Ansprache sagte er, dass er täglich die Not der Menschen sehe und helfen wollte. Die Sachspenden erschienen im hierbei zweckmäßiger als ein Geldbetrag. Er selbst habe 2.500 Euro aus seinem Portemonnaie gegeben Mit dem Betrag sei überwiegend Bekleidung gekauft worden. Darüber hinaus habe das Handelsunternehmen Metro sowie die Firma JTI größere Beträge bzw. Textilien bereitgestellt, sodass dem Deutschen Roten Kreuz insgesamt Produkte im Wert von zirka 6.000 Euro übergeben werden konnten. Zu über 90 Prozent handele es sich dabei um neue, wenn auch günstige Waren.
Fleißige Damen Was jetzt ansteht, ist das Einsortieren der Waren in den Bestand der Kleiderkammer des DRK. Kein einfacher Job für die zahlreichen, fleißigen Frauen, die seit Jahrzehnten in dem Lager arbeiten und dort als gute Engel fungieren. Sie sind mit viel Engagement und großem Herz bei der Sache und helfen die Not in der Nibelungenstadt wenigstens ein Stück zu lindern. Die Spende von Marcus Held war sehr willkommen, doch lebt die Kammer natürlich in erster von den vielen Wormser Spendern, die ihr nicht mehr benötigte Kleidung in der Hagenstraße 52 abgeben. Die freundlichen Damen wiesen am Dienstagmorgen allerdings daraufhin, dass nur gebrauchsfähige Kleidung und Gegenstände benötig werden. Leider würden sie manchmal auch kaputte Dinge bekommen. Wofür gar kein Bedarf bestehe, seien Bücher. Die Kleidung kann montags, mittwochs und donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr in der Kleiderkammer in der Hagenstraße 52 abgegeben werden. An anderen Tagen oder zu anderen Zeiten ist es möglich, die Textilien in bereitstehen Container einzuwerfen.
Für alle Bedürftigen Der Sozialdezernet der Stadt Worms, Waldemar Herder, betonte die Notwendigkeit der Kleiderkammer des DRK. Für die Stadt sei es wichtig, dass solch eine Einrichtung existiere und die Verwaltung keine eigene betreiben müsse, denn dazu fehle das Personal. Bedeutsam sei auch, dass die Kleiderkammer sowohl für bedürftige Wormser wie auch für Flüchtlinge und für Zuwanderer aus Ost- und Südosteuropa zur Verfügung stehe. Alle Beteiligten hoffen jetzt, dass die Kleiderkammer noch ein bisschen bekannter wird und viele Bürger ihr „ausrangierten“ Textilien nicht mehr achtlos wegwerfen, sondern sie bedürftigen Menschen zur Verfügung stellen. Allerdings ist die Kleiderkammer in der nächsten Woche aufgrund der Ferien geschlossen.