
Bei der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Orts- und Kreisvereinigung Worms-Alzey e.V. hat der 1. Vorsitzende Ulrich Granseyer eine zufriedene Bilanz zur Arbeit der Lebenshilfe gezogen. In seinem Bericht blickte Ulrich Granseyer auf die umfangreichen Arbeiten des Vereins und die weitere Entwicklung der Lebenshilfe zurück.
Die Mitglieder des Vereins wurden vom Team des Smoothie-Standes der Tagesförderstätte mit leckeren Smoothies und einem begeisternden Film über die Kooperation der Tagesförderstätte mit dem Hofladen der Familie Back in Lampertheim begrüßt.
Zu Beginn der Versammlung ehrte der 1. Vorsitzenden Ulrich Granseyer folgende Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft:
25-jährige Mitgliedschaft
Dorothea Braunwarth
Bernhard Hempe
Bernhard Jung
Förderverein Lernbehinderte
Bärbel Morsch
August Sander
Leo Satter
Ernst Jakob Scheid
Norbert Scheid
40-jährige Mitgliedschaft
Hans Martin Eib
Oswald Fechner
Willi Johannes
Regina Johannes
Michael Kissel
Thomas Metzler
Helmut Müller
Firma Valckenberg GmbH
Herbert Vatter
Im Anschluss an die Ehrung nutze Oberbürgermeister Michael Kissel die Gelegenheit und bedankte sich im Namen aller Jubilare für die Würdigung und stellte noch einmal die besondere Arbeit der Lebenshilfe in den Mittelpunkt seiner Rede. Da unter den Geehrten neben dem OB Kissel auch sein Amtsvorgänger in Monsheim, Verbandsbürgermeister a.D. Willi Johannes und mit Thomas Metzler auch ein langjähriges Vorstandsmitglied war, konnten dabei auch Erinnerungen an sehr schwierige Zeiten der Lebenshilfe ausgetauscht werden.
In seinem Rechenschaftsbericht ging Ulrich Granseyer auf das neue Bundesteilhabegesetz, die neue Tagesförderstätte in Osthofen, die Aufgaben und Netzwerksarbeit des Vorstandes ein.
Noch immer gibt es viele Fragezeichen beim Bundesteilhabegesetz. Kernpunkt dieses Gesetzes ist, dass für jeden einzelnen Antragsteller ein individueller Gesamtplan erstellt wird. Nach Abschluss der Beratungen enthält der Gesamtplan sämtliche Unterstützungsleistungen zur Teilhabe. Der Weg und die Umsetzung des BTHG wird ein sehr umfangreicher und langwieriger Prozess, der alle Beteiligten viel Arbeit abverlangen wird. Problematisch an dem Gesetz ist, dass Menschen mit kognitiven Einschränkungen und geistigen bzw. psychischen Behinderungen bei der Gesetzesformulierung nicht im Blick der Macher waren, sondern vor allem Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Das führt jetzt bei der Umsetzung dazu, dass für Menschen mit geistiger Behinderung vieles nachjustiert werden muss.
Richtfest der Tagesförderstätte
Ein ganz wichtiger Meilenstein und Höhepunkt im vergangenen Jahr war die Feier zum Richtfest der Tagesförderstätte in Osthofen die gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verwaltung gefeiert wurde. Im Vordergrund standen die Fortschritte bei der Fertigstellung des Neubaus, im Hintergrund waren die vertraglichen Festlegungen aber ebenso ein intensives Arbeitsfeld für den Vorstand. Grundlage ist ein Erbbaurechtsvertrag, in dem eine monatliche Pachtzahlung an den Verein festgelegt wird und damit dem Verein auf Dauer eine solide Einnahmesituation verschafft.
In Ergänzung des Rechenschaftsberichts des Vorsitzenden führte Geschäftsführer Norbert Struck überblicksartig durch die Entwicklung der Lebenshilfe im letzten Jahr. Die Gewinnung von Fachpersonal wird zunehmend schwieriger und zugleich in der täglichen Arbeit immer wichtiger. Ebenfalls sprach er – wie Granseyer – das Bundesteilhabegesetz aus Sicht der Einrichtungen an. Norbert Struck ging zudem noch auf das sensible Thema „Wohnen im Alter“ ein, gerade auch für Menschen, die viele Jahrzehnte in der Lebenshilfe gearbeitet und gewohnt haben und auch im Alter weiterhin pädagogisch-psychologische Begleitung und Betreuung benötigen. Hier wird an sozialverträglichen Lösungen gearbeitet, die fachlich, medizinisch wie emotionell beleuchtet werden müssen. Mit dem Haus Jacobus in Osthofen wurde ein kompetenter Partner gefunden, der große Erfahrungen im Umgang mit älteren, geistig behinderten Menschen mitbringen und die baulichen Voraussetzungen erfüllen.
Kassenbericht und weitere Termine
Der Schatzmeister Richard Götz stellte kurz und knapp den Kassenbericht vor und zeigte auf, dass die wirtschaftliche Basis des Vereins weiterhin solide ist. Die Kassenprüfer bestätigten die seriöse Arbeit des Vereins und beantragten die Entlastung des Vorstands. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt.
Zum Schluss wies Ulrich Granseyer noch auf die anstehenden Ausstellungen des atelierblau im Dom hin, die im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums zusammen mit Domprobst Tobias Schäfer und dem Dominikanerkloster veranstaltet werden. Die Feierstunde zum 10-jährigen Jubiläum wird am Donnerstag, dem 7. März um 18 Uhr in der EWR AG, Lutherring 5 stattfinden. Den Gastvortrag hält Heiko Ernst (Psychologie heute). Am Freitag, dem 8. März wird die Ausstellung „Mit anderen Augen“ um 16.30 Uhr im Dom St. Peter eröffnet. Führungen durch die Ausstellung im Wormser Dom finden nochmals am 9. März, 16. März und 23. März jeweils um 11.30 Uhr statt.
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