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  • Mo., 27. Juni 2022, 07:55 Uhr
    WORMS-PFEDDERSHEIM: Der Pedderschmer Markt e.V. hat Großes vor / Geheimnisse aber noch nicht ganz gelüftet

    Die neue Marktfraa ist schon ausgeguckt!

    Mira, Felix und Jeanette bei der stimmungsvollen Vorstellung (von links). Foto: Rudolf Uhrig


    Von Rudolf Uhrig Marcel Beck, der Winzerborsch von einst, hatte gleich drei „Marktfrauen“ an seiner Seite. Natürlich nicht gleichzeitig. (Das wäre selbst in Pfeddersheim nicht erlaubt…!) Sein Nachfolger im Amt, Winzerborsch Felix Fernow, ist ihm auf den Fersen: er bekommt jetzt seine Zweite.

    Marktfraa Mira Stahlheber hat nun fertig. Drei Jahre war auch sie im Amt. Aber wie sie sagt, „gefühlt sind es nur so ca. 1 ½ Jahre.“ Schuld ist natürlich die Corona-Pandemie. Sie stellte vieles auf den Kopf. Aber in Pfeddersheim nicht unbedingt alles. Denn so ist der zwei-jährige Wechsel, einmal von Winzerborsch, mit der einstigen und neuen Marktfraa, konstant. Das heißt, jeder Repräsentant und jede Repräsentantin des Marktfleckens wechseln nach dem 2. Amtsjahr, aber nicht zusammen: einer bleibt und einer geht.

    Man merkt es im Interview am Sonntag in der „Alten Synagoge“ mit der jungen Dame, Mira ist in ihrer Rolle als Marktfraa wirklich aufgegangen. Sie war (und ist) engagiert, und Feuer und Flamme für ihr „Pedderschem“. So sagt sie zwar stolz, aber auch wehmütig, dass sie wohl die erste und einzige Marktfraa war, die drei verschiedene Pfeddersheimer Marktplätze – im wahrsten Sinne des Wortes – erlebt hat. Sie wurde vorm Rathaus in ihr Amt eingeführt, im letzten Jahr musste wegen der Pandemie abgespeckt und improvisiert werden, da fand der „Markt“ auf der Liegewiese im Paternusbad statt; und nun auf dem Parkplatz vor der Paternusschule. Insofern ist nun auch schon ein Geheimnis des „Pedderschmer Markt e.V.“ gelüftet: Man zieht um. Das Gemütliche und Gesellige wird nahe der Pfrimm, unter regenschützenden und schattenspendenden Baumkronen stattfinden. Während die Gaudi für die Kids, eben die Fahrgeschäfte, etwas weiter nördlich, zum Schwimmbad, rücken. So verrät es der 2. Vorsitzende des Vereins Marco Schreiber.

    Während für den 20-jährigen Felix, der auf Lehramt Geschichte und Informatik in Mainz studiert, klar ist, dass er zwei Schürzen hat, nämlich jetzt eine Grüne (mit Mira zusammen) und dann eine Rote, eben mit der „Neuen“ – Jeanette, ist das Kleid für die gleichaltrige junge Dame noch nicht entschieden. Zwei sind in der Auswahl, aber… sie hat sich eben noch nicht für das eine oder andere durchringen können. Kommt Zeit kommt Rat! Klar ist aber für die Pfeddersheimerin, die ein integratives Studium mit Abschluss Logopädin macht, das ihr „Krönungswein“ eine Scheurebe sein wird; und zwar aus dem heimischen Bio-Weingut Goldschmidt. Aber sie weiß auch sehr wohl um ihre Aufgaben und Pflichten, darauf haben sie die Vereinsvorsitzenden und Mitglieder bereits vollends eingeschworen: Sie wird alle Pfeddersheimer Winzer vertreten; sie sagt: „da stehe ich freilich über den Dingen.“ Und Marco Schreiber bemerkt nicht ohne Stolz: „… nach vielen, vielen Jahren endlich mal wieder eine echte Winzertochter als Marktfraa“. Und für Jeanette scheint sich sogar eine Art „Orakel“ zu erfüllen, denn als Kind, 2012, saß sie auf einem Umzugswagen als „Marktfraa 2020.“

    50 Auftritte und Feste
    Gefragt nach dem schönsten Erlebnis ihrer gemeinsamen Amtszeit – und sie hatten so ca. 50 Auftritte und Feste zusammen - schwärmen Mira und Felix von einem Ereignis, das nun knappe fünf Wochen zurückliegt. Sie waren am 22. Mai nach Traunstein am Chiemsee zu den Rosentagen und dem Deutschen Königinnen-Tag eingeladen. 260 Königinnen waren es, die den schaulustigen Bayern zuwinkten. „Aber die waren gemessen an unseren Verhältnissen sehr ruhig, so dass wir unser ‚Pedderschem Ahoi‘ zuriefen. Der Bann war wohl gebrochen, das Publikum taute auf. „Ungewohnt war“, so sagt Mira noch, „dass alle zu Fuß gingen, keine Wagen. Ist wohl in Bayern so üblich. Aber unisono sagen Felix und Mira: „das war ein super, super Highlight“!

    Und jetzt, jetzt geht es für Mira dem Ende zu. Aber sie ist hoffnungsfroh, denn die Pandemie spielt nicht mehr die Rolle und noch viele, viele Feste folgen noch bis sie dann am 12. August abtreten wird. Und derweil strickt, wie erwähnt, der Verein an vielen Veränderungen. Nicht nur der Ortswechsel wird stattfinden, sondern es wird – anstatt des bisherigen Marktbuttons – ein neues Weinglas geben. Aber ein besonderes; eine Weinstange mit der Aufschrift „Pedderschmer Probierglälsche“. Und da passen 0,5 Liter rein. Marcel Beck sagt: „in Pfeddersheim ist das wirklich ein Probierglas“. „Und zwar für den kleinen Durst“ ergänzt er lachend. 2016 wurde der Marktverein gegründet, jetzt strebt er nach großen, großen Zielen: Der Pfeddersheimer Markt soll das größte Stadtteilfest werden, zumindest das Größte an der Pfrimm. Immerhin!

    „Die Trachtenblaskapelle aus Lautrach wird wieder Gast beim Fest sein; mittlerweile sind wir gute Freunde und es ist Tradition geworden“… sagt Schreiber. Aber Glas (eben „her de klene Dorscht“) und Programm werden die Pfeddersheimer noch mal separat vorstellen. Man darf also gespannt sein. Die Vorstellung von Jeanette und Felix ist schon mal bestens gelungen.

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