WESTHOFEN: Der Heimatverein präsentiert zum 71. Traubenblütenfest seine Weinmajestäten / Katja Klemmer erklimmt den Thron / Leona Michalek und Sophia Balz Prinzessinnen
Die „Neuen“ stehen in den Startlöchern
Traubenblütenkönigin Katja Klemmer mit ihren Prinzessinnen Leona Michalek und Sophia Balz (links). Foto: Rudolf Uhrig
VON RUDOLF UHRIG | Wenn man an Westhofen und seine Feste denkt, kommt man an den Namen Grünewald, Balz, Orb, Klemmer und nun auch Herweck nicht vorbei. Seit Jahren, gar Jahrzehnten, engagieren sich diese Familien im Heimatverein und pflegen mit Hingabe die Traditionen des einstigen Marktfleckens. Und man weiß, die können sich sehen lassen, sogar immer wieder im Fernsehen.
Erleichterung: Das Fest findet statt!
Julius Orb ist daher auch am Mittwochabend im Domizil des Heimatvereins, in der Wormser Straße Nr. 3, einem Barockhaus, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, sehr glücklich, endlich wieder verkünden zu können, dass das traditionsreiche Traubenblütenfest – egal wie auch immer – in diesem Jahr vom 17. bis 20. Juni stattfinden wird. Viele Pläne habe man in Pandemie-Zeiten regelrecht „in den Papierkorb werfen müssen“, sagt Orb in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Heimatvereins.
Würdige Nachfolgerin gefunden
Nun aber sitzen fünf junge Damen an der Stirnseite des Tisches; die Vorgängerinnen und die Nachfolgerinnen. Hans-Werner Balz, dessen Tod sich fast auf den Tag genau (5. Mai) zum ersten Mal jährt und der sich bislang nach eigenem Bekunden als Königinnenmacher präsentierte, hat in Gudrun Herweck eine würdige Nachfolgerin gefunden. Tief geht sie bei der Vorstellung der jungen, nunmehr bald „royalen Damen“, in deren Annalen ein und stellt die Familien sowie deren Tun und Treiben vor. Ihr „Töchterchen“ Laura Alessia war seit 2019 Traubenblütenkönigin, Catherina Nolte und Katja Klemmer ihre Prinzessinnen. Zum 71. Traubenblütenfest klettert nun aber Katja Klemmer auf die oberste Stufe und wird neue Westhofener Traubenblütenkönigin. Leona Michalek und Sophia Balz fungieren als ihre Prinzessinnen.
Mit Weinbergen, Weinen und der Tradition eng verwurzelt
Alle drei sind waschechte Westhofenerinnen, mit Weinbergen, Weinen und der Tradition eng verwurzelt. Die Freundinnen kennen sich freilich schon von ihrer Kindheit her. So verriet die 23-jährige Katja Klemmer, die als Erzieherin im Kindergarten in Gau-Odernheim ihre Berufung gefunden hat, dass sie Sophia durch viele gemeinsame Aktivitäten im Heimatverein kennt und Leona vom Turnen. Aber sie sagt auch mit Blick zu Leona gewandt, dass sie sich im Wettkampf durchaus auch schon als Konkurrentinnen gegenüber standen. Und sie verriet dazu, dass sie bei keiner geringeren als Laura Herweck 2003 als Kronenmädchen auf dem Kelterstein stehen durfte. Sie ist ein „Süßmäulchen“ – zumindest was den Wein anbelangt. Eine Huxelrebe ist ihr Lieblings- und Krönungswein. Kein Zufall, dass der Ausbau im Familienweingut vorgenommen wurde. Ihre bald 19-jährige Prinzessin, Sophia Balz, die sich im dritten Ausbildungsjahr zur Steuerfachangestellten befindet, kennt die Feste ihrer Heimatgemeinde genau; und sie bewunderte schon immer die Traubenblütenmajestäten. Jetzt ist sie eine davon. Die junge Dame, die Gewürztraminer mag (also auch ein Süßmäulchen), ist gerne in freier Natur unterwegs, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Aber sie kann sich auch stundenlang mit Büchern befassen.
Heimatort und dessen Weine näher bringen
Sportlich aktiv mit Wandern und Bergsteigen ist auch die dritte junge Dame im Bunde: die 22-jährige Leona Michalek. Aber Handarbeiten und gärtnern gehören ebenso zu ihren Hobbies. Im nächsten Jahr wird sie ihr Examen als Physiotherapeutin ablegen; bis dahin teilt sie aber diese Ausbildung mit den nunmehr anstehenden „Pflichten als Westhofener Traubenblüten-Prinzessin“. Alle drei eint auch, dass sie nicht nur Westhofen als ihre obersten Repräsentantinnen vertreten möchten, sie möchten den „vielen fremden Menschen“, denen sie begegnen, ihren Heimatort und dessen Weine näher bringen. Spaß und tolle Erlebnisse sollten dabei, wie sie meinen, auch nicht zu kurz kommen.