
Von Vera Beiersdörfer | In fünf Wochen wird Komet Gisbert auf der Erde einschlagen und alles Leben vernichten … doch, was juckt das die Pfälzer? „Aller hopp“ – für Endzeitstimmung hat man hier keine Zeit! Die sechsteilige SWR-Serie „Pälzisch im Abgang“, eine Provinz-Comedy mit viel Lokalkolorit und herzlichem Pfälzer-Dialekt, entlarvt in den letzten Wochen vor dem Armageddon die Nichtigkeiten des Lebens und regt an, es zu genießen.
In seiner ersten Schauspielrolle überhaupt ist auch der Wormser Markus Gutzler als Hans Gutzelmann immer dienstags um 22.30 Uhr zu sehen. Der 41-Jährige hat bisher weder eine Bühne betreten noch vor einer Kamera gestanden. „Mich hat ein Arbeitskollege auf das Casting hingewiesen“, berichtete Markus Gutzler. Zunächst glaubte der „Nachwuchs-Schauspieler“ jedoch an einen schlechten Aprilscherz, als er die Anmeldung für das Vorsprechen am 1. April sah. Mit dem Gedanken „nichts zu verlieren“ versuchte er dennoch sein Glück und erhielt zwei Drehbuch-Auszüge, die er vorbereiten sollte. Etliche Mitbewerber waren nach Mannheim in das SWR-Studio gekommen und der Wahl-Pfeddersheimer erhielt leider eine Absage für eine der beiden Hauptrollen, für die er gecastet wurde. „Das war aber gar kein Beinbruch, schließlich habe ich ja nichts erwartet“.
Umso mehr freute sich Markus Gutzler, als er irgendwann später unerwartet eine Mail der Produktionsfirma aus Stuttgart erhielt, in der er nach Bad Dürkheim zum Vorsprechen für die Rolle des Hans Gutzelmann eingeladen wurde. „Es war wirklich ein witziger Zufall, dass sich mein Name und der Name meiner Rolle so ähneln“. Nach Rücksprache mit seinem Arbeitgeber konnte der gebürtige Weinsheimer an den sieben Drehterminen teilnehmen. „Ich bin meinen Vorgesetzten wirklich dankbar, dass sie es mir ermöglicht haben, diese Erfahrung mitzunehmen. Zwar kannte ich die Drehtage, aber beim Fernsehen muss man auch äußerst spontan und flexibel sein. Gerade die Zeiten für die Außenaufnahmen wurden uns recht kurzfristig mitgeteilt“, berichtet Gutzler, dem die Dreharbeiten viel Spaß bereitet haben. „Es war schon sehr spannend mal hinter die Kulissen eines Filmsets zu schnuppern und darüber hinaus sogar selbst ein Teil des Teams zu sein“. Probleme mit der Aussprache hätte er keine gehabt. „Eher damit, wie das Drehbuch auf Pfälzisch geschrieben war“, gibt er augenzwinkernd zu.
Pfälzer Endzeitstimmung
In der Serie hat Familie Fröhlich aus Bad Dürkheim es mit sich selbst schon nicht leicht – und jetzt steht auch noch die große Katastrophe, das Ende allen Seins, bevor. Mutter Katharina, leidenschaftliche Winzerin, will sich von Vater Micky trennen und ihm die Affäre mit ihrer Jugendliebe Casino-Klaus gestehen. Micky, ehemals erfolgreicher Motivationstrainer, will seiner Familie die Insolvenz beichten und Natalie, die rebellische Jüngste, hat heimlich ein Weltreise-Ticket gekauft, um endlich aus der Heimat zu entfliehen. Nur Sohn Basti, Winzerazubi, und Opa Alfred sind rundum zufrieden mit dem Pfälzer-Way-Of-Life: Riesling, „Schorle im Dubbe“ und der 1. FCK.
Markus Gutzler verkörpert die Rolle des Hans Gutzelmann, ein treuer Gefolgsmann des Live-Coachs Micky Winkler, der naiv-positiv an das Gute am Weltuntergang glauben will.
Wer gern wissen will, wie wahre Pfälzer Endzeitstimmung aussieht und ob Hans Gutzelmann den Glauben an eine glückliche Wendung des Schicksals nicht verliert, kann noch bis zum 1. Dezember, immer dienstags um 22.30 Uhr, das SWR-Fernsehen einschalten oder sich die Folgen in der SWR Mediathek (http://swrmediathek.de) anschauen.
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