Do., 29. Januar 2015, 10:00 Uhr
Aufgrund einer „guten Verfassung der regionalen Wirtschaft“ falle der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Worms zu Jahresbeginn geringer als in den Vorjahren
Die Quote liegt jetzt bei 8,6 Prozent!
Saisonbedingt wird der Jahresanfang regelmäßig von einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen begleitet. Verantwortlich hierfür sind Entlassungen in den wetterabhängigen Branchen sowie das Auslaufen von befristeten Verträgen zum Jahresende. So kam es auch in diesem Januar in der Stadt Worms in fast allen Wirtschaftsbereichen zu mehr Entlassungen als im Vormonat. Besonders betroffen waren Bau- und Baunebenberufe, Verkehrs- und Logistikberufe Zeitarbeiter und Beschäftigte im Gastgewerbe.
Deutlich unter dem Vorjahresniveau
Dies ließ die Zahl derer, die sich nach vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos melden mussten, im Vergleich zum Vormonat im Bereich der Arbeitsagentur um rund 63 Prozent und im Bereich des Jobcenter Worms um 28 Prozent ansteigen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel aber mit insgesamt mit 6,8 Prozent deutlich niedriger aus als in den Vorjahren, so dass die Arbeitslosigkeit auch zu Jahresbeginn deutlich unter dem Vorjahresniveau lag.
„Damit hat sich der positive Trend aus dem letzten Quartal des Vorjahres auch zum Jahresanfang fortgesetzt“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. Darin spiegelt sich für die Arbeitsmarktexpertin auch die gute Verfassung der regionalen Wirtschaft, die grundsätzlich zuversichtlich in das neue Jahr blickt.
Die starken Bewegungen zum Jahresbeginn am Arbeitsmarkt machten vor allem Männer und ausländische Arbeitskräfte arbeitslos. „Viele ausländische Arbeitskräfte sind in den saisonabhängigen Branchen, etwa auf dem Bau oder in der Gastronomie beschäftigt“, so Decker. „Deshalb sind sie auch besonders häufig von der typischen Winterarbeitslosigkeit betroffen.“ Auch dass viele der ausländischen Arbeitnehmer im Helferbereich arbeiteten, erhöhe das Risiko, immer wieder arbeitslos zu werden. „Deshalb versuchen wir mit berufsbezogenen Sprachkursen und gezielten Qualifizierungsmaßnahmen den Weg in eine nachhaltige Beschäftigung zu ebnen.“
Insgesamt 3.774 Männer und Frauen arbeitslos
Im Januar waren in Worms insgesamt 3.774 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 239 mehr als im Dezember, aber 158 oder 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfasst, lag mit 4,1 Prozent noch deutlicher unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote stieg von Dezember auf Januar von 8,1 auf 8,6 Prozent. Im Januar des Vorjahres hatte sie 9 Prozent betragen. Von den 3.774 Arbeitslosen im Januar wurden 1.100 von der Arbeitsagentur und 2.674 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar entfiel zu rund 60 Prozent auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger.
Von den Entlassungen zu Jahresbeginn waren vor allem männliche und ausländische Arbeitskräfte betroffen. Die Quote der Männer stieg von 7,6 auf 8,4 Prozent, die der Ausländer von 15,9 auf 18,3 Prozent. Der Zugang offener Stellen zeigte sich zum Jahresanfang etwas stärker als im Dezember und auch stärker als im Vorjahr. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 242 Stellen, 34 mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigte sich im Januar auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,2 auf 5,7 Prozent, Stadt Mainz von 6,2 auf 6,8 Prozent, Stadt Worms von 8,1 auf 8,6 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,1 auf 4,7 und Landkreis Mainz-Bingen von 3,9 auf 4,2 Prozent.