20.000 Kinder über Gefahren aufgeklärt / Jubiläumsveranstaltung in Horchheim
Die SiWO-Puppenbühne – seit zehn Jahren „einfach stark”
Seit zehn Jahren klärt die SiWO-Puppenbühne Kinder vor Gefahren auf –die Kinder der Horchheimer Kindergärten und der Kerschensteiner-Grundschule zeigten sich am Mittwoch begeistert. Foto: Benjamin Kloos
VON BENJAMION KLOSS Kinder aufklären und vor Gefahren schützen, sei es im Straßenverkehr oder besonders auch vor sexuellen Übergriffen, ist das Ziel des Vereins „Sicheres Worms – SiWO”. Hierzu spielt die rein aus Spenden finanzierte SiWO-Puppenbühne ehrenamtlich jährlich in allen Wormsern Kindergärten und den ersten Klassen der Grundschulen das pädagogisch wertvolle Stück „Einfach stark” – so auch am Mittwoch in Horchheim. Dabei wurde der Ort für diese besondere Aufführung bewusst gewählt, denn vor genau zehn Jahren, am 2. Mai 2007, fand hier in der Kerschensteiner-Grundschule die Premiere statt. Bis heute wurden insgesamt 250 Vorstellungen für circa 20.000 Wormser Kinder durch die ehrenamtlichen Schauspieler gespielt. Und das nicht nur lehrreich und eindrucksvoll, sondern besonders kindgerecht, so dass die jungen Zuschauer zwar etwas lernen, aber keine Angst vor den aufgezeigten Gefahren bekommen. Und: „Kinder behalten sich das Gesehene über einen langen Zeitraum hinweg und können auch nach Jahren die wichtigen Inhalte und Figuren benennen. Dabei ist das Theater durch die Puppen und die immer wiederkehrenden Wiederholungen wesentlich einprägsamer als etwa ein Film im Fernsehen – auch dadurch, dass die Kinder das Stück einmal im Kindergarten und dann nochmals in der Schule sehen”, betonte der SiWO-Vorsitzende Wolfgang Schneider im Gespräch mit dem NK.
Neben den Hinweisen auf das richtige Verhalten im Verkehr und dass man nicht schlagen und schon gar nicht stehlen darf, steht besonders die Gefahr des sexuellen Missbrauchs im Vordergrund. Dieser geschieht größtenteils im direkten Umfeld, wie im SiWO-Stück anschaulich verdeutlicht. „Wichtig ist, dass die Kinder Selbstvertrauen haben, laut nein zu sagen, bereits bevor wirklich etwas passiert”, stellte Wolfgang Schneider klar. Dass ein Kind weiß, dass es laut nein sagen darf, sei der einzige Schritt, eine Straftat zu verhindern. Denn Täter wollen im Verborgenen bleiben und suchen sich schwache Opfer aus. „Deshalb wollen wir die Kinder mit unserem Stück stark machen.”
Wichtig ist den Mitgliedern der Puppenbühne auch der Verweis darauf, dass sich die Kinder immer an eine Person ihres Vertrauens wie ihre Eltern oder Großeltern wenden sollen, wenn etwas ist. Diese sollten sensibel reagieren und genau beobachten, denn nicht hinter jeder Ablehnung steht ein sexueller Übergriff – vielmehr kann eine ganz einfache Ursache der Grund sein. Panik sei hier auf jeden Fall fehl am Platz, genauso wie bei einem anderen wichtigen Punkt: „Bitte wenden Sie sich direkt an die Polizei, wenn Sie etwas ungewöhnliches wie ein auffälliges Auto vor der Schule oder dem Kindergarten aufhält und schreiben Sie nicht zunächst über Twitter oder Facebook – denn nur dann können wir schnell handeln und es wird unnötige Panik unter den Eltern vermieden”, bittet die Polizei um Verständnis und Mithilfe. Das Stück selbst stieß bei den jungen Zuschauern erwartungsgemäß auf Begeisterung, die Kinder dankten den Puppenspielern für ihr Engagement mit viel Applaus und einer Rakete.