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Di., 08. Oktober 2013, 16:45 Uhr
Verdienter 1: 0-Sieg gegen den Bitburger SWFV-Pokalendspielgegner Arminia Ludwigshafen
Die TSG Pfeddersheim kannte auch bei der Revanche keine Gnade
In einer ähnlichen Situation, nur von der anderen Seite, köpfte Jonas Frey das alles entscheidende Tor zum 1:0-Sieg gegen Arminia Ludwigshafen. Foto: Klaus Diehl
VON KlAUS DIEHL Man bekommt im Leben wie auch im Sport nur eine Chance in bestimmten Situationen. Vergibt man diese, so muss man zusehen wie man das Verpasste nachholen kann oder ob sich gar eine zweite Chance ergibt. So erging es im Dauerregen am letzten Samstag auch Jonas Frey von der TSG Pfeddersheim. Gerade in der 68. Minute für Sebastian Schulz eingewechselt, brachte er zwei Minuten später gegen Arminia Ludwigshafen das Kunststück fertig, nach präziser Vorlage von Dennis Seyfert, den Ball aus knapp einem Meter Entfernung parallel zum Gäste-Tor in das Aus zu schießen.
Das Tor war völlig leer. Keine 100-prozentige, sondern eine 1000-prozentige Torchance. Wehe, wenn das Spiel am Ende nicht doch noch gewonnen worden wäre. Doch darüber verschwendete der 21-jährige Rohdiamant keine Zeit, er ist auch kein Freund von langem Nachdenken oder gar Trübsal blasen. Vielmehr besitzt er eine positive Eigenschaft, auch nach dem Schlusspfiff alles schnell abzuhaken und auf die nächste Gelegenheit zu warten, um Versäumtes nachzuholen. Dies bot sich ihm nur ganze drei Minuten später, als er nach einer gut getimten Ecke, getreten vom „Wirbelwind“ Dennis Seyfert, am schnellsten reagierte und Jonas Frey per Kopf das runde Spielgerät unhaltbar in das Arminia-Tor versenkte.
Ein verdienter 1:0-Sieg, bei dem nach der Führung Dennis Seyfert eine weitere Riesenchance vergab und auch Mathias Tillschneider, erneut war Dennis Seyfert der Vorlagengeber, aus wenigen Metern den Ball an den Pfosten setzte. Wenn man mehrfach den Namen Dennis Seyfert erwähnen darf, so war der Verlauf der zweiten 45 Minuten eigentlich wie für ihn gemacht. Denn als spielender oder auch unechter Mittelstürmer hob er in der Endphase die Arminia-Deckung regelrecht aus der Verankerung. Mathias Tillschneider war ihm dabei ein kongenialer Partner. Man darf davon ausgehen, dass Dennis Seyfert keinen Ehrenplatz im Vereinsheim der Arminia Ludwigshafen bekommen dürfte.
Denn auch im Pokal-Endspiel um den Bitburger SWFV-Verbandspokal gegen die schon mit 2:0 führenden Arminen war es Dennis Seyfert, der mit seinem Treffer zum 1:2 das Signal zur Aufholjagd gab und auch den entscheidenden 6. Elfmeter zum 7:6-Pokalsieg nach Elfmeterschießen verwandelte.
Doch was hatte dieses Endspiel mit dem erneuten Aufeinandertreffen beider Mannschaften zu tun? Zunächst musste man davon ausgehen, dass die Gäste auf eine Revanche aus waren. Auf der anderen Seite darf man umso erfreuter feststellen, dass die TSG-Spieler seit diesem historischen Pokalsieg in keiner Weise irgendwie abgehoben haben. Vielmehr hat dieser Sieg und auch der Erfolg bei der Wormser Fußball-Stadtmeisterschaft viel Selbstvertrauen gebracht und auch das spielerische Potenzial innerhalb der Mannschaft mehr zum Tragen gebracht. Dazu zeichnet die Mannschaft auf und auch außerhalb des Platzes ein großer Zusammenhalt aus. Unterlegt durch das Tabellenbild liegt man doch nach 13 Spieltagen mit 26 Punkten als erster Verfolger des Tabellenführers SC Hauenstein auf einem nie für möglich gehaltenen zweiten Tabellenplatz.
Der große Jubel nach dem Schlusspfiff am letzten Samstag machte auch deutlich, dass die TSG-Spieler alles nur nicht gegen die Arminen verlieren wollten. In diesem erneuten Aufeinandertreffen wollte in den ersten 45 Minuten keine der beiden Mannschaften einen Fehler machen. So bestimmte viele Spielanteile im Mittelfeld diese erste Halbzeit, bei der die Gäste in der 43. Minute in Führung hätten gehen können. Doch Abwehrchef Matthias Lang grätsche dem fast enteilten Marc-David Thau gerade noch den Ball vom Fuß.
Ansonsten war von dem gefürchteten Tempospiel der Arminen-Elf nichts zu sehen. Auf der Gegenseite war es ein erwähnenswerter Distanzschuss von Sebastian Schulz, der aber ohne Gefahr für das Gästetor war. In der Pause müssen wohl beide Trainer ihren Mannschaften mehr Aktivitäten in Richtung der gegnerischen Tore verordnet haben. Und es häuften sich auch die Tor-Möglichkeiten. Nach einer Stunde Spielzeit waren beiderseits die Turbos hoch gefahren und die im Regen ausharrenden Zuschauer sahen denn auch ein echtes Spitzenspiel.
Das Auslassen klarster Chancen auf TSG-Seite hätte sich durchaus rächen können, wenn nicht Björn Miehe unmittelbar vor dem Ende der regulären Spielzeit per Kopf auf der Linie hätte klären können. Doch gemessen an den klareren Torchancen war der knappe TSG-Sieg am Ende nicht unverdient, was auch Gästetrainer Thomas Fichtner zugab.
Für die TSG Pfeddersheim spielten: Thomas Müller, Sven Oswald, Matthias Lang, Björn Miehe, Christopher Ludwig, Enis Aztekin, Tobias Klotz, Arijan Berisha, Mathias Tillschneider, Dennis Seyfert, Sebastian Schulz (68. Jonas Frey).