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  • So., 12. April 2015, 21:17 Uhr
    Ohne fünf Stammspieler knöpfte man dem Tabellendritten aus Elversberg verdient einen Punkt ab / Starkes Startelf-Debut von Meik Karwot / Umstrittenes Gegentor

    Die Wormatia-Regionalliga-Elf zeigte, dass sie noch lebt

    VON KLAUS DIEHL Wenn  Plan „A“ nicht funktioniert, wie zuletzt mit vier Niederlagen in Folge, so muss eben ein Plan „B“ her. Wie aber, wenn zusätzlich Stammspieler wie Torhüter Tim Paterok mit „Rot“, Benjamin Maas, Sandro Löchelt und Enis Saiti mit „Gelb“ gesperrt sind und MIttelfeld-Renner Benjamin Himmel verletzt ausfällt? Dazu die Spieler zuletzt mehr mutlos und ohne Selbstvertrauen zu Werke gingen.

    Keine leichte Aufgabe für Cheftrainer Sascha Eller und seine Mistreiter Steven Jones, Simon Eller und Torwarttrainer Christian Adam. Gerade Letzterer hatte das wahrlich nicht leichte Amt,  den zuletzt aus dem Walldorfer Spiel auch gescholtenen Zweittorhüter Timo Utecht aufzubauen. Nun, nach 90+2 Minuten darf man allen Beteiligten bescheinigen, dass Plan „B“ sich als richtig und  wichtig erwies, eine 5. Niederlage in Folge nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Ja man behaupten kann, dass Elversberg sehr umstritten durch Antonyos Celik in der 72. Minute zum Führungstreffer kam.

    Wie sah Plan „B“ aus
    Der Zweck heiligt zwar nicht immer die Mittel, doch im Fußball und speziell beim Regionalligisten VfR Wormatia war dies am letzten Samstag aber genau richtig. Getreu der Devise: Erfolg fängt in der Abwehr an und wie kann ich verunsicherte Spieler wieder aufbauen, setzte Sascha Eller voll auf Defensive gegen  eine bekanntlich sehr spielstarke und erfahrene Mannschaft aus Elversberg.

    Besetzt mit Spielern, die Hunderte von Spielen, angefangen von der 1. über die 2.  und 3. Liga auf dem Bickel und als Ziel haben, nach dem letztjährigen Abstieg aus der 3. Liga auf Anhieb den Wiederaufstieg zu schaffen.  „Fünferreihe hieß das Zauberwort  mit von links Eugen Gopko, Kristian Maslanka, Meik Karwot und Alexander Hien in der Innenverteidigung und als besondere und absolut geglückte Überraschung mi Sascha Wolfert auf der linken Seite.

    Für Sascha Wolfert insofern nichts Neues, weil er bei seinem letzten Verein, eben dem SV Elversberg, diese Position schon mehrfach innehatte. Sein Gegenspieler Mijo Tunjic, im Hinspiel bei der 0:3-Niederlage noch zweifacher Torschützen, machte buchstäblich keinen Stich gegen den sonstigen Offen-Angreifer und verkroch sich nach dem Seitenwechsel auf eine andere Position. Doch auch seinem Nachfolger, dem fünffachen finnischen Nationalspieler  Sebastian Manntröm  erging es kaum besser. Im mehr defensiven Mittelfeld  standen  Ricardo Antonaci, Alan Stulin und Björn Weisenborn, davor lauerten Alper Akcam, der besonders viel Laufarbeit leisten musste, sowie Florian Treske auf ihre Chance.

    Nach einer gewissen Nervosität fanden die  Wormaten in das Spiel
    Das beste System und Taktik funktioniert nicht, wenn es die Mannschaft nicht annimmt und/oder umsetzen kann. Doch nach wenigen Minuten Nervosität waren die Wormaten – wenn auch mehr im defensiven Bereich – im Spiel. Das Vorhaben auf schnelle Konter zu lauern wäre in der 4. Minute beinahe in Erfüllung gegangen. Von Björn Weisenborn mustergültig in den freien Raum geschickt, schüttelte Alper Akcam alle Verfolger ab, umspielte auch den  heraus geeilten Gästetorhüter Morten Jensen. Doch just in dem als er den Ball  etwas rechts vom Tor einschießen wollte, sprang der Ball kurz auf und Akcam etwas vom Fuß und Elversberg durfte froh sein, dass es nicht 1:0 für die Wormaten hieß.

    Eine tolle Aktion, die ein Tor eigentlich verdient gehabt hätte, jedoch das Spielgerät leider nur am Außennetz  landete. Wer nun einen Sturmlauf der Gäste erwartet hatte, wurde bis zur Pause zumindest enttäuscht. Denn die Defensive der Wormaten stand nahezu bombensicher, hervorragend dirigiert von Meik Karwot. Sicherlich hatte Elversberg einen sehr hohen Prozentsatz an Ballbesitz, doch es gelang ihnen einfach  nicht, den Betonring um das Wormatia-Tor zu knacken, der wie beim Handball spätestens an der Strafraumgrenze wie gegossen stand.

    Es war die 86. Spielminute als Ali Özgün in der obigen Szene den Elversberger Torhüter zum 1:1 überlupfen konnte. Foto: Felix Diehl


    Elversberg versuchte nach dem Seitenwechsel einen Gang zuzulegen
    Mit der Einwechslung des weiteren Angreifers  Antonyos Celik für Benjamin Förster in vorderster Spitze, versuchten die Gäste nun noch mehr Druck auf das Wormatia-Tor auszuüben, was ihnen aber nur bedingt gelang. So in der 59. Minute, als Timo Utecht mit der Brust vor Mijo Tunjic klären musste und der Nachschuss  des Ex-Herthaners  Maximilian Nicu am verwaisten Wormatia-Tor vorbei ging.

    In der 72. Minute sodann die  mehr als umstrittene Elversberger Führung.  Nach einem von Wolfert im Hochspringen verpassten Eckball, gab es einen Riesenpulk vor dem Wormatia-Tor, als plötzlich der Linienrichter an der Tribünenseite die Fahne hob und den von Celik zuletzt berührten Ball hinter der Linie als Tor  anzeigte, was Schiedsrichter Jonas Weickenmeier denn auch tat. Selbst die Elversberger  Spieler konnten es im ersten Moment nicht fassen und  Riesenproteste fast aller Wormaten einschließlich Torhüter Utecht, der dafür ebenso wie Karwot „Gelb“ sah. Alle  daran beteiligten Spieler  betonten nach dem Schlusspfiff, dass der Ball nicht  in vollem Umfang hinter der Linie war. Bestätigt auch von Zuschauern die auf gleicher Höhe standen.

    Gab es nun wieder  „Kopf-Runter“ bei den Wormaten?
    Ein eindeutiges Nein, denn sie hatten sich in diesem Spiel sichtlich wieder etwas Selbstvertrauen geholt und hatten wohl auch erkannt, dass Elversberg in der Abwehr – besonders bei langen Bällen – verwundbar war. Zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, setzte der eingewechselte Zahit Findik mit einem Lupfer auf halblinks den ebenfalls eingewechselten Ali Özgün frei, doch dessen Schuss parierte der Gäste-Keeper mit einem schmerzhaften Bauch und musste behandelt werden.

    Fünf Minuten später wäre Özgün kurz hinter der Mittelinie wohl wieder enteilt gewesen, als ihm  der Elversberger  Thomas Birk auf den Fuß trat und  dafür – er hatte zuvor schon „Gelb“  gesehen - mit der Ampelkarte bedacht vorzeitig duschen durfte. Die Wormatia-Strafe folgte nur eine Minute später auf dem Fuß, als Alan Stulin mit einem langen Pass in den freien Raum Ali Özgün auf die Reise schickte, dieser mit dem Ball Fuß nicht zu bremsen war und mit einem Heber über den Elversberger Torhüter hinweg, für das viel bejubelte 1:1 sorgte. In der Nachspielzeit verhinderte Meik Karwot mit tollem Einsatz, die dritte Chance der Gäste.

    Ein absolut verdienter Punkt für die Wormaten
    Genau genommen gab es auf jeder Seite drei torreife Chancen und deshalb gab es am Ende auch  einen verdienten Punkt für die Eller-Truppe.  Sicherlich wussten Trainer und  Spieler, dass die gegen Elversberg gezeigte Taktik nicht gerade etwas für begeisterungsfähige Zuschauer war. Doch an diesem Tage  heiligten die Mittel den Zweck um eine verunsicherte Mannschaft nicht noch mehr in Unsicherheit versinken zu lassen. Noch ein Wort zum Gästetrainer Willi Kronhardt: Ein selten unsympathischer Vertreter seiner Gilde.

    Fair-Play- erinnert sei auch an das Hinspiel als das zweite Tor nach einem auf dem Platz liegen gebliebenen  Wormatia-Spieler seinen Ausgang hatte, von dem der Ball zum Torschützen Tunjic prallte – wohl nicht in seinem Wortschatz beinhaltet ist und nur lakonisch sagte, die Wormaten hätten in gleicher Situation auch so gehandelt und  den Ball vorher in das Seitenaus schießen können, was aber praktisch nicht möglich war. In Worms bescheinigte  er seinen Spielern überheblich agiert zu haben, was aber so nicht stimmte.

    Vielmehr besaßen sie kein taktisches Konzept (Trainer?), die zugegebenermaßen bedingt mehr destruktive Spielweise der Wormaten zu knacken. Auch sah er das Tor der Wormaten als einen dummen Fehler seiner Abwehr an. Auf das 0:1 angesprochen antworte er ebenso mürrisch: „Der Schiedsrichter hat auf Tor für uns erkannt und das zählt“. Gesehen hat er es bestimmt nicht.

    Was ist dieses 1:1 für den VfR Wormatia wert?
    Nun, so wie nach dem 0:3 in Elversberg im Hinspiel eine Serie mit 16 Punkten aus sechs Spielen der Wormaten zu Ende ging, könnte und sollte dieses 1:1 wieder mehr Selbstvertrauen in das Wormatiaspiel bringen. Sie haben sich in einer schwierigen Situation selbst  am eigenen Schopf  ein ganzes Stück aus dem zuvor aufgetretenen Sumpf gezogen und einige der bisher noch nicht oder nur wenig eingesetzten Spieler haben ihre Duftmarke hinterlassen.

    Es spielten: Timo Utecht, Eigen Gopko (67. Ali Özgün). Kristian Maslanka, Meik Karwot, Alexander Hien, Sascha Wolfert, Ricardo Antonaci, Alan Stulin, Björn Weisenborn, Alpe Akcam (64. Zahit Findik), Florian Treske.

     
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