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Mo., 11. November 2019, 17:50 Uhr
Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Frauen: TG Osthofen unterliegt HSG Hunsrück nach famoser erster Hälfte und 16:12-Führung noch mit 24:27
Die zwei Gesichter der TGO-Frauen
Ann-Kathrin Hauck glich knapp zehn Minuten vor Spielende mit zwei Toren zum 20:20 und 21:21 aus. Doch auch insgesamt fünf Treffer der stark agierenden TGO-Rückraumschützin konnten die unglückliche 24:27-Niederlage der TGO-Frauen gegen die HSG Hunsrück nicht abwenden. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | In der Weltliteratur und im Film-Genre sind Doppelgänger-Motive ein häufig aufgegriffenes Thema. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere wie bei „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ wohnen ein und derselben Person inne. „Two-Face“ etwa ist eine Figur der Comic-Serie „Batman“. Ein Gesicht mit einer guten und einer bösen Hälfte. Auch die Handball-Frauen der TG Osthofen legen diese Gespaltenheit ganz offenkundig und wiederholt bei den Handballspielen der Saison 2019/2020 in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar an den Tag.
Bestes Beispiel: das Heimspiel in der Wonnegauhalle vor 200 Handball-Fans aus dem Hunsrück und dem Wonnegau gegen die HSG Hunsrück. Eine Hälfte lang dominierte die TG Osthofen die Frauen der Spielgemeinschaft aus den drei kleinen Ortschaften Horbruch, Irmenach-Beuren und Kleinich im Hunsrück, ehe das Herz der Gastgeberinnen in die Hose rutschte. Es setzte noch eine durchaus vermeidbare 24:27-Niederlage.
Spiegelverkehrte Welt in den Anfangsminuten beider Halbzeiten
Kopfschüttelnd rang Marcus Otterstätter kurz nach der bitteren 24:27-Niederlage nach Worten. „Ich kann mir das nicht erklären“, sagte der fassungslose Trainer der Frauen der TG Osthofen. Die Startsieben mit der jungen Torfrau Saskia Kleinewächter, davor Kreisläuferin Kristina Graf und Linksaußen Jasmin Bott im felsenfest stehenden Mittelblock der 6:0-TGO-Abwehr, Constanze Schnaubelt auf Rechtsaußen, Mona Schmitt und Ann-Kathrin Hauck auf den Halb-Positionen im linken und rechten Rückraum, sowie Christina Fahrnbach als ausgesprochen prima aufgelegte Spielmacherin legte los wie die Feuerwehr. Es war nicht allein die 4:0-Führung (5.) und eine 10:5-Führung (13.), die beeindruckte. Körpersprache, Wille, Mut, Zuspiele und die Würfe passten. „Eine perfekte erste Hälfte“, skizzierte Marcus Otterstätter das Geschehen in den ersten 30 Minuten mit einem 16:12-Vorsprung zur Halbzeit. Und dann? Genau in die andere Richtung. Die TGO-Startsieben war die gleiche wie zu Beginn, doch ausgewechselt schien sie dennoch. Als wäre ihr Mut in der TGO-Kabine geblieben.
Kondition und Konzentration schwinden zusehends bei der TGO
Fehler über Fehler unterlief der bis dahin so famos aufspielenden TGO-Sieben. „Die Abwehr war urplötzlich unsortiert“, stellte Marcus Otterstätter fest. Wieso? „Vielleicht der Kräfteverschleiß“, mutmaßte der Trainer. Fehlt doch seit Wochen die an der Schulter verletzte Michelle Köhler, die in der Abwehr und vorne am gegnerischen Kreis eine Konstante im Spiel der TGO-Frauen ist. Die HSG Hunsrück glich zum 16:16 aus (35.) und zog schnell bis auf 17:20 (44.) davon. Zwar kämpfte sich die von Spielmacherin Christina Fahrnbach und den TGO-Haupttorschützinnen Mona Schmitt (9) und Ann-Kathrin Hauck (5) angeführte Truppe wieder zum 21:21 (51.) zurück, am Ende der Partie hatten die Gäste aber mehr Körner zuzusetzen. „Uns gingen die Kondition und die Konzentration flöten“, sah Marcus Otterstätter sein Team in den Schlussminuten auf verlorenem Posten. Am Ende zweier völlig verschiedenen Halbzeiten stand eine 24:27-Pleite. Ganz bitter und unglücklich für die TGO-Frauen.