STADTVERWALTUNG WORMS: Sachdienliche Hinweise an Polizei erbeten / Zeugen und Geschädigte können sich auch an Friedhofsverwaltung wenden
Diebe wüten auf Hochheimer Höhe
Die Idylle trügt: 400 Namensschilder aus Metall wurden unter anderem gestohlen. Foto: Stadt Worms/Integrationsbetrieb Friedhof (IBF)
Von Florian Helfert › Es ist ein schlechtes Déjà-vu, was Christina Jung, Betriebsleiterin des Integrationsbetriebs Friedhof (IBF), am Montag auf dem Wormser Friedhof erwartete. Fast ein Jahr (September 2023) ist es her, dass unbekannte Täter eine Vandalismusschneise über die Hochheimer Höhe zogen. Und nun – fast ein Jahr später – haben Unbekannte erneut auf dem Hauptfriedhof gewütet. Die Täter hatten es besonders auf Metallgegenstände abgesehen und begingen zur Aneignung dieser auch einen erheblichen Sachschaden.
Ein schlechtes Déjà-vu auch für Hinterbliebene: „Uns haben die auch schon beklaut. Sogar frisch eingepflanzte Blumen und eine Skulptur mit Händen. Sogar die Kerze aus dem Kerzenhalter. Und in der Reihe hinter uns haben sie das komplette Blumengesteck geklaut. Und gegenüber jetzt die fest montierten Vasen. Da treiben sich auch ganz schöne Gestalten rum. Samstags mittags 14 Uhr liegen da welche auf den Bänken und schlafen ihren Rausch aus … mit unzähligen leeren Alkoholflaschen vor der Nase. Und oft sieht man auch die Überreste von diversen Partys“, schrieb eine Wormserin unter den Polizeibericht auf der Facebookseite des Nibelungen Kuriers.
Kriegsgräber bestohlen und beschädigt
Der Bezirk 27 – der den Verstorbenen des Zweiten Weltkrieges gewidmet ist – ist dabei das Epizentrum der Zerstörung. Am Wochenende (der genaue Tatzeitpunkt ist derzeit noch unbekannt) hebelten die Randalierer circa 400 Namensschilder von Kriegsgräbern ab. Dabei beschädigten sie auch teilweise die steinernen Grabsteine. Betroffen sind auch die Gräber der Opfer vom Bombenangriff am 21. Februar und 18. März 1945.
Aber auch kleinere Metallgegenstände, wie Schalen oder Figuren, ließen die Täter von Privatgräbern mitgehen. Die Kollegen vom IBF dokumentieren gerade die Sachschäden – wie die Schäden behoben werden können, ist derzeit noch nicht absehbar.
Aufruf an Zeugen und Geschädigte
Die Polizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen. Sachdienliche Hinweise zum Fall können telefonisch 06241/8520 oder per E-Mail piworms@polizei.rlp.de an die Polizei übermittelt werden. Zeugen oder Geschädigte dürfen sich auch gerne bei der Friedhofsverwaltung melden 06241/8536081.
Der Sachschaden an der randalierten Sitzgruppe beträgt 2.000 Euro.
Andernorts weitere Vandalen am Werk
Eine andere Form des Vandalismus im Stadtgebiet ist an einer gespendeten Sitzgruppe entlang der Pfrimm sichtbar. Als Geschenk an die Gemeinschaft hatte Gabriele Zanker auf Geburtstagsgeschenke verzichtet und laut IG Pfrimm um Spenden für eine Sitzgruppe gebeten, welche dann zusammen mit der IG Pfrimm und der Stadt Worms auch in die Tat umgesetzt worden war. So wurde gemeinsam mit Erich Kulling vom städtischen Grünflächenamt eine lauschige Stelle am südlichen Primmufer auf dem Weg von Pfiffligheim nach Pfedderheim gefunden.
Doch das Geschenk, welches an die Bevölkerung gerichtet war, wurde nicht geachtet. Zuerst waren Sprayer am Werk. Später wurde die Tischfläche an- und aus der Rückenlehne der Bank Holzstücke herausgesägt.
Ebenfalls Zeugen gesucht
„Was allerdings jetzt passiert ist, schlägt dem Fass den Boden aus“, berichtet die Vorsitzende der IG Primm e.V. Eleonore Bittner. Täter montierten die gesamte Tischplatte ab, versuchten auch den Sockel der Tischbeine zu lösen und entfernten ganze Bretter von der Bank. Auf über 2.000 Euro wird der Schaden gemäß Erich Kulling, stellv. Abteilungsleiter des Grünflächen- und Gewässeramtes, beziffert. Er bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise unter Telefon 06241/8536702.