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  • Mo., 16. Mai 2022, 11:15 Uhr
    MEHLTAU: Bauern - und Winzerverband investiert in Nachhaltigkeit

    Digitale Wetterstationen reduzieren Pflanzenschutz

    Richard Grünewald und Jonas Kiefer vom Bauern- und Winzerverband Worms-Süd nehmen die erste von 7 digitalen Wetterstationen in Betrieb. Die smarten Weinbergspfähle sorgen für mehr Nachhaltigkeit im Pflanzenschutz.


    Was jeder Rosenfreund und jede Gärtnerin kennt, das plagt auch Wormser Winzer: Mehltau ist die häufigste Erkrankung der Reben und kann Riesling und Co derart zusetzen, dass im Herbst überhaupt keine Trauben mehr zu ernten sind. Im verregneten Jahr 2021 gab es auch im Womser Süden Totalverluste im Wingert.

    Egal ob die Weingüter biologisch oder integriert arbeiten – ohne vorbeugenden Pflanzenschutz ist die Ernte in Gefahr. Wann aber droht eine Infektion der Rebblätter mit den Pilzsporen, die dann ihr zerstörerisches Werk beginnen?

    Wenn die Winzer das genau wüssten, könnten sie Behandlungen punktgenau durchführen und vor allem auch Pflanzenschutzmittel einsparen, nämlich immer dann, wenn kein Pilzbefall droht. Theoretisch weiß die Wissenschaft viel über die Voraussetzungen, unter denen echter oder falscher Mehltau sich ausbreiten können.

    Daher haben zwölf Winzer im Bauernverband Wiesoppenheim, Weinsheim und Horchheim gemeinsam sieben digitale Wetterstationen in ihren Weinbergen installiert, die nun präzise die Witterung aufzeichnen und bei Gefahr Alarm schlagen. Das moderne Überwachungsnetz wird ergänzt von weiteren sieben Sensoren, die die Blattfeuchte direkt in der Laubwand messen und im Frühjahr zusätzlich durch drei Temperatursensoren, die direkt vom Kartoffelacker melden, ob Frost im Anmarsch ist.
    Natürlich gibt es schon lange amtliche Wetterstationen und seit Jahren auch Prognosemodelle, die unter Berücksichtigung der Wettervorhersage, die Gefährdung durch Peronospora und Oidium anzeigen.

    Doch diese Agrarmeteorologie des Landes Rheinland-Pfalz hatte einen gravierenden Nachteil, sie war zu weit weg vom Schuss.
    Als nun 2022 erstmals smarte Wetterstationen auf den Markt kamen, die per GPS verortet werden und ihre Daten kontinuierlich per Handy-Funk an einen Server liefern, wo zusammen mit Wettervorhersagen permanent Prognosemodell gefüttert werden, da griffen die Eisbachtal-Winzer zu.

    An insgesamt 17 Standorten in den Gemarkungen Horchheim, Weinsheim und Wiesoppenheim wird das Wettergeschehen nun lückenlos überwacht und die Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes können Handy oder PC darauf zugreifen. Fast 20.000 Euro haben die Weinmacher gemeinschaftlich für die nächsten Jahre in die Hand genommen und sind sich sicher, damit sowohl für die Umwelt als auch für die Weinqualität einen Gewinn zu erzielen.

     

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