AUS DEM STADTRAT: Grünes Licht für Umsetzung und Entwicklung eines Wormser Hitzeaktionsplanes / Mehr Wasser in der Innenstadt auf Wunschliste
„Diskussionen und Zielkonflikten bei Leuchtturmprojekt stellen“
Um der zunehmenden Hitze in der Stadt zu begegnen, könnten weitere Brunnen, wie hier auf dem Ludwigsplatz, Abhilfe schaffen und einen Beitrag leisten. Foto: Steffen Heumann
Von Steffen Heumann | Nach der deutlichen Zustimmung im Haupt- und Finanzausschuss (der NK berichtete) und dem Innenstadtausschuss, gab am Mittwoch der Stadtrat einstimmig grünes Licht für die Umsetzung und Entwicklung eines Hitzeaktionsplanes der Stadt Worms. Damit ist die Verwaltung beauftragt, die erforderlichen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zu konkretisieren und zu realisieren, sowie einen Akutplan zu erstellen. Zudem muss eine Handlungsgrundlage für die Auslösung des Plans bei Hitzeereignissen und ein entsprechendes Warnsystem etabliert werden. Für die Umsetzung und Koordination der Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplanes sollen die erforderlichen Personalressourcen unter Verwendung von Fördermittel geschaffen werden. Neben den anteiligen Personalkosten für eine Vollzeitstelle der Einstufung TVÖD E11 bei erfolgreicher Akquise von Drittmitteln, müsste zur Umsetzung der Maßnahmen ein jährlicher Haushalt von mindestens 10.000 Euro bereitgestellt werden.
Kompromissfähigkeit gefragt
Astrid Perl-Haag, FWG-Bürgerforum, hoffte, dass der Plan auf die Bedürfnisse sämtlicher Altersgruppen zugeschnitten wird. Für. Markus Trapp, SPD, stellte die Frage, ob es bei der Umsetzung hilfreich sein könne, sämtliche 40 Brunnen der Stadt zu reaktivieren. Richard Grünewald, Bündnis 90/Die Grünen, verwies auf die latente Gefahr ansteigender Temperaturen und die Differenzierung zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung, bei der es „neue um eine Schadensbegrenzung geht“. Das Thema Wasser in der Innenstadt auszuweiten, sei eine gute Idee, meinte Ursula Bieser, Alternative für Worms, und konstatierte mit Blick auf die aktuelle Wetterlage, „es wird immer heißer“. Uwe Gros sah keine Bedenken, dass kurzfristige Maßnahmen im Rahmen des Planes umgesetzt werden können. „10.000 Euro reichen aber nicht aus, um langfristig zu planen“, so Gros. Innerstädtische Flächen, wie etwa den Ludwigsplatz müsse man diesbezüglich ebenfalls berücksichtigen. „Ein komplexes Thema“, befand Hans-Peter-Weiler, CDU. Dessen müsse man sich bewusst werden und bei anstehenden Maßnahmen kompromissfähig sein. Es sei vielleicht etwas utopisch, den Stadtgraben mit Wasser zu befüllen, wie Janine Emans-Heischling, CDU, anmerkte. Allerdings könne jeder Einzelne tätig werden, appellierte Emans-Heischling, mit dem Blick etwa auf Neubauvorhaben. „Wir müssen uns den Diskussionen und Zielkonflikten stellen”, fasste Bürgermeisterin Stephanie Lohr zusammen. Sie sei zuversichtlich, dass das Thema Hitze bei Entscheidungen mitgedacht werde und mittel- wie langfristig Lösungen für die Stadt gefunden werden. Lohrs Dank galt explizit ihrem Amtsvorgänger Hans-Joachim Kosubek, der bereits tolle Arbeit hinsichtlich dieses auch für andere Kommunen beispielgebenden Leuchtturmprojektes geleistet habe.