
Von Vera Beiersdörfer Ende August 2017 hatte der NK schon einmal über das Engagement der Wormser Eheleute Fritzsch/Valmoria berichtet, die in Eigenregie Geld gesammelt hatten, um den Bau eines Klassenraumes für die sechste Jahrgangsstufe der Minsalgan Elementary School auf Mindanao (Philippinen) zu finanzieren.
Ehefrau Flora stammt von der 21,5 Millionen Einwohner zählenden, zweitgrößten philippinischen Inseln, die Bevölkerung in ihrem Heimatdorf ist bitter arm. Nachdem René zum ersten Mal die Familie seiner Frau dort besucht hatte, ließ ihn das Gesehene nicht mehr los. Eigentlich sollte es eine einmalige Sache sein, er wollte den Schulkindern eine Freude bereiten und überraschte, in Rücksprache mit der dortigen Rektorin, die Schüler mit süßen Brötchen und Süßigkeiten.
"Die Dankbarkeit in den Kinderaugen war überwältigend", erinnert sich Fritzsch noch heute gerührt an diesen Moment. Dabei blieb es dann allerdings nicht. "Als ich gesehen habe, dass die sechste Klasse im Freien unterrichtet wird, war mir klar, dass ich wenigstens versuchen muss, dies zu ändern".
Zurück in Deutschland sammelte er Geld, um auf den Philippinen den Bau eines neuen Raumes zu ermöglichen. "Nachdem der Klassensaal vergangenes Jahr fertiggestellt war, war für meine Frau und mich jedoch klar, dass wir weitermachen müssen, denn in der Schule gab es auch keine Toiletten für die Schüler.
Bisher hatten die Kinder die umliegenden Zuckerrohrfelder nutzen müssen.", erläutert Fritzsch, der alle Ausgaben anhand von Quittungen und Belegen dokumentierte. Den Baufortschritt hatte er für alle Unterstützer auch fotografisch festgehalten und tagesaktuell bei Facebook gepostet.

Spendenaufruf im Nibelungen Kurier
Durch einen erneuten Spendenaufruf im Nibelungen Kurier konnten die Fritzschs im März diesen Jahres das nächste Projekt in der Minsalgan Elementary School verwirklichen.
"Der Bau der Sanitären Anlage war ein Herzenswunsch, der Dank der Unterstützung vom Nibelungen Kurier, den Mitarbeitern von Procter & Gamble Worms, den vier Wormser DM-Märkten, dem Malerbetrieb Armbrüster, der Valentin Noll GmbH, dem Architekturbüro Glaser, der Hallerbach GmbH aus Bingen sowie dem Ludwigshafener Kosmetikinstitut Sunflower und zahlreichen Privatpersonen, in Erfüllung gegangen ist", freut sich der Initiator über das gelungene, zweite Bauvorhaben.
Die Spendensumme in Höhe von 2.300 Euro reichte überdies aus, um jedem Kind einen Schulrucksack gefüllt mit den benötigten Materialien sowie Lebensmitteln für deren Familien zu besorgen". Drei Stunden lang hatten Flora und René gemeinsam mit Verwandten vor Ort die 200 Schultaschen bestückt.
Überwältigende Gastfreundschaft
Darüber hinaus fuhren die Eheleute Fritzsch/Valmoria mit den Müttern der drei ärmsten Schülern zum Großeinkauf. Die Frauen durften dabei alles besorgen, was sie zum Leben brauchen. Dazu zählten natürlich nicht Alkohol oder Zigaretten.
"Die meisten Familien leben in Bretterverschlägen – Häuser kann man nicht dazu sagen – sie haben weder fließendes Wasser noch Strom. Zustände, die hier keiner kennt", berichtet der gebürtige Leipziger, der bei seinen Erzählungen noch immer überwältigt ist, von der Dankbarkeit und der Gastfreundschaft, die ihm auf Mindanao zuteil wurde.

Das Interesse an unserem Land und vor allem am hiesigen Schulsystem sei immens gewesen. Sowohl Lehrer als auch Kinder hätten den "Mann aus der Fremde" mit unzähligen Fragen gelöchert. "Es wäre daher schön, wenn sich eine Grundschule finden würde, die als Partnerschule fungieren möchte", erläutert Fritzsch seine neuste Idee, um den philippinischen Kindern, die ihm mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind, weiterhin zu helfen und Freude zu bereiten.
"Toll wären zunächst Brieffreundschaften und natürlich auch Benefizaktionen", hofft er auf Interesse seitens einer Schule aus dem Umland. Wer ihn bei diesem Vorhaben unterstützen möchte, kann sich gern an den Nibelungen Kurier, E-Mail beiersdoerfer@nibelungen-kurier.de, Telefon 06241/957821, oder direkt an René Fritzsch, fritzsch.rene@web.de, wenden.
Der NK wird auch weiterhin über die Hilfsarbeit der Wormser Eheleute berichten.
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