Fr., 11.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 05. Oktober 2021, 14:32 Uhr
    KLINIKUM WORMS: Experteninterview mit Prof. Dr. Markus Knuf zum Thema Grippeschutzimpfung und Corona

    „Doppelinfektion zwingend vermeiden“

    Prof. Dr. Markus Knuf. Foto: Klinikum Worms; Pakalski


    In der Regel macht sie sich die kalte, dunkle Jahreszeit zu Nutze. Ihre Hochsaison beginnt zum Jahresende, wenn es drinnen so richtig kuschelig und draußen umso ungemütlicher wird: Die Rede ist von der Influenza – also der echten Grippe – die sich alle Jahre wieder auf den Weg macht, der Menschheit Krankheit zu bescheren.

    Ja, es gibt das Virus noch. Auch wenn sich in den vergangenen Monaten alles rund um Covid-19 drehte, ist es noch da und lauert. Und das dürfen wir alle nicht vergessen.

    Warum es wichtig ist, sich auch in diesem Jahr wieder für eine Grippeschutzimpfung zu entscheiden, erklärt Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf, der nicht nur Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Worms, sondern zudem ausgewiesener Impfexperte ist und laut Focus-Liste zu den „Top-Medizinern“ für Infektiologie in ganz Deutschland gehört.

    Herr Prof. Dr. Knuf, das Thema Influenza ist in den vergangenen Monaten nahezu vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Müssen wir keine Angst mehr vor der Grippe haben?

    Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf: Oh doch. Die Grippe ist nach wie vor da und sie ist speziell für manche Personengruppen weiterhin sehr gefährlich. Hierzu gehören insbesondere Menschen ab dem 60. Lebensjahr, chronisch Kranke, Schwangere und Kleinkinder. Das sind zum Teil genau die Personen, die ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Deswegen ist es ganz wichtig, dass wir die drohende Gefahr einer möglichen Influenza-Infektion besonders deutlich machen und insbesondere für die Influenza-Schutzimpfung werben.

    Man könnte argumentieren, dass es im vergangenen Winter gar keine Grippewelle gegeben hat. Warum soll ich mich also impfen lassen?

    Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf: Es ist tatsächlich so, dass die Grippewelle – aber auch andere Atemwegs- und Infektionserkrankungen – in diesem Winter weitgehend ausgeblieben sind oder zeitlich versetzt auftreten. Hier hat die Einhaltung der AHA-Regeln, also Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske, sicherlich einen signifikanten Beitrag geleistet. Hinzu kommt, dass sich im vergangenen Herbst viele Menschen aus Angst vor einer Möglichen Doppelinfektion gegen die Grippe haben impfen lassen. Aber: Die nächste Grippewelle wird sicher kommen und der beste Schutz bleibt nach wie vor die Impfung.

    Wenn die AHA-Regeln weiter über den Winter gelten und ich eine Maske tragen muss, kann ich mich doch gar nicht mit der Grippe anstecken, oder?

    Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf: Einen 100prozentigen Schutz kann und wird es nie geben können. Natürlich bieten die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und das Tragen von Masken einen sehr guten Schutz, aber auch hier gilt, dass das Virus keinerlei Nachlässigkeiten verzeiht. Das gilt insbesondere für den Kontakt mit Menschen, die sich nicht durch eine Impfung vor der Grippe schützen können. Hierzu gehören etwa junge Babys. Bei kleinen Kindern oder chronisch kranken Kindern und Jugendlichen kann die Erkrankung in einigen Fällen auch tödlich verlaufen. Indem ich mich für eine Impfung entscheide schütze ich also nicht nur mich selbst, sondern bewahre auch meine Liebsten vor mitunter tödlichen Folgen.

     In den Medien war zu lesen, dass eine Grippeimpfung vor schlimmen Corona-Erkrankungen schützen kann. Ist da etwas dran?

    Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf: Es gab vereinzelte Studien in den USA, die nahelegen, dass eine Grippeschutzimpfung gegebenenfalls vor einigen schweren Folgen einer Covid-19-Erkrankung schützen kann. Um hier eine wissenschaftlich fundierte Aussage zu treffen, ist es aber noch zu früh und es gilt weitere Untersuchungen abzuwarten. Was wir aber definitiv sagen können ist, dass ich mich und andere durch die Impfung vor einer gefürchteten Doppelinfektion mit dem Grippe- und Coronavirus schützen kann. Und diese gilt es zwingend zu vermeiden.

    Zum Thema einer möglichen Covid-19-Drittimpfung: Kann ich mein Immunsystem nicht überfordern, wenn ich mich auch noch gegen die Grippe impfen lasse? Oder wirkt eine der beiden Impfungen dann sogar weniger?

    Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf: Ein ganz klares nein. Das Robert Koch-Institut empfiehlt derzeit zwischen einer Covid-19-Impfung und anderen planbaren Impfungen einen Abstand von mindestens zwei Wochen einzuhalten. Es gibt allerdings bereits erste Studien, die eine zeitgleiche Verabreichung beider Impfungen untersuchen und deren Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Schutzwirkung beider Impfungen sich hierdurch nicht signifikant unterscheidet.

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige das WormserAnzeige AmtsblattAnzeige Cecil Cycle KN18256
    Anzeige TicketshopAnzeige Klinikum Worms - Tag der offenen TürAnzeige Tip Südhessen