Mi., 29. April 2020, 09:35 Uhr
WORMS: Stadt setzt sich für den Erhalt von Arten ein
Dramatischer Rückgang
Die Brutsaison der Vögel in Wald, Feld und Garten ist in vollem Gange. Dennoch verschwinden viele Vogelarten zusehends aus Gärten, Feldern und sogar aus Schutzgebieten. Viele andere Arten, insbesondere Insekten, erleben einen zum Teil dramatischen Rückgang der Population. Die Roten Listen werden länger und Arten verschwinden für viele unbemerkt aus unserer Heimat. Um den Erhalt der Biodiversität zu unterstützen, hat die Stadt Worms in der Vergangenheit viele Artenschutzprojekte ins Leben gerufen.
Förderung der Biodiversität
So erfolgt der Ankauf von Flächen für die Neuanlage, Sicherung, Erweiterung und Vernetzung von Biotopen. Große Projekte mit zum Teil landesweiter Bedeutung, wie zum Beispiel der Renaturierung der Seegrabenaue, zeigen die Möglichkeiten zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität.
Die Feuchtgebiete und die Ackerflur sind bundesweit und auch in Worms die Räume mit den höchsten Artenrückgängen. Betroffen in der Ackerflur beziehungsweise der Offenlandschaft sind vor allem Arten wie das Rebhuhn, die Wachtel, die Feldlerche oder die Grauammer.
Bereits seit 2016 führt die Stadt Worms mit mehreren Landwirten im Rahmen des Vertragsnaturschutzes einfache, aber dennoch hochwertige Artenschutzmaßnahmen in den Gemarkungen Heppenheim und Pfeddersheim unter anderem für Feldhamster und Rebhuhn durch. Blüh- und Luzernestreifen sind das Herzstück der Maßnahmen.
Brutraum für Lerchen
Um den weiteren Rückgang der Arten zu stoppen, hat die Untere Naturschutzbehörde der Stadtverwaltung Worms den Landwirten im Jahr 2019 ein Lerchenfensterprogramm angeboten.
Ein Lerchenfenster ist eine Fläche, die als sogenannte Schwarzbrache in einem Getreidefeld mit einer Fläche von zirka 20 Quadratmetern Feldlerchen und anderen Vogelarten als Brutraum dienen kann. Lerchenfenster können durch die Diversifizierung des Ackerraums auch dem Feldhamster als Nahrungs- und Lebensraum dienen. Landwirte erhalten eine Ertragsentschädigung von zehn Euro pro Lerchenfenster. Im Jahr 2019 konnten bereits 77 Lerchenfenster angelegt werden.
In diesem Jahr haben mehrere Landwirte bereits 274 Lerchenfenster umgesetzt und gemeldet.
Hunde anleinen
Auch Hundebesitzer werden gebeten, Rücksicht auf die Arten des Offenlandes zu nehmen. In der Brut- und Setzzeit sollten Hunde in der Feldflur angeleint bleiben. Die Untere Naturschutzbehörde weist seit 2019 bestimmte Bereiche in Gemarkungen des Stadtgebietes Worms aus, die aufgrund von Biotopbeständen und Vorkommen von besonders und streng geschützten Arten durch freilaufende Hunde betroffen sind. Das Schild „Lebensraum bedrohter Arten“ weist vor Ort auf die Rücksichtnahme für die vorkommenden Arten hin. Die Bürger werden darum gebeten, sich an diese Schilder zu halten und Hunde in der Artenschutzzeit von März bis Mitte August anzuleinen.
Weitere Info
Weitergehende Information zum Natur- und Artenschutz in Worms gibt es unter
www.worms.de in der Rubrik „Umwelt“. Wolfgang Reich von der Unteren Naturschutzbehörde steht unter Telefon (0 62 41) 85 33 50 5 sowie per E-Mail an
wolfgang.reich@worms.de für Fragen zur Verfügung.