Mo., 29. Februar 2016, 08:17 Uhr
Leiselheim feiert Jubiläen mit Gottesdienst und Gemeindefest
Drei Anlässe für ein großes Fest
Die Trommelgruppe des Bartimäus-Kindergartens sorgte für den sprichwörtlichen 'Paukenschlag', mit dem am vergangenen Sonntag in Leiselheim das Fest zum dreifachen Jubiläum begann: Vor 875 Jahren wurde der heute zu Worms gehörende Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt, die evangelische Kirche in Worms-Leiselheim begeht dieses Jahr ihren 300. Geburtstag und die Gründung der Region Rheinhessen reicht 200 Jahre zurück.
"Das gute nachbarschaftliche Miteinander mit der katholischen St. Laurentiusgemeinde", wie Pfarrer Klaus Fischer es während seiner Begrüßungsansprache beschrieb, besteht noch keine 300 Jahre, denn es war die Kirchentrennung, die den Anlass zum Bau der evangelischen Kirche gab. Dabei handelte es sich um den ersten Kirchenneubau in Worms und Umgebung nach der Reformation. Als typisch reformierte Kirche mutete sie sehr schlicht an, ihr Aussehen habe sich jedoch durch die zahlreichen Renovierungen im Laufe der Zeit stark verändert und sei nicht mehr zu rekonstruieren, informierte Fischer die Besucher der vollbesetzten Kirche.
Dr. Ulrich Oelschläger als Prediger
Ganz im Sinne der Reformierten hielt ein 'Laienprediger', also kein ordinierter Pfarrer, die Predigt während des Festgottesdienstes: Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sprach über das dritte Kapitel des Hebräerbriefes. Jedes Haus werde von einen Baumeister erbaut, heißt es dort und Oelschläger beschrieb dies als Sinnbild für das Verhältnis von Gott zu den Menschen. Für den Fortbestand des symbolischen Gebäudes - also der Gemeinde - bedürfe es Hoffnung und Vertrauen auf Gott, führte Oelschläger weiter aus und zeigte sich in diesem Zusammenhang vom lebendigen Gemeindeleben der Leiselheimer beeindruckt: "Mit Interesse habe ich einen Ihrer Gemeindebriefe gelesen und wahrgenommen, für wie viele Menschen Ihre Kirche und das Gemeindehaus zur Mitte geworden sind." Dies drücke eben jene Hoffnung aus, von der im Brief an die Hebräer die Rede ist. "Möge diese Kirche Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde sein und bleiben", wandte sich Oelschläger abschließend an die Zuhörer.
Neben der Trommelgruppe des integrativen Bartimäus-Kindergartens gestalteten Gunter Weigand an der Orgel sowie der Pfiffligheimer Posaunenchor unter der Leitung von Rainer Eschenfelder einen festlichen musikalischen Rahmen. Im Anschluss an den Gottesdienst sorgte ein Festprogramm rund um das Gemeindehaus für Kurzweil. Mit einer abendlichen Abschlussandacht in der katholischen St. Laurentiuskirche ging der Festtag zu Ende.