Alleine gegen alle, drei Stunden Anfahrt und am Ende ein lupenreiner Hattrick: Der 13-jährige Nikolai Plett von der TG Worms hat bei den offenen Kreismeisterschaften in Baden eine spektakuläre One-Man-Show abgeliefert.
Während in den Herbstferien die meisten Betten wohlbehütet besetzt blieben, packte den jungen Wormser das Wettkampffieber. Das Ziel: Zell am Hammersbach, tief im badischen Land. Hier ging es für den M13-Athleten direkt auf die Bahn. Die Mission war klar: Unter freiem Himmel noch einmal alles geben, bevor die Leichtathleten in die Hallen verbannt werden.
Und das tat er – gegen die gesammelte Konkurrenz aus zwölf Vereinen des Kreises Offenburg und Umgebung. Obwohl das Teilnehmerfeld qualitativ nicht ganz an das gewohnte Mainzer Niveau heranreichte, musste jeder Sieg erst einmal hart erkämpft werden. Nikolai ließ von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen, wer hier das Sagen hat.
Das Ergebnis ist eine makellose Bilanz. Drei Starts, drei Goldmedaillen:
– 75-Meter-Sprint: In pfeilschnellen 10,58 Sekunden stürmte er der Konkurrenz davon.
– 60-Meter-Hürden: Trotz der Hürden im Weg flog er in 10,69 Sekunden zum nächsten Titel.
– Speerwurf (400 g): Mit einer Weite von 30,30 Metern degradierte er das restliche Feld zu Statisten.
Das Kuriose dabei: Der junge Rheinhesse kommt jetzt erst so richtig in Fahrt. Nach einer langen Sommerpause, in der das Training hauptsächlich aus Fahrradtouren zum See, Schwimmen und Sonnenbaden bestand, explodiert die Formkurve genau zum Saisonfinale.
Nikolais Goldhunger ist noch nicht gestillt, denn der Terminkalender vor dem Winter ist straff: Bereits nächste Woche stehen die nächsten Titelkämpfe in Bad Neuenahr-Ahrweiler an. Nur sieben Tage später folgt der ultimative Showdown im südbadischen Efringen-Kirchen nahe Basel. Erst danach geht es in die verdiente Winterpause, um frische Kräfte für das neue Jahr zu sammeln. Nach diesem Wochenende dürfte der Konkurrenz im Süden jetzt schon angst und bange werden.