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  • So., 14. Juni 2015, 17:14 Uhr
    Feierstunde aus Anlass des 20-jähigen Bestehens der Rheingütestation / Gemeinschaftsprojekt von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

    Drei Umweltminister und ein Oberbürgermeister

    Vertreter der drei Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stoßen auf die erfolgreiche Arbeit der Rheingütestation an. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Der auslösende Faktor für die Inbetriebnahme der Rheingütestation in Worms war im November 1986 der Großbrand beim Schweizer Chemieunternehmen Sandoz. Mit dem Löschwasser der Feuerwehr gelangten damals von der Schweiz aus Giftstoffe in den Rhein. Die Folge war ein massives Fischsterben. Durch diese Katastrophe setzte sich endgültig die Überzeugung durch, dass es mit der Verschmutzung des Rheins nicht so weitergehen konnte. Ältere Mitbürger erinnern sich, vor rund 30 Jahren stank der Rhein teilweise, es wurde vor dem Baden gehen gewarnt und es befanden sich kaum noch Fische in dem Strom. Kritisch wurde die Situation auch für die Länder, die aus dem Rhein ihr Trinkwasser bezogen.

    Rheingütestation

    Neben dem Bau von Kläranlagen und härterer gesetzlicher Bestimmungen, was und in welchen Mengen eingeleitet werden darf, wurde als ein Baustein zur Verbesserung der Wasserqualität im Rhein die regelmäßige Entnahme von Proben beschlossen. Die drei Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg haben daher den Bau der Rheingütstation in Worms in die Wege geleitet. Diese nahm am 17. Mai 1995 ihren Betrieb auf und wird von den drei Bundesländern unterhalten, wobei die Federführung bei Rheinland-Pfalz liegt.

    20-jähriges Jubiläum

    Am Sonntagmorgen um 11 Uhr fand aus Anlass des des 20-jährigem Jubiläums der Rheingütestation eine Feierstunde in Worms statt. Dazu kamen die drei Umweltminister Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz), Priska Hinz (Hessen) und Franz Untersteller (Baden-Württemberg) in die Nibelungenstadt. Teil der Veranstaltung war eine Vereinbarung der drei Länder, in der sie die weitere Zusammenarbeit in der Rheingütestation besiegelten.

    Trinkwasser für 20 Millionen Menschen

    Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller hob die Bedeutung des 1.230 Kilometer langen Stroms, der in den Alpen entspringt, als Transportader, Naherholungsgebiet und Lebensraum für Europa hervor. So würden 50 Millionen Menschen am Rhein leben und 20 Millionen ihr Trinkwasser aus dem Strom beziehen.

    Tiere sind zurückgekehrt

    Die hessische Umweltministerin Priska Hinz betonte, dass es nach 20 Jahren einen wirklichen Grund für die Jubiläumsfeier gebe, denn die Wasserqualität habe sich deutlich verbessert. In ihrer Rede sagte sie: „Der Erhalt der biologischen Artenvielfalt und die Verantwortung für unsere Umwelt sind eine große Herausforderung für uns alle. Die Wasserqualität hat sich so stark verbessert, dass jetzt lange verlorene Tierarten wieder angesiedelt werden können. Zuletzt ist auch der Maifisch im Rhein wieder anzutreffen." Die rheinland-pälzische Umweltministerin Ulrike Höfen stimmt ihr zu und merkte in ihrem Redebeitrag an: „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wasserqualität des Rheins enorm verbessert, der Rhein bietet Kleinstlebewesen wie Flohkrebsen, Schnecken und Muscheln sowie zahlreichen Fischarten wieder einen Lebensraum."

    Rhein fördert Wirtschaftskraft

    Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel betonte die Bedeutung und prägende Kraft des Rheins für Worms. Daher sei die nachhaltige Verbesserung der Wasser- und damit der Lebensqualität am Rhein so wichtig. Der Stadtchef betonte aber auch die wirtschaftliche Rolle, die der Strom bei der Entwicklung von Worms gespielt habe und spiele. Denn, so betonte Kissel, die Industrie sei der Kern unserer Wertschöpfungskette.

    Abschließend ging ein Dank der drei Minister und von Michael Kissel an die Mitarbeiter der Rheingütestation.

    Schönheit des Bauwerks

    Bei aller Bedeutung der Rheingütestation fragen sich dennoch viele Wormser Bürger und Gäste der Rheinpromenade, ob man das Gebäude nicht schöner und würdevoller hätte gestalten können. Denn mit seinem postmodernen Stil will der Bau so gar nicht zur idyllischen Rheinpromenade, dem Hagendenkmal und dem historischen Turm passen. Aber leider, so seufzen viele Wormser, müssen es ja immer futuristische Gebäude sein, welche in die Nibelungenstadt gepflastert werden, anstatt sich bei der Bebauung an der Erhabenheit und Schönheit vergangener Epochen zu orientieren.

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